Sonnenallergie
Juckreiz und Hautausschlag nach einem Aufenthalt an der Sonne? Erfahren Sie, was hinter der sogenannten Sonnenallergie steckt und wie Sie Ihre Haut wirksam schützen.
Inhaltsübersicht:
Juckreiz und Hautausschlag nach einem Aufenthalt an der Sonne? Erfahren Sie, was hinter der sogenannten Sonnenallergie steckt und wie Sie Ihre Haut wirksam schützen.
«Sonnenallergie»: Was steckt wirklich dahinter?
Juckreiz, rote Flecken oder kleine Bläschen nach den ersten sonnigen Tagen: Viele Menschen sprechen dann von einer Sonnenallergie. Medizinisch ist der Begriff jedoch nicht korrekt; er wird als Sammelbegriff für verschiedene lichtbedingte Hautreaktionen verwendet, die unterschiedliche Ursachen haben können.
Am häufigsten steckt die Polymorphe Lichtdermatose dahinter. Daneben können Hautreaktionen durch Medikamente, Kosmetika oder Sonnenschutzprodukte in Kombination mit UV-Strahlung ausgelöst werden.
Prof. Dr. med. Peter Schmid-Grendelmeier, Facharzt FMH für Dermatologie u. Venerologie sowie für Allergologie u. klinische Immunologie erklärt, wie die Haut reagiert, wer besonders betroffen ist und wie man sich schützen kann.
Die häufigsten Formen der «Sonnenallergie»
Diese Formen unterscheiden sich in ihrer Ursache, werden im Alltag aber oft gemeinsam als «Sonnenallergie» bezeichnet.
Häufigste Form: juckender Ausschlag mit Flecken, Knötchen oder Bläschen, die Stunden bis Tage nach Sonnenexposition auftreten kann.
Akneähnliche Hautreaktion mit kleinen, meist juckenden Knötchen nach UV-Exposition. Fetthaltige Sonnenschutz- oder Pflegeprodukte können die Beschwerden begünstigen.
Direkte Hautschädigung durch UV-Strahlung in Kombination mit bestimmten Stoffen, zum Beispiel Medikamenten, Pflanzenstoffen oder Duftstoffen.
Seltene allergische Hautreaktion auf Substanzen, die durch UV-Strahlung verändert werden, zum Beispiel Inhaltsstoffe von Sonnenschutzmitteln, Kosmetika oder Medikamenten.
Wenn die Haut auf Sonne reagiert
Der Begriff Sonnenallergie wird oft als Sammelbegriff für verschiedene Hautreaktionen auf Sonnenlicht verwendet. Dazu gehören zum Beispiel die polymorphe Lichtdermatose, die Mallorca-Akne oder Reaktionen auf Medikamente oder Kosmetika in Kombination mit UV-Licht. Echte photoallergische Reaktionen sind selten.
Typisch sind juckende, gerötete Hautstellen. Teilweise bilden sich auch kleine Bläschen, Knötchen oder ein fleckiger Ausschlag. Manche Betroffene spüren zusätzlich ein Brennen. Die Beschwerden treten oft einige Stunden bis wenige Tage nach dem Aufenthalt in der Sonne auf. Häufig betroffen sind Hautstellen, die plötzlich viel Sonne abbekommen, zum Beispiel Dekolleté, Schultern, Arme oder Beine.
Ein Sonnenbrand verursacht vor allem Schmerzen und tritt wenige Stunden nach zu viel Sonne auf. Die Haut ist gerötet und überwärmt. Bei einer Sonnenallergie steht dagegen meist der Juckreiz im Vordergrund. Zudem treten die Hautveränderungen oft zeitverzögert auf und zeigen sich als Flecken, Knötchen oder Bläschen.
Verantwortlich sind vor allem UV-Strahlen, die Veränderungen in der Haut auslösen können. Bei empfindlichen Personen können dadurch Immunreaktionen entstehen, die sich als Juckreiz, Rötung oder Ausschlag zeigen.
Besonders häufig betroffen sind Menschen mit heller Haut. Die polymorphe Lichtdermatose tritt zudem häufiger bei Frauen als bei Männern auf. Auch Kinder können betroffen sein. Manche Menschen reagieren nur gelegentlich, andere fast jeden Frühling oder zu Beginn der Ferienzeit. Wer die Beschwerden einmal hatte, erlebt sie oft wieder. Auch das typische Erscheinungsbild kann von Person zu Person unterschiedlich sein.
Nach den Wintermonaten ist die Haut kaum an Sonne gewöhnt. Wenn sie dann plötzlich intensiver UV-Strahlung ausgesetzt ist, reagiert sie empfindlicher. Viele Betroffene stellen fest, dass sich die Haut im Verlauf des Sommers an die Sonne gewöhnt und die Beschwerden dann weniger stark auftreten.
Ja. Nicht jede als «Sonnenallergie» bezeichnete Hautreaktion hat dieselbe Ursache. Auch Medikamente, Duftstoffe oder Inhaltsstoffe in Kosmetika können in Kombination mit UV-Strahlung Beschwerden auslösen. Deshalb sollten neue, starke oder wiederkehrende Hautreaktionen dermatologisch abgeklärt werden.
Haut langsam an die Sonne gewöhnen, schützende Kleidung tragen, Schatten aufsuchen und Sonnenschutzmittel mit hohem UVA- und UVB-Schutz verwenden. Wer empfindliche Haut hat, sollte gut verträgliche, reizstoffarme Produkte ohne Duft- und Farbstoffe nutzen, zum Beispiel mit dem Allergie-Gütesiegel von Service Allergie Suisse.
Kühlende Umschläge können die Haut beruhigen. Bei stärkerem Juckreiz können entzündungshemmende Cremes oder Antihistaminika helfen. Weitere Sonnenexposition sollte vorerst vermieden werden.
Viele Betroffene haben die Beschwerden über mehrere Jahre hinweg immer wieder, vor allem im Frühling oder in den Ferien. Im Verlauf des Sommers bessern sich die Symptome oft, da sich die Haut allmählich an die Sonne gewöhnt. Die Beschwerden sind in der Regel nicht gefährlich, können aber sehr unangenehm sein.
Wenn die Beschwerden stark sind, immer wieder auftreten oder unklar ist, was genau dahintersteckt, sollte eine Dermatologin oder ein Dermatologe beigezogen werden. So lässt sich klären, ob eine polymorphe Lichtdermatose vorliegt oder eine andere Ursache dahintersteckt. Je nach Situation werden entzündungshemmende Cremes oder Antihistaminika verschrieben. In ausgeprägten Fällen kann auch eine schrittweise Gewöhnung der Haut an UV-Licht unter ärztlicher Kontrolle sinnvoll sein.
Gut zu wissen: So schützen Sie Ihre Haut
- Haut langsam an die Sonne gewöhnen (insbesondere im Frühling oder vor Ferien)
- Intensive Mittagssonne meiden (ca. 11–15 Uhr)
- Schützende Kleidung, Hut und Sonnenbrille tragen
- Sonnenschutzmittel mit hohem UVA- und UVB-Schutz verwenden (LSF 30 oder höher)
- Bei empfindlicher Haut gut verträgliche Produkte ohne Duft- und Farbstoffe verwenden, zum Beispiel mit dem Allergie-Gütesiegel von Service Allergie Suisse
-
Neue, starke oder wiederkehrende Hautreaktionen dermatologisch abklären lassen
Redaktion: aha! Allergiezentrum Schweiz, in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat.
Quellen: www.usz.ch / www.allergieinformationsdienst.de
Letzte inhaltliche Überarbeitung der Webseite: 10.06.2026