«Die Therapie hat gewirkt»
Andreas Hartmann erlitt nach einem Wespenstich eine schwere allergische Reaktion. Im Interview berichtet er von seinen Erfahrungen mit der anschliessenden Desensibilisierung.
.png)
Andreas Hartmann
Insektengiftallergie-Betroffener
Wie hat sich Ihre Wespengiftallergie zum ersten Mal bemerkbar gemacht?
Bei mir begann es nach einem Wespenstich bei einer Arbeit rund ums Haus. Zuerst hatte ich starken Juckreiz und dachte noch an eine normale Reaktion. Zuerst hatte ich starken Juckreiz. Ich dachte noch: Das ist unangenehm, aber wahrscheinlich eine normale Reaktion. Doch dann ging es plötzlich schnell. Ich bekam Atemnot, mir wurde übel, und ich merkte: Da stimmt etwas ganz und gar nicht. Ich ging zum Hausarzt. Dort verschlechterte sich mein Zustand weiter, bis ich schliesslich das Bewusstsein verlor. Später wurde abgeklärt, dass ich allergisch auf Wespengift reagiere.
Wie ging es Ihnen nach der Diagnose?
Ich war ehrlich gesagt zuerst vor allem froh, zu wissen, was los war. Bei meinem Hausarzt fühlte ich mich gut aufgehoben. Er hat sofort die richtigen Schritte in die Wege geleitet. Mir wurde umgehend ein Notfallset abgegeben, und ich wurde an einen Allergologen überwiesen. Dort erfuhr ich mehr über die Allergie und über mögliche Behandlungen. Da ich viel draussen unterwegs bin, sei es beim Biken, Wandern oder bei Arbeiten rund ums Haus, gab mir das wieder mehr Sicherheit.
Haben Sie eine Desensibilisierung gemacht?
Ja. Gemeinsam mit meinem Allergologen habe ich mich für eine Desensibilisierung entschieden. Die Behandlung fand im Spital unter enger medizinischer Betreuung statt. Vor dem Start war ich schon etwas angespannt, weil ich nicht wusste, wie mein Körper reagieren würde. Gleichzeitig gab mir die professionelle Begleitung viel Sicherheit. Das hat mich beruhigt.
Wie haben Sie die Therapie erlebt?
Die Therapie brauchte schon etwas Organisation. Die regelmässigen Termine musste ich in meinen Alltag einplanen. Nach den Spritzen plante ich mir jeweils auch bewusst etwas mehr Zeit ein, weil ich manchmal müde war oder lokale Reaktionen hatte. Aber insgesamt verlief die Behandlung gut. Mit der Zeit wurde die Therapie für mich nicht mehr nur etwas Medizinisches, sondern auch ein Stück Sicherheit. Ich hatte das Gefühl, aktiv etwas gegen diese Allergie zu tun und es «selbst» in der Hand zu haben.
Hat Ihnen die Desensibilisierung geholfen?
Ja, sehr. Drei Jahre nach der Desensibilisierung wurde ich erneut gestochen. Natürlich war ich im ersten Moment angespannt. Aber diesmal hatte ich nur leichte Hautsymptome. Das war für mich eine wichtige Bestätigung: Die Therapie hat gewirkt!
Wie sind Sie heute für den Notfall ausgerüstet?
Für den Notfall bin ich weiterhin vorbereitet. Auch mein Umfeld weiss Bescheid und weiss, wie es im Ernstfall reagieren müsste. Das gibt mir im Alltag zusätzliche Sicherheit, gerade wenn ich draussen unterwegs bin.
Wie gehen Sie heute mit Ihrer Allergie im Alltag um?
Die Allergie gehört heute einfach zu meinem Alltag. Ich bin viel draussen unterwegs und achte in bestimmten Situationen etwas bewusster darauf, Wespen nicht anzulocken. Ansonsten schränkt mich die Allergie nicht ein. Dank der Desensibilisierung und den Notfallmedikamenten kann ich meinen Hobbys und Aktivitäten weiterhin nachgehen.
Was würden Sie anderen Betroffenen raten?
Die Allergie unbedingt abklären zu lassen. Mir hat es geholfen, mich beraten zu lassen und mehr über die Erkrankung und die Behandlungsmöglichkeiten zu erfahren. Auch die Desensibilisierung war für mich ein wichtiger Schritt. Zudem kann ich die Beratung beim aha! Allergiezentrum Schweiz empfehlen. Dort arbeiten Fachpersonen, die Betroffene kompetent unterstützen und auf ihre Fragen eingehen. Und trotz der Allergie lohnt es sich, Wespen nicht nur als Gefahr wahrzunehmen: Bei richtigem Verhalten sind sie meist sehr friedliche Tiere.
Dies ist ein Erfahrungsbericht einer betroffenen Person. Dieser beschreibt eine persönliche Erfahrung und ersetzt keine medizinische Beratung.