Tierallergie

Allergien auf Katzen, Hunde, Pferde oder Nagetiere sind häufig und können das ganze Jahr über allergische Symptome verursachen.

Eine junge Katze guckt durch ein Fenster

Haustiere begleiten Menschen seit Jahrtausenden. Dienten sie früher vor allem als Nutztiere bei der Arbeit und der Jagd, so werden sie heute meistens als Familienmitglied oder treuer Begleiter gesehen. Durch den engeren Kontakt mit ihnen steigt auch das Risiko, eine Allergie auf sie zu entwickeln. 

Auslöser

Die häufigsten Sensibilisierungen in der Schweiz finden sich auf Katzen, Hunde, Pferde und Nagetiere. Allergische Reaktionen auf Katzen sind häufiger als solche auf Hunde, wobei immer noch ungeklärt ist, was der Grund dafür sein könnte. Katzenallergene kommen, in unterschiedlichem Ausmass, bei allen Katzenrassen vor. Die Hauptallergene kommen im Speichel, in der Tränenflüssigkeit, im Urin und den Hautschuppen vor. Wenn sich die Katze leckt, verteilt sie dieses Allergen über ihr ganzes Fell, weshalb man fälschlicherweise von einer «Tierhaarallergie» spricht. Weibliche Katzen und kastrierte Kater sondern weniger Allergene ab als Kater – allerdings reagieren die meisten Personen auch auf sie. Das Hauptallergen des Hundes findet sich vor allem im Fell und im Speichel. Je nach Katzen- oder Hunderasse schwankt die allergene Belastung für die Betroffenen. Generell weiss man, dass kurzhaarige Hunde mehr Allergene produzieren als langhaarige. Gegenwärtig gibt es keine klaren Hinweise, dass irgendeine Rasse von Hund, Katze oder Pferd keine / wenige Allergene hat («hypoallergen») und deshalb und für Allergiebetroffene empfohlen werden könnte.

Allergene von Haustieren binden sich, wie andere aerogene Allergene auch, an Staubpartikel und schweben je nach Grösse noch stundenlang in der Raumluft, bis sie auf den Boden herabsinken. Tierallergene haften an Haaren und Kleidern der Menschen, wodurch sie in die Raumluft von Lokalitäten gelangen, wo sich normalerweise keine Tiere aufhalten. Dies erklärt, warum z.B. in Schul- und Hotelzimmern, Kinos, öffentlichen Verkehrsmitteln hohe Konzentrationen von Tierallergenen nachgewiesen werden können. So kann es vorkommen, dass Personen allergisch reagieren, ohne dass ein Tier im Raum ist.

Symptome

Allergische Beschwerden können sich wie folgt äussern: Schnupfen, Bindehautentzündungen der Augen, starkes Asthma. In Einzelfällen kann es sogar zu einer Schockreaktion kommen. Kratzwunden von Katzen und Hunden können zu allergischen Hautreizungen und Schwellungen führen.

Diagnose

Wer aufgrund von Selbstbeobachtungen vermutet, auf ein Tier allergisch zu reagieren, kann dies mittels einer ausführlichen Anamnese sowie Haut- und Bluttests von einem Arzt abklären.

Therapie

In erster Linie gilt es, das Allergen künftig zu meiden. Bei einer Tierallergie bedeutet das, keinen Kontakt mehr mit dem Tier zu haben. Das geliebte Haustier abzugeben oder auf das Reiten zu verzichten, ist aber nicht immer einfach. Wer sich nicht von seinem Tier trennen kann, sollte ein paar Massnahmen (siehe Tipps und Tricks) beachten.

Medikamente wie Antihistaminika oder kortikosteroidhaltigen Präparate können die Symptome mildern.

Eine allergenspezifische Immuntherapie oder Desensibilisierung kommt bei Betroffenen einer Katzen-, Hunde- oder Pferdeallergie nur dann in Frage, wenn trotz aller Massnahmen und medikamentöser Behandlung mässige bis schwere Symptome fortbestehen. Während der allergenspezifischen Immuntherapie sollte das Tier umplatziert bzw. weggegeben werden, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Tipps und Tricks

Allergien gegen Haustiere werden oft erst nach der Adoption eines Haustieres festgestellt.

Mit folgenden Massnahmen kann die Allergenbelastung in der direkten Umgebung reduziert werden:

  • Dem Haustier den Zugang zur Wohnung beschränken; es möglichst ausserhalb der Wohnung halten
  • Das Tier nicht in den Schlafbereich lassen
  • Hände waschen nach jedem Tierkontakt
  • Kleider mit Kleiderroller reinigen (keine Kleiderbürste verwenden)
  • Reinigung der Ruhe- und Futterplätze an andere Familienmitglieder delegieren
  • Einsatz von waschbaren Überzügen für Polster- und Sitzmöbel
  • Entfernung von Teppichen und anderen «Staubfängern»
  • Regelmässiges Staubsaugen: ein Gerät mit HEPA-Filter Stufe 11 und allergendichtem Gehäuse verwenden.
  • Tägliches feuchtes Reinigen der Böden
  • Einsatz eines Luftreinigers mit HEPA-Filter Stufe 11

Trotz dieser Massnahmen ist der Auslöser der Symptome, das tierische Allergen, nach wie vor vorhanden. Tierhaare verbreiten sich in der ganzen Wohnung, bleiben an Kleidern und anderen Textilien haften. Auch noch Wochen nachdem das Tier das Haus verlassen hat, sind ihre Allergene in der Wohnung vorhanden.

Vor der Anschaffung eines Fell- oder Federtieres sollten Allergiebetroffene eine mögliche Tierallergie mit all ihren Konsequenzen (Dauertherapie oder Weggabe des geliebten Tieres) in Betracht ziehen.

Zahlen und Fakten

Ist eine Person von Asthma betroffen, so ist von der Anschaffung eines Fell- oder Federtiers abzuraten. Tiere verursachen generell mehr Schmutz und Staub in der Wohnung, was sich negativ auf die Atmung von Betroffenen auswirken kann. Tierhaare sind an sich eine zusätzliche Irritation für die Atemwege.

Ein schützender Effekt durch das Aufwachsen mit einem Haustier bezüglich Allergieentwicklung kann nach heutigem Wissensstand weder bewiesen noch ausgeschlossen werden.

Redaktion: aha! Allergiezentrum Schweiz, in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat. Für Prävalenzzahlen siehe Quellenverweise.