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28.03.2022

Seine Haut retten

Mindestens zwanzig Sekunden – so lange sollte man seine Hände waschen, um Schmutz, Bakterien und Viren zu entfernen. Mit der Seife werden aber auch wichtige körpereigene Stoffe von der obersten Hautschicht gewaschen. Die Folge: rissige Stellen, Juckreiz und Rötungen. Was kann man dagegen tun?

Durch das Händewaschen mit Seife wird die natürliche Barrierefunktion der Haut geschwächt. Sie verliert an Feuchtigkeit und wird durchlässig für Fremdstoffe wie Allergene. Sonja Hartmann, Expertin bei aha! Allergiezentrum Schweiz, weiss, wie sich dies verhindern lässt.

Die richtigen Produkte wählen

Die Hände sollten nicht zu heiss, sondern nur mit lauwarmem Wasser gewaschen werden. «Ebenso wichtig ist die Wahl des Reinigungsproduktes», erklärt Sonja Hartmann. «Dieses sollte einen hautfreundlichen pH-Wert von 5,5 aufweisen und keine Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe enthalten. Insbesondere empfehlen wir Produkte mit dem Allergie-Gütesiegel.» Und: Statt die Hände trocken zu reiben, ist es besser, sie trocken zu tupfen.

Eincremen und nochmals eincremen

Damit sich die Hautbarriere vom vielen Waschen erholen kann, ist es zentral, die Hände regelmässig einzucremen. «Idealerweise gleich nach dem Händewaschen, da die feuchte Haut die Wirkstoffe gut aufnimmt», so Hartmann. Auch hier gilt: Ein Produkt wählen, das ohne Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe auskommt. Inhaltsstoffe wie Harnstoff (Urea) oder Glycerin können sich positiv auf das Hautbild auswirken.

Desinfektionsmittel korrekt anwenden

«Personen mit empfindlicher Haut sollten Desinfektionsmittel mit rückfettenden Substanzen wählen, frei von Duft- und Farbstoffen», weiss Sonja Hartmann. Am besten hat man ein Fläschchen davon immer mit dabei, damit man unterwegs keine öffentlichen Spender mit meist stark alkoholhaltigen Desinfektionsmitteln nutzen muss. Weitere Tipps der Expertin: «Desinfektionsmittel sollten nicht auf der feuchten Haut angewendet werden, weil sie verdünnt weniger wirksam sind.» Ausserdem soll man das Mittel vollständig einreiben, weil erst danach die enthaltenen rückfettenden Stoffe wirken können.

Desinfizieren statt waschen

Statt die Hände ständig zu waschen: Wenn keine sichtbaren Verschmutzungen vorhanden sind, besser mal zum Desinfektionsmittel greifen. Denn dies ist – selbstverständlich je nach Produkt – schonender für die Haut. Im Gegensatz zum Reinigen mit Wasser und Seife werden damit nämlich die hauteigenen Fette nicht abgespült. Was man jedoch auf keinen Fall tun sollte: «Seine Hände zuerst waschen und danach zusätzlich desinfizieren», so Hartmann. Dies belastet nicht nur die Haut besonders stark, sondern ist meist gar nicht nötig.

Ärztlich abklären lassen

Wer trotz der genannten Tipps weiterhin an trockener, rissiger Haut sowie Juckreiz und Rötungen leidet, sollte einen Arzt oder eine Hautärztin aufsuchen. Denn aus diesen ersten Anzeichen geschädigter Haut können sich schmerzhafte Ekzeme bilden. Sonja Hartmann: «Zuerst wird die Ursache der Hautirritationen eruiert und dann der Diagnose entsprechend die Therapie gewählt.» In bestimmten Fällen kann eine Behandlung mit kortisonhaltigen Cremes oder Salben nötig sein.

Zu den Produkten mit dem Allergie-Gütesiegel die nach strengen Auflagen geprüft werden.

 

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