Urtikaria (Nesselfieber)

Bei einer Urtikaria, auch Nesselfieber genannt, bilden sich stark juckende Quaddeln auf der Haut wie beim Kontakt mit Brennnesseln.

Hand mit typischen rötlichen Pusteln eines Nesselfiebers

Die Urtikaria ist eine häufige Hautkrankheit mit starkem Juckreiz. Fast jede fünfte Person ist einmal im Leben von Nesselfieber betroffen. Es wird zwischen einer akuten und chronischen Form unterschieden.

Auslöser und Formen

Akute Urtikaria

Eine akute Urtikaria wird häufig durch einen Infekt ausgelöst. Sie kann aber auch als Symptom bei einer Allergie auftreten, z.B. bei einer Nahrungsmittel-, Insektengift- oder Medikamentenallergie.

Chronische Urtikaria

Auslöser einer chronischen Urtikaria sind oftmals schwierig zu bestimmen. Allergien spielen dabei aber selten eine Rolle. Je nach Auslöser werden verschiedene Urtikaria-Formen unterschieden, die zusätzlich durch körperliche oder psychische Belastung sowie starke Emotionen verstärkt werden können. Oft spielen mechanische oder physikalische Reize als Auslöser eine zentrale Rolle, z.B. Temperaturunterschiede oder Kratzen. Es kann aber auch alleine durch körperliche Anstrengung zum Auftreten einer chronischen Urtikaria kommen.

Symptome

Eine Urtikaria ist eine Ansammlung von Quaddeln, die meistens von einer Hautrötung begleitet ist. Quaddeln sind einige Millimeter bis einige Zentimeter grosse Hautschwellungen der oberen Hautschicht. Diese Hautreaktionen sind von einem oft heftigen Juckreiz begleitet, der durch das Kratzen noch verstärkt wird. Diese Symptome gelten sowohl für die akute als auch die chronische Form der Urtikaria.

Akute Urtikaria

Die akute Urtikaria entwickelt sich plötzlich und dauert nur wenige Stunden bis Tage. Je nach Auslöser verschwinden die Symptome auch erst nach ein bis zwei Wochen wieder.

Chronische Urtikaria

Von einer chronischen Urtikaria spricht man, wenn die Symptome länger als 6 Wochen anhalten. Dazwischen kann es einzelne symptomfreie Tage oder Wochen geben.

Diagnose

Akute Urtikaria

Bei Verdacht auf eine allergisch bedingte Urtikaria sollten nach Abklingen des akuten Schubes allergologische Abklärungen gemacht werden. Für den Nachweis von Allergien stehen Hauttest und Bluttest zu Verfügung. Bei Reaktionen auf Medikamente (z.B. Schmerzmittel) wird manchmal eine Provokation durchgeführt.

Chronische Urtikaria

Weil die Auslöser einer chronischen Urtikaria oftmals schwierig zu bestimmen sind, führt die betroffene Person idealerweise über einen längeren Zeitraum ein Beschwerdetagebuch. Die eigenen Beobachtungen sind für die Ärztin, den Spezialisten wichtige Angaben für eine gezielte Therapie.

Therapie

Akute Urtikaria

Meistens genügt zur Behandlung ein Antihistaminikum in Tabletten- oder Tropfenform. Damit der Schub weniger lange dauert, wird teilweise zusätzlich ein Kortisonpräparat eingesetzt. Wenn die Haut stark betroffen ist, sollten Hautreizungen durch Kratzen, Reibung und Druck vermieden werden. Die Haut kann zusätzlich mit einer feuchtigkeitsspendenden Lotion oder Creme gepflegt werden.

Chronische Urtikaria

Die Behandlung der chronischen Urtikaria verlangt vom Betroffenen und dem Arzt viel Geduld. Oft wird keine Ursache gefunden. Im Vordergrund der Therapie steht die Linderung des Juckreizes und der Quaddeln. Antihistaminika sind die Basis der Therapie; diese können auch in höheren Dosierungen und über mehrere Wochen und Monate eingenommen werden. Reichen hochdosierte Antihistaminika nicht aus, kann die Urtikaria zusätzlich mit einem neu zugelassenen Medikament, einem sogenannten Biologika, behandelt werden.

Bei schweren Urtikariaschüben werden ausserdem orale Kortisonpräparate eingesetzt. Je nach Verlauf können weitere Medikamente versucht werden

Histaminreiche Lebensmittel oder Lebensmittelzusatzstoffe können keine Urtikaria auslösen, aber sie können die Symptome verstärken. Dies ist im Einzelfall abzuklären.

Tipps und Tricks

  • Ist das Nesselfieber an eine Nahrungsmittelallergie gekoppelt, muss die Ernährung umgestellt werden – am besten begleitet durch eine Ernährungsberaterin, einen Ernährungsberater.
  • Entspannungstechniken (z.B. autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation) und andere beruhigende Massnahmen können bei starker psychischer Belastung unterstützend wirken.

Zahlen und Fakten

  • Etwa jeder 5. Mensch macht in seinem Leben eine Episode mit Urtikaria durch.
  • Betroffen sind vor allem Erwachsene; Frauen doppelt so häufig wie Männer.

Redaktion: aha! Allergiezentrum Schweiz, in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat. Für Prävalenzzahlen siehe Quellenverweise.