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17.03.2026

Nussallergie – was heisst das?

Nüsse gehören zu den häufigsten Auslösern von allergischen Reaktionen – gleichzeitig bestehen rund um die Nussallergie viele Unsicherheiten. Welche Nüsse tatsächlich problematisch sind und warum Reaktionen ganz unterschiedlich verlaufen können, erklärt aha! Expertin Marie-Hélène im Interview.


Welche Nüsse sind bei einer Nussallergie gemeint?

In der Schweiz gehören gemäss Lebensmittelrecht folgende Nüsse (Hartschalenobst oder Schalenfrüchte) zu den Hauptallergenen: Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Cashewnüsse, Pecannüsse, Paranüsse, Pistazien und Macadamianüsse.

Was passiert bei einer «primären» Nussallergie im Körper?

Bei einer primären Nussallergie reagieren Betroffene meist auf Speicherproteine. Diese Allergene sind hitzestabil, weshalb Nüsse in jeder Form Reaktionen hervorrufen können – ob roh, geröstet oder gekocht.

Können schon kleinste Mengen gefährlich sein?

Je nach Schweregrad ja. Bei manchen Betroffenen müssen sogar Spuren konsequent vermieden werden.

Muss man bei einer Allergie gegen eine Nuss alle Arten von Nüssen vermeiden?

Nein, nicht zwingend. Die Allergene unterscheiden sich je nach Nusssorte. Eine Allergie gegen eine bestimmte Nuss bedeutet nicht automatisch, dass auch alle anderen nicht vertragen werden.

Viele merken eine Nussreaktion erst als Jugendliche oder Erwachsene. Was steckt oft dahinter?

Tritt eine Nussallergie erstmals im Jugend- oder Erwachsenenalter auf, handelt es sich häufig um eine sekundäre Allergie (Kreuzallergie). In diesem Fall liegt meist eine Pollenallergie zugrunde. Durch die Ähnlichkeit der Allergene reagiert das Immunsystem zusätzlich auf bestimmte Nahrungsmittel wie Nüsse.

Ist diese sekundäre Form weniger gefährlich?

Diese Form verläuft oft milder als die primäre Nussallergie. Zudem werden die beteiligten Allergene durch Hitze zerstört, sodass geröstete oder gekochte Nüsse oft besser vertragen werden als rohe.

Und was ist mit Erdnüssen?

Erdnüsse sind keine Nüsse, sondern botanisch gesehen Hülsenfrüchte. Eine Nussallergie bedeutet daher nicht automatisch auch eine Allergie gegen Erdnüsse – beide Allergien können jedoch gleichzeitig auftreten.

Muskatnuss klingt nach «Nuss» – ist sie problematisch?

Die Muskatnuss ist botanisch ein Samen und wird in der Regel auch von Menschen mit Nussallergie gut vertragen. Seltene Reaktionen beruhen meist auf Kreuzallergien, zum Beispiel auf Birken- oder Beifusspollen.

Was rätst du bei Verdacht auf eine Nussallergie?

Bei Verdacht auf eine Nussallergie ist eine allergologische Abklärung sinnvoll. Dabei lässt sich feststellen, um welche Art von Allergie es sich handelt und welche Nüsse gemieden werden müssen oder weiterhin unbedenklich sind. Zudem können die notwendigen Massnahmen verordnet werden – bei Bedarf auch ein Notfallset.

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