Bienengiftallergie, aha! Allergiezentrum Schweiz, Bild: Fotolia 16658738XS©  @nt/fotolia

Wespenstiche ereignen sich vor allem im Spätsommer und Herbst, während der Hauptreifezeit von Kern- und Steinobst. Stiche im Mund- oder Rachenraum können auch bei nicht allergischen Personen lebensgefährliche Schwellungen zur Folge haben. Schweizweit kommt es jährlich zu 3–4 Todesfällen.

Ursachen und Auslöser der Insektengiftallergie

Wespenstiche ereignen sich vor allem im Spätsommer und Herbst. Im Gegensatz zu den Bienen behalten die Wespen nach dem Stich den Stachel und können somit mehrmals stechen. Hornissen sind grösser und gehören zur gleichen Gattung wie die Wespen. Die Wespengiftallergie ist nicht vererbbar.

Symptome

Bei einer allergischen Reaktion auf einen Wespenstich treten die Symptome innerhalb von Minuten bis spätestens nach einer Stunde auf. Die Symptome können vielfältig sein: von lokalen Schwellungen über Juckreiz, Nesselfieber, Erbrechen bis zu Atemnot, Herzrasen, Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit, Atemstillstand und Herz-Kreislauf-Kollaps (Anaphylaxie).

Diagnose und Differenzialdiagnose

Die Diagnose wird mit einer gründlichen Anamnese, mittels Hautest oder Bluttests gestellt. Spezifische IgE-Antikörper gegen Hymenopterengifte können mit verschiedenen Tests im Blut bestimmt werden. Diese sollten jedoch frühestens 3 Wochen nach dem Stich durchgeführt werden. Die gleichen Symptome wie bei einem Insektenstich können auch bei einer Lebensmittelallergie auftreten.

Therapie und Behandlung

Personen, die bereits auf einen Wespenstich allergisch reagiert haben, sollten über die Gefahr eines jeden weiteren Stichs aufgeklärt werden. Sie erhalten vom Arzt ein Notfallset mit Antihistaminika, Kortison und allenfalls eine Adrenalinfertigspritze (Handhabung und Haltbarkeit sind regelmässig zu kontrollieren). Bei jedem weiteren Stich müssen die verordneten Medikamente sofort eingenommen werden, noch bevor es zu einer allergischen Reaktion kommt. Wenn nötig muss auch die Adrenalinfertigspritze eingesetzt werden.

Die Desensibilisierung/Spezifische Immuntherapie (SIT) mit Wespengift ist die einzige effektive Kausaltherapie. Die Behandlung dauert zwischen 3–5 Jahren und führt bei 95 % der Patienten zu einem vollständigen Schutz.

Tipps und Tricks

Eine Wespe ist selten alleine. Die Nähe von Wespennestern (am Boden, in morschen Ästen und hohlen Baumstämmen, in Rollladenkästen oder im Estrich) meiden. Um Wespenstiche zu vermeiden, sind folgende Verhaltensregeln zu beachten:

  • Wespen nisten am Boden, Naturwiesen und Waldränder nicht barfuss betreten.
  • Keine hastigen Bewegungen in der Nähe von Wespen.
  • Vorsicht beim Picknick und Essen im Freien, keine Essensreste offen liegen lassen.
  • Bier lockt Wespen an, nie direkt ab Flaschen oder Dosen trinken.
  • Keine stark parfümierten Haarsprays. Shampoos und Sonnencremen verwenden.
  • Insektenschutzgitter anbringen, insbesondere in Schlafräumen.
  • Motorradfahren nur mit geschlossenem Helm und Handschuhen. 
  • Bei Wespennestern in unmittelbarer Nähe Ihres Wohn- oder Arbeitsortes: Mitteilung an die Polizei oder Feuerwehr.

Für Wespengiftallergiker gilt: Notfallset immer bei sich tragen!

Zahlen und Fakten

In der Schweiz leiden 3–4 % der Bevölkerung an einer Insektengiftallergie.


Redaktion: aha! Allergiezentrum Schweiz, in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat.
 

aha! Allergiezentrum Schweiz hilft

  • Mit dem Schweizer Allergie-Gütesiegel ausgezeichnete Produkte und Dienstleistungen – ein Zusatznutzen für Betroffene.
  • aha!kinderlager für allergiebetroffene Kinder im Alter zwischen 8–12 Jahren: abwechslungsreiche Ferientage mit viel Sport, Spiel und Fitness. Fachgerecht betreut, lernen die Kinder einen verbesserten Umgang mit ihrer Allergie und/oder dem Asthma.
  • aha!jugendcamp für Jugendliche zwischen 13–16 Jahren: ein breites Sport- und Freizeitangebot,  fachkundige Leiter thematisieren auch Aspekte von allergischen Erkrankungen im Jugendalter.
  • Schulungen, Workshops und Kurse zu den Themen «Anaphylaxie», «Allergie, Asthma, chronische Bronchitis» und «Neurodermitisschulungen für Eltern und Kind»
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