Prof. Dr. med. Peter Schmid-Grendelmeier
Facharzt FMH für Dermatologie u. Venerologie &
für Allergologie u. klinische Immunologie
Der Begriff Sonnenallergie wird oft als Sammelbegriff für verschiedene Hautreaktionen auf Sonnenlicht verwendet. Dazu zählen etwa die polymorphe Lichtdermatose, die Mallorca-Akne oder Reaktionen auf Medikamente oder Kosmetika in Kombination mit UV-Licht. Echte photoallergische Reaktionen sind selten.
Typisch sind juckende, gerötete Hautstellen an sonnenexponierten Hautarealen. Teilweise bilden sich auch kleine Bläschen, Knötchen oder ein fleckiger Ausschlag. Manche Betroffene spüren zusätzlich ein Brennen. Die Beschwerden treten oft einige Stunden bis wenige Tage nach dem Aufenthalt in der Sonne auf. Häufig betroffen sind Hautstellen, die plötzlich viel Sonne abbekommen, zum Beispiel Dekolleté, Schultern, Arme oder Beine.
Ein Sonnenbrand ist eine eigentliche Verbrennung der Haut und verursacht vor allem Schmerzen und tritt wenige Stunden nach zu viel Sonne auf. Die Haut ist gerötet und überwärmt; bei sehr starkem Sonnenbrand kommt es auch zur Blasenbildung.
Bei einer Sonnenallergie liegt eine fehlerhafte Reaktion des Immunsystems auf oft schon geringe Mengen an Sonnenbestrahlung vor. Als Symptom steht meist der Juckreiz im Vordergrund. Zudem treten die Hautveränderungen oft zeitverzögert auf und zeigen sich als Flecken, Knötchen oder Bläschen.
Verantwortlich sind vor allem UV-Strahlen, die Veränderungen in der Haut auslösen können. Bei empfindlichen Personen können dadurch Immunreaktionen entstehen, die sich als Juckreiz, Rötung oder Ausschlag zeigen.
Besonders häufig betroffen sind Menschen mit heller Haut, besonders wenn sie zusätzlich rote Haare haben. Die polymorphe Lichtdermatose tritt zudem häufiger bei Frauen als bei Männern auf. Auch Kinder können betroffen sein. Manche Menschen reagieren nur gelegentlich, andere fast jeden Frühling oder zu Beginn der Ferienzeit. Wer die Beschwerden einmal hatte, erlebt sie oft wieder. Auch das typische Erscheinungsbild kann von Person zu Person unterschiedlich sein.
Nach den Wintermonaten ist die Haut kaum an Sonne gewöhnt. Wenn sie dann plötzlich intensiver UV-Strahlung ausgesetzt ist, reagiert sie empfindlicher. Viele Betroffene stellen fest, dass sich die Haut im Verlauf des Sommers an die Sonne gewöhnt und die Beschwerden dann weniger stark auftreten.
Ja. Nicht jede als «Sonnenallergie» bezeichnete Hautreaktion hat dieselbe Ursache. Auch Medikamente, Duftstoffe oder Inhaltsstoffe in Kosmetika können in Kombination mit UV-Strahlung Beschwerden auslösen. Deshalb sollten neue, starke oder wiederkehrende Hautreaktionen auf Sonnenlicht dermatologisch abgeklärt werden. Zudem gibt es einige, allerdings seltene innere Erkrankungen, die auch zu einer vermehrten Sonnenlichtempfindlichkeit führen.
Kühlende Umschläge können die Haut beruhigen. Bei stärkerem Juckreiz können entzündungshemmende Cremes oder Antihistaminika in Tablettenform helfen. Weitere Sonnenexposition sollte vorerst vermieden werden.
Viele Betroffene haben die Beschwerden über mehrere Jahre hinweg immer wieder, vor allem im Frühling oder in den Ferien. Im Verlauf des Sommers bessern sich die Symptome oft, da sich die Haut allmählich an die Sonne gewöhnt. Die Beschwerden sind in der Regel nicht gefährlich, können aber sehr unangenehm sein.
Wenn die Beschwerden stark sind, immer wieder auftreten oder unklar ist, was genau dahintersteckt, sollte eine Dermatologin oder ein Dermatologe beigezogen werden. So lässt sich klären, ob eine polymorphe Lichtdermatose vorliegt oder eine andere Ursache dahintersteckt. Je nach Situation werden entzündungshemmende Cremes oder Antihistaminikatabletten verschrieben. In ausgeprägten Fällen kann auch eine schrittweise Gewöhnung der Haut an UV-Licht unter ärztlicher Kontrolle sinnvoll sein (sogenanntes Licht-Hardening).
Redaktion: aha! Allergiezentrum Schweiz, in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat.
Letzte inhaltliche Überarbeitung der Webseite: 12.06.2026