aha!infoline weiss Rat

Was muss ich bei einer Hausstaubmilbenallergie beachten? Ich vertrage einige Lebensmittel schlecht, was ist zu tun? Wie pflege ich meine sensible Haut?

Büroszene: Eine aufgestellte Dame mit Kopfhörern gibt Auskunft.

Fragen wie diese werden unseren Beraterinnen an der aha!infoline immer wieder gestellt. Auf dieser Seite finden Sie eine kleine Auswahl an Beispielen. Auch Ihre Frage wird beantwortet – unter 031 359 90 50.

Die nachstehende Liste wird fortlaufend ergänzt. Beachten Sie bitte: Die Antworten ersetzen nicht das Aufsuchen einer ärztlichen Fachperson. An der aha!infoline werden keine Diagnosen gestellt oder Therapien eingeleitet.

Oktober 2021

Allergisch auf Chlor?

Frage:
Liebe aha!infoline, nach jedem Aufenthalt im Hallenbad ärgert mich ein mühsam juckender Hautausschlag und meine Augen brennen unerträglich. Kann es sein, dass ich auf Chlor allergisch bin? Vielen Dank für Ihre Antwort, Frau T.

Antwort:
Liebe Frau T. – Allergien auf Chlor sind sehr selten. In den meisten Fällen beruhen die Beschwerden nach dem Hallenbadbesuch auf der Reizung der Haut und Schleimhäute durch Chlor. Dafür typisch sind die von Ihnen beschriebenen Symptome wie juckende, gerötete Haut mit Pusteln oder brennende Augen.

Ein paar Massnahmen können dazu beitragen, dass Sie nach der nächsten Schwimmeinheit weniger Beschwerden haben:

  • Duschen Sie sich bereits vor dem Schwimmen gut ab. Aus zwei Gründen: Erstens lassen sich dadurch viele Stoffe wie etwa Hautzellen oder Schweiss beseitigen, mit denen Chlor reagieren könnte. Zweitens gelangen dadurch auch weniger solche Partikel ins Wasser; es entsteht weniger reizendes Chloramin.
  • Ziehen Sie eine Schwimmbrille an.
  • Duschen Sie sich gleich im Anschluss ans Schwimmen gut ab, damit das Chlorwasser abgespült wird.
  • Benutzen Sie beim Duschen ein mildes, pH-neutrales Duschgel.
  • Cremen Sie Ihre Haut mit einer rückfettenden Creme gut ein.

Sollten Sie unsicher sein, ob Sie nicht doch an einer Chlorallergie leiden, empfehlen wir Ihnen sich allergologisch abklären zu lassen.

Noemi Beuret, Expertin aha! Allergiezentrum Schweiz

September 2021

Hühnerei-Allergie: Ist Ei im Kuchen verträglich?

Frage:
Liebe aha!infoline, mein dreijähriger Sohn leidet an einer Hühnerei-Allergie. Muss er auf Ei in allen Formen verzichten – also auch gekocht und verbacken? Liebe Grüsse, Herr G.

Antwort:
Lieber Herr G. – Ob verbackene oder gekochte Eier verträglich sind, kommt darauf an, auf welches Allergen Ihr Kind reagiert. Bisher wurden im Hühnerei – das heisst vor allem im Eiweiss – vier Allergene identifiziert. Drei davon sind hitzelabil. Das heisst: Ihre Struktur zerfällt bei hohen Temperaturen und Allergiebetroffene vertragen Gerichte damit. Das Hühnerei-Allergen muss jedoch für längere Zeit einer bestimmten Hitze ausgesetzt sein, also «verbacken» werden. Konkret bedeutet dies, dass Kuchen mit Eiern eine Stunde bei 180°C im Ofen sein müssen. Muffins mindestens 25–30 Minuten bei 180° C. Rührei oder Cremen bleiben leider weiterhin tabu, weil diese nicht richtig durchgebacken werden können.

Aber wie finden Sie nun heraus, auf was Ihr Kind genau reagiert? Mit einem Bluttest kann der Arzt oder die Kinderärztin zunächst ermitteln, auf welche Allergene das Immunsystem Ihres Kindes bereits Antikörper gebildet hat. Diese sogenannte Sensibilisierung weist jedoch noch nicht darauf hin, ob auch wirklich eine Allergie besteht. Anhand eines oralen Provokationstests, der stationär unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt wird, kann dann eruiert werden, auf welches Allergen Ihr Kind tatsächlich reagiert und ab welcher Menge. Die gute Nachricht zum Schluss: 60 bis 80 Prozent aller Kleinkinder mit Hühnerei-Allergie entwickeln bis zum Schulkindalter eine Toleranz.

Alles Gute! Laure Tercier, Expertin aha! Allergiezentrum Schweiz

PS: Im Beitrag «Backen ohne Ei» finden Sie übrigens viele Tipps, wie sich Eier beim Backen ersetzen lassen.

Juli 2021

Wespenstich in der Schwangerschaft

Frage:
Liebe aha!infoline, zurzeit fliegen die Wespen wieder fleissig umher. Ich fürchte mich eigentlich nicht vor ihnen, habe bei einem Stich auch noch nie allergisch reagiert. Nun bin ich aber im siebten Monat schwanger und frage mich, ob ein Wespenstich in der Schwangerschaft gefährlich für das Baby sein könnte? Liebe Grüsse, Frau P.

Antwort:
Liebe Frau P. – Wir können Sie beruhigen: Ein Wespenstich ist für eine schwangere Frau, die bisher nicht allergisch auf Insektengift reagiert hat, nicht gefährlicher als sonst. Für das Ungeborene hat dies keine Auswirkungen – auch nicht bei einem Stich in den Bauch. Unabhängig von einer Allergie gilt jedoch: Werden Sie im Hals- oder Mundbereich gestochen, sollten Sie die betroffene Stelle sofort kühlen, in dem Sie etwa Eiswürfel lutschen und umgehend die Sanität rufen (Telefonnummer 144). Das Kühlen verzögert ein allfälliges Zuschwellen der Atemwege.

Ein Wermutstropfen bleibt: Eine Bienen- oder Wespengiftallergie kann sich jederzeit entwickeln. Darum ist richtiges Handeln gefragt, wenn Sie innerhalb von Minuten bis zu einer Stunde nach einem Stich Anzeichen einer Allergie zeigen: etwa Hautreaktionen über den ganzen Körper, Gesichtsschwellungen, Erbrechen, Bauchschmerzen, Atemnot oder Blutdruckabfall bis hin zu Bewusstlosigkeit, Atemstillstand oder Herz-Kreislauf-Kollaps. Eine solche schwere allergische Reaktion kann lebensgefährlich sein. Man muss unverzüglich den Notarzt rufen.

Liebe Grüsse und weiterhin eine gute Schwangerschaft, Nadia Ramseier, Expertin aha! Allergiezentrum Schweiz

Juni 2021

Stärkere Symptome vor Gewitter?

Frage:
Liebe aha!infoline, als langjähriger Pollenallergiker war ich bisher der Meinung, dass Regen die Luft von Pollen reinigt und so Erleichterung bringt. Ein Freund von mir meinte nun, dass dies bei einem Gewitter jedoch nicht der Fall ist. Wer hat denn nun recht und warum? Liebe Grüsse, Herr Z.

Antwort:
Lieber Herr Z. – Sowohl Sie als auch Ihr Freund haben recht. Es ist tatsächlich so, dass Regen die Pollen aus der Luft wäscht, wenn dieser mindestens eine halbe Stunde andauert. Anders sieht aber die Situation vor oder zu Beginn eines Gewitters aus: Abwinde und Regen bringen die Gräserpollen aus den höheren Luftschichten in Bodennähe und somit steigt die Pollenkonzentration da rapide an. Die hohe Luftfeuchtigkeit lässt die Pollen aufquellen bis sie schliesslich bersten. Dadurch werden viele kleinste, allergene Partikel freigesetzt, die noch tiefer in die Atemwege eindringen können als ganze Pollenkörner. Eine Gewitterfront kann folglich bei Menschen mit einer Pollenallergie und allergischem Asthma Juck- und Niesreiz verstärken sowie Husten oder starke Atembeschwerden auslösen. Als Pollenallergiker sollten Sie also bei einem nahenden Gewitter besser im Haus bleiben und die Fenster schliessen. Oder unterwegs auf jeden Fall mit Antihistaminika gewappnet sein.

Liebe Grüsse und alles Gute, Ihre aha!infoline, Anette Guillebeau, Expertin aha! Allergiezentrum Schweiz 

Mai 2021

Neurodermitis im Intimbereich

Frage:
Liebe aha!infoline, ich leide schon länger an einem atopischen Ekzem, das nun auch meinen Intimbereich betrifft. Dies belastet mich sehr. Haben Sie mir Tipps, was helfen könnte? Liebe Grüsse, Frau A.

Antwort:
Liebe Frau A. – Ein atopisches Ekzem (Neurodermitis) kann in der Tat alle Bereiche unserer Haut betreffen. Für die Behandlung im Intimbereich gibt es einige Empfehlungen, die auch generell bei einem atopischen Ekzem hilfreich sind.

Versuchen Sie mechanische Belastungen des Intimbereichs zu vermeiden wie etwa durch Radfahren oder zu enge Unterwäsche aus nicht-atmungsaktiven Materialien. Tragen Sie direkt auf der Haut nur weiche Stoffe wie glatte Seide, Viskose, Lyocell oder gekämmte Baumwolle. Es hilft auch die Innenseite der Unterwäsche nach aussen zu drehen, da die Nähte reizen können. Beim Kleiderwaschen sollten Sie auf Weichspüler verzichten und stattdessen eine kleine Menge Essig verwenden.

Für die tägliche Basispflege der Haut nutzen Sie idealerweise Produkte ohne Farb-, Konservierungs- und Duftstoffe sowie leicht rückfettende Produkte mit hautfreundlichem pH-Wert von 5,5. Verzichten Sie auf Feuchttücher oder Desinfektionscremes. Cremen Sie auch die Haut im Intimbereich ein – mit fett- und feuchtigkeitshaltigen Pflegeprodukten. Möglicherweise empfinden Sie nicht dasselbe Produkt als angenehm wie am übrigen Körper. Ureahaltige Cremes etwa sollten Sie eher meiden, weil sie brennen können. Leichte bis mittelschwere Entzündungen werden in Absprache mit der Ärztin, dem Arzt in der Regel mit kortisonhaltigen Produkten behandelt, die entzündungshemmend wirken und insbesondere bei leichten bis mittelschweren Entzündungen angewendet werden. Immunmodulatoren wirken ebenfalls antientzündlich und sind für den Genitalbereich ebenfalls gut geeignet. Auch diese Medikamente werden vom Arzt oder der Ärztin verschrieben. Falls Sie noch nicht in ärztlicher Behandlung sind, empfehlen wir Ihnen, sich mit einer Fachperson im Bereich Dermatologie abzusprechen.

Liebe Grüsse und gute Besserung, Ihre aha!infoline, Sonja Hartmann, Expertin aha! Allergiezentrum Schweiz

März 2021

Allergisch auf Putzmittel?

Frage:
Liebe aha!infoline, vor zwei Tagen habe ich meine Wohnung gründlich gereinigt – Möbel, Böden, Einbauschränke und Fenster. Seit diesem Frühlingsputz jucken meine Augen und ich habe Kopfschmerzen. Könnte hier ein Zusammenhang bestehen? Liebe Grüsse, Herr J.

Antwort:
Lieber Herr J. – Reinigungsmittel können in der Tat Inhaltsstoffe enthalten, die Reizungen oder allergischen Reaktionen auslösen. So vertragen manche Personen keine Duft- oder Farbstoffe und reagieren – wie von Ihnen beschrieben – mit tränenden, juckenden Augen. Auch Asthmasymptome sind möglich sowie verzögerte Reaktionen auf der Haut wie etwa Rötungen, Ekzeme oder Juckreiz. Zudem können unspezifische Beschwerden wie Migräne oder Unwohlsein auftreten. Wir raten Ihnen deshalb, Produkte zu verwenden, die frei von Duft- und Farbstoffen sind. Ausserdem sollten Reinigungsmittel eher knapp dosiert werden. Fürs Abstauben reicht oft ein feuchtes Mikrofasertuch, ganz ohne Putzmittel. Flüssigprodukte sind Sprays vorzuziehen, da sie die Atemwege weniger belasten. Falls es doch ein Spray ist: Besser Pumpsprays verwenden statt Sprays mit Treibstoffmitteln. Der Grund: Pumpsprays bilden grössere Tröpfchen, die weniger tief in die Atemwege eindringen. Produkte, die sich für Menschen mit Allergien und Intoleranzen besonders eignen, sind mit dem Allergie-Gütesiegel gekennzeichnet; die zertifizierten Wasch- und Reinigungsmittel finden Sie hier.

Sollten die Symptome länger bestehen bleiben oder schlimmer werden, empfehlen wir Ihnen eine ärztliche Abklärung. Es ist hilfreich und wichtig, den Auslöser zu bestimmen, damit Sie diesen in Zukunft meiden können.

Liebe Grüsse, Ihre aha!infoline, Sonja Hartmann, Expertin aha! Allergiezentrum Schweiz

Januar 2021

Ist glutenfrei gesünder?

Frage:
Liebe aha!infoline, auf sozialen Medien lese ich immer wieder von Personen, die sich glutenfrei ernähren und sich so besser fühlen. Ist eine Ernährung ohne Gluten tatsächlich gesünder? Liebe Grüsse, Frau S.

Antwort:
Liebe Frau S. – Dass sich immer mehr Personen ohne diagnostizierte Unverträglichkeit glutenfrei ernähren, wird auch von uns Fachpersonen festgestellt. Dabei werden hauptsächlich zwei Vorteile der glutenfreien Ernährung genannt: die Reduktion des Körpergewichts und die Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Diese Effekte sind wissenschaftlich aber nicht schlüssig nachgewiesen, Studien dazu liefern widersprüchliche Aussagen. Zudem wird durch den Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel die Auswahl stark eingeschränkt. Wer sich ohne Gluten ernährt, muss umso bewusster auf seine Ernährung achten, um den Körper mit genügend Nährstoffen zu versorgen und gesundheitliche Risiken wie Mangelerscheinungen zu vermeiden. Denn Weizenprodukte können eine wichtige Quelle für Nahrungsfasern, Vitamine und Mineralstoffe sein. Fehlen Nahrungsfasern, kann das zu Verstopfungen und anderen Verdauungsproblemen führen; es birgt auch ein erhöhtes Risiko für Übergewicht und andere chronische Erkrankungen. Zudem enthalten glutenfreie Spezialprodukte aufgrund ihres Produktionsprozesses oft mehr Fett und weniger Nahrungsfasern als die entsprechenden glutenhaltigen Produkte.

Eine glutenfreie Ernährung ist daher nur nötig, wenn eine Unverträglichkeit gegenüber Gluten ärztlich diagnostiziert wurde. Glutenfreie Alternativen wie Buchweizen oder Quinoa sind aber auch ohne diagnostizierte Unverträglichkeiten eine wertvolle Bereicherung des Speiseplanes.

Liebe Grüsse, Ihre aha!infoline

Oktober 2020

Heuschnupfen im Herbst?

Frage:
Liebe aha!infoline, seit einer Woche jucken und tränen meine Augen, sobald ich draussen bin. Wie bei Heuschnupfen. Dabei dachte ich, die Pollensaison ist vorüber. Haben Sie eine Idee, was mich plagt? Liebe Grüsse, Frau A.

Antwort:
Liebe Frau A. – Da praktisch keine Pollen in der Luft sind, ist es möglich, dass es sich bei Ihren Beschwerden um eine Schimmelpilzallergie handelt. Gerade an feuchtwarmen Herbsttagen ist die Konzentration der Pilzsporen draussen so hoch, dass sie allergische Symptome auslösen können. Aufpassen heisst es also etwa beim Waldspaziergang, beim Laubrechen oder bei Gartenarbeiten.

Die Symptome sind sehr ähnlich wie bei einer Pollenallergie: Niesreiz, Fliessschnupfen, tränende Augen, Husten oder auch Asthma. Am besten lassen Sie sich allergologisch abklären, um eine sichere Diagnose zu erhalten. Als Therapie geht es in erster Linie darum, das Allergen möglichst zu meiden. Die Symptome lassen sich mit Antihistaminika behandeln, allenfalls in Kombination mit Kortison. Eine starke Schimmelpilzallergie kann aber auch ursächlich angegangen werden – mit einer allergenspezifischen Immuntherapie, einer so genannten Desensibilisierung.

Beste Grüsse, Ihre aha!infoline

September 2020

Allergisch auf Wespen?

Frage:
Liebe aha!infoline, letzte Woche hat mich eine Wespe in den Arm gestochen. Daraufhin ist er grossflächig und sehr schmerzhaft angeschwollen. Handelt es sich dabei um eine allergische Reaktion? Liebe Grüsse, Herr Z.

Antwort:
Lieber Herr Z. – Wir können Sie etwas beruhigen: Sie hatten vermutlich eine schwere Lokalreaktion, die keine Allergie und normalerweise auch nicht gefährlich ist.

Grundsätzlich gilt eine Schwellung bis zu 10 Zentimeter Grösse um die Einstichstelle als normal. Diese kann rot sein und jucken. Die Symptome verschwinden innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen wieder. Ist die Schwellung – wie bei Ihnen – grösser und dauert länger als 24 Stunden, spricht man von einer schweren Lokalreaktion. In beiden Fällen hilft es, die Hautstelle zu kühlen. Antihistaminika können zusätzlich den Juckreiz lindern.

Anders sind die Symptome bei einer Insektengiftallergie, die innerhalb von Minuten bis zu einer Stunde nach dem Stich auftreten: Juckreiz am ganzen Körper, Nesselfieber, Schwindel, Erbrechen bis hin zu Atemnot und Herzrasen. Mit Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit, Atemstillstand oder sogar Herz-Kreislauf-Kollaps kann diese starke allergische Reaktion – ein anaphylaktischer Schock – lebensgefährlich sein. Menschen mit einer Insektengiftallergie sollten immer ein Notfallset mit Antihistaminika, Kortison und eventuell auch einer Adrenalin-Fertigspritze auf sich tragen, das der Arzt, die Ärztin verschrieben hat. Nach einem Stich sofort anwenden und die Sanität rufen (144). Ist kein Notfallset vorhanden: Ruhe bewahren und sofort die Sanität anrufen.

Beste Grüsse, Ihre aha!infoline

August 2020

Allergie beim Hund?

Frage:
Liebe aha!infoline, seit einer Woche kratzt und beisst sich mein Hund ständig am Unterbauch, so dass die Haut dort entzündet ist und schuppt. Flöhe hat er keine. Könnte es sich dabei um eine Allergie handeln? Liebe Grüsse, Herr I.

Antwort:
Lieber Herr I. – Nicht nur wir Menschen kämpfen mit Pollen und anderen Allergenen: Jeder fünfte Hund leidet an einer Allergie oder Intoleranz. Es ist also sehr gut möglich, dass auch Ihr Hund betroffen ist. Die häufigsten Allergieauslöser bei Hunden sind Pollen, Schimmelpilze oder Hausstaubmilben. Die Erkrankung äussert sich meistens – wie von Ihnen beschrieben – als atopisches Ekzem mit Rötungen, Juckreiz und entzündeter Haut. Wir empfehlen Ihnen, einen Termin bei Ihrem Tierarzt, Ihrer Tierärztin zu vereinbaren, damit eine Diagnose gestellt werden kann. Die Therapie ist ähnlich wie beim Menschen: die allergieauslösenden Substanzen möglichst meiden. Auch Medikamente kommen zum Einsatz und in manchen Fällen hilft eine Desensibilisierung.

Beste Grüsse, Ihre aha!infoline

Juni 2020

Auf Früchte allergisch?

Frage:
Liebe aha!infoline, ich liebe den Sommer und seine Früchte. Doch scheine ich nicht immer gut auf Erdbeeren und Co. zu reagieren: Nach meinem morgendlichen Smoothie bekomme ich Bauschmerzen. Vertrage ich sie nicht? Liebe Grüsse, Frau M.

Antwort:
Liebe Frau M. – Es kann leider gut sein, dass Sie – so wie fast 15 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer – an einer Fruchtzucker-Unverträglichkeit (Fruktosemalabsorption) leiden. Dies ist keine Allergie, sondern eine Störung im Verdauungstrakt: Ihr Dünndarm kann den Fruchtzucker nicht ausreichend aufnehmen, ein Teil wird im Dickdarm abgebaut – mit möglichen Beschwerden: Bauchschmerzen, Krämpfe, Blähungen, Durchfall, Druckgefühl im Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen und Aufstossen. Diagnostiziert wird die Fruktosemalabsorption durch einen H2-Atemtest beim Arzt oder der Ärztin; anschliessend wird mit einer Ernährungsberaterin, einem Ernährungsberater die individuelle Verträglichkeit eruiert. Die gute Nachricht: Meistens vertragen Betroffene eine gewisse Menge an Früchten – zum Beispiel über den Tag verteilt. Oder wenn Obst in Kombination mit anderen Lebensmitteln wie etwa Müesli oder Joghurt gegessen wird. Sie dürfen sich also wahrscheinlich weiter auf Erdbeeren und Co. freuen! Beachten Sie jedoch, dass Bauchschmerzen auch andere Ursachen haben können. Wir empfehlen Ihnen deshalb, sich allenfalls auch mit Ihrem Hausarzt oder einer Ernährungsberaterin abzusprechen.

Beste Grüsse, Ihre aha!infoline

Mai 2020

Neurodermitis – was anziehen?

Frage:
Liebe aha!infoline, meine zweijährige Tochter leidet an einem atopischen Ekzem. Dies diagnostizierte die Kinderärztin vor einer Woche. Sie hat Ekzeme an den Armen und Beinen. Nun bin ich unsicher, auf was ich bei der Wahl der Kleidung achten sollte. Könnten Sie mir ein paar Tipps geben? Liebe Grüsse, Frau I.

Antwort:
Liebe Frau I. – Es ist in der Tat wichtig, dass die Kleidung auf die besonders empfindliche Haut Ihrer Tochter abgestimmt wird. Wir raten in unseren Neurodermitis-Schulungen jeweils zu Folgendem:

  • Direkt auf der Haut nur weiche Stoffmaterialien tragen: glatte Seide, Viscose, Lyocell, gekämmte Baumwolle, sehr feine oder ultrafeine Merinowolle (Faserdicke <20 μm)
  • Wolle und Stoffe vermeiden, die nicht atmungsaktiv sind
  • Kleider mit antimikrobieller Beschichtung oder Baumwollwäsche mit Silberfäden können den Zustand der Haut verbessern
  • Nicht zu warme, sondern leichte, luftdurchlässige Kleidung wählen
  • Kleideretiketten entfernen, da sie reizen können
  • Innenseite der Unterwäsche nach aussen tragen, da die Nähte reizen können
  • Keine Polyesterstrumpfhosen anziehen, besser sind lange Unterhosen
  • Helle Kleider tragen, dunkle Farbstoffe können reizen
  • Bettwäsche aus Leinen oder Baumwolle wählen; Frotteewäsche kann reiben und reizen
  • Als Schlafanzug kann ein Neurodermitis-Anzug dienen
  • Beim Kleiderwaschen darauf achten, dass das Waschmittel vollständig ausgewaschen ist
  • Statt Weichspüler eine kleine Menge Essig verwenden
  • Neue Waschmittel immer erst testen

Diese und noch weitere wichtige Informationen finden Sie übrigens in unserem «Ratgeber bei atopischer Dermatitis»; den Sie kostenlos herunterladen können unter aha!shop.

Beste Grüsse, Ihre aha!infoline

März 2020

Vierzehn allergene Pflanzen?

Frage:
Liebe aha!infoline, als Heuschnupfengeplagter beginne ich momentan jeden Tag mit einem Blick auf die App Pollen-News. Dabei ist mir etwas aufgefallen: Warum werden eigentlich nur die Pollenbelastungen von vierzehn Bäumen, Sträuchern und Gräsern angezeigt? Was ist mit anderen blühenden Pflanzen, sind die nicht schlimm? Ich bin gespannt auf Ihre Antwort. Herzlich, Herr Z., 51 Jahre

Antwort:
Lieber Herr Z. – In der App werden jene vierzehn Pollenarten angezeigt, welche in der Schweiz am häufigsten eine Pollenallergie auslösen. In Zahlen bedeutet dies: Für rund 95 Prozent der Pollenallergien sind in der Schweiz gerade einmal sechs Pflanzen verantwortlich – Gräser, Birken, Eschen, Haseln, Erlen und Beifuss. Die stark allergene Ambrosia wird ebenfalls zu den wichtigen 14 Pollenarten gezählt, obwohl die Pflanze in der Schweiz glücklicherweise nicht weit verbreitet ist; aber bei der Ambrosia reichen nur wenige Pollenkörner in der Luft, um Reaktionen auszulösen. Ebenfalls auf der Liste sind jene fünf Pollenarten, deren allergenes Potenzial als mässig gilt: Hagebuche, Platane, Buche, Eiche, Edelkastanie, Ampfer und Wegerich. Was nicht heisst, dass andere Pollenarten keine Allergien auslösen können – das passiert einfach selten.

Gut möglich, dass in den nächsten Jahren weitere Pollenarten mit Allergiepotenzial dazukommen. Etwa, wenn durch den Klimawandel neue allergene Pflanzen wie die Zypresse bei uns heimisch werden.

Beste Grüsse, Ihre aha!infoline

Januar 2020

Backen ohne Ei

Frage:
Liebe aha!infoline, mein zweijähriger Sohn leidet an einer Allergie auf Hühnerei. Das stellt mich als grosse Backliebhaberin vor ein paar Herausforderungen. Gibt es vielleicht ein paar Tipps, wie ich Eier in Kuchen, Muffins oder anderem süssen Gebäck ersetzen kann? Vielen Dank für Ihre Antwort. Liebe Grüsse, Frau J., 34 Jahre

Antwort:
Liebe Frau J. – Da das Ei beim Backen meistens nicht für den Hauptgeschmack gebraucht, sondern als Binde- oder Backtriebmittel genutzt wird, stehen Ihnen einige Möglichkeiten offen. Es gibt etwa spezielle Ei-Ersatz-Pulver. Ihre Inhaltsstoffe sind meist Stärke, Mehl sowie ein Backtriebmittel. Ein Ei lässt sich aber – je nach Rezept – auch durch andere pflanzliche Alternativen ersetzen. Für süsse Omeletten, Muffins oder Cookies eignet sich zum Beispiel eine halbe reife Banane. Wenn diese sehr reif ist, kann sie einen leichten Eigengeschmack hinterlassen. Bei Rezepten mit Schokolade oder Nüssen lässt sich 1 Ei durch 1 Esslöffel (EL) gemahlene Leinsamen ersetzen, die vorher in 3 EL Wasser quellen. Für Kuchen, Muffins oder andere süsse Backwaren nimmt man 3 EL Apfelmus. Mehr als vier Eier aufs Mal sollte man aber wegen des Geschmacks der Alternativen nicht ersetzen. Bei schweren und weichen Backwaren wie Brownies oder auch bei Cremes kann ein Ei durch 50 – 60 g pürierten Seidentofu ausgetauscht werden. Für Rührteige eignet sich übrigens ein gestrichener EL Sojamehl oder Kichererbsenmehl. Zu guter Letzt: Eine pflanzliche Alternative zu Eischnee ist Aquafaba – das dickflüssige Kochwasser von Kichererbsen und Bohnen.

Viel Spass beim Ausprobieren! Ihre aha!infoline

Dezember 2019

Allergisch auf Weihnachtsguetzli?

Frage:
Liebe aha!infoline, nachdem ich gestern ins Anischräbeli gebissen habe, fühlte sich plötzlich meine Zunge so pelzig an und im Rachen kribbelte es. Bin ich jetzt etwa auch noch allergisch auf Weihnachtsguetzli oder den Anis darin? Ich leide bisher «nur» an einer Pollenallergie. Liebe Grüsse, Herr P., 57 Jahre

Antwort:
Lieber Herr P. – Da Sie auf Pollen allergisch reagieren, handelt es sich in Ihrem Fall vermutlich um eine Kreuzreaktion auf Gewürze wie zum Beispiel Anis. Das heisst: Da die Strukturen von Pollenallergenen und bestimmten Nahrungsmittelallergenen ähnlich sind, werden diese vom Immunsystem nicht unterschieden und dieses reagiert folglich auf beide Allergieauslöser. Gewürze, die in vielen Weihnachtsleckereien wie etwa Lebkuchen oder Glühwein enthalten sind, können bei Pollenallergikerinnen und -allergikern Beschwerden verursachen. In der Regel beschränken sich diese auf den Bereich des Mundes wie ein Kribbeln im Mund, leichte Schwellungen oder eben eine pelzige Zunge. Deswegen empfehlen wir Ihnen, beim Verzehr von Anischräbeli vorsichtig zu sein und bei Reaktionen am besten ganz darauf zu verzichten. Am besten wählen Sie Alternativen ohne Gewürze wie etwa Spitzbuben, Mailänderli oder Sablés.

Vorweihnachtliche Grüsse, Ihre aha!infoline

Oktober 2019

Fondue trotz Laktoseintoleranz?

Frage:
Liebe aha!infoline, ich vertrage keine Laktose. Nächstes Wochenende bin ich an ein Fondue-Essen eingeladen. Ich habe schon lange keines mehr gegessen und würde es gerne wieder einmal versuchen. Oder sollte ich besser absagen? Liebe Grüsse, Frau K., 26 Jahre

Antwort:
Lieber Frau K. – Sie können die Einladung zum Fondue-Essen annehmen. Ins Caquelon kommen meistens nur gereifte Käsesorten (etwa Gruyère, Vacherin, Emmentaler), die fast keine oder nur noch wenig Laktose enthalten.

Während des Reifeprozesses wird im Käse die Laktose durch die Milchsäurebakterien abgebaut. Aus diesem Grund sind Halbhart- und Hartkäsesorten mit mehreren Monaten Reifezeit so gut wie frei von Milchzucker. Beim Fondue wird eine grosse Portion an Käse und Brot gegessen, was grundsätzlich in der Kombination nicht ganz einfach verdaulich ist. Das liegt aber am Fettgehalt und nicht am Milchzucker.

Tipp: Bei Einladungen können Enzymtabletten, welche Laktase enthalten, zum Essen eingenommen werden. So können Sie das Essen geniessen und bleiben beschwerdefrei.

E Guete & liebe Grüsse, Ihre aha!infoline

September 2019

Jetzt Heuschnupfen loswerden?

Frage:
Liebe aha!infoline, jetzt im Herbst habe ich endlich Ruhe vor meinem Heuschnupfen. Nun meinte aber eine Freundin, dass jetzt der ideale Zeitpunkt wäre, um mit einer Desensibilisierung zu starten. Stimmt das? Liebe Grüsse, Herr M., 43 Jahre.

Antwort:
Lieber Herr M. – Ihre Freundin hat Recht. Weil im Herbst keine Pollen mehr fliegen, ist dies der beste Zeitpunkt, um mit einer Desensibilisierung zu starten. Der Körper ist kaum mehr Pollen-Allergenen ausgesetzt und er kann langsam und sanft an diese gewöhnt werden. Viele Betroffene spüren meist im folgenden Frühjahr deutlich weniger Symptome. Der Ablauf einer Desensibilisierung oder auch Spezifischen Immuntherapie genannt, ist wie folgt: Mittels Haut- und Bluttests prüft der Allergologe, die Allergologin, welche Stoffe bei Ihnen eine allergische Reaktion auslösen.

Diesem individuellen Profil entsprechend wird die Therapielösung mit Allergenen zusammengestellt, die Ihnen unter ärztlicher Aufsicht in den Oberarm injiziert oder als Tabletten/Tropfen unter die Zunge gelegt wird. Dies wird zuerst in kürzeren, danach in längeren Zeitabständen wiederholt, die Dosis erhöht und so wird Ihr Immunsystem langsam an die Allergene gewöhnt. Die Therapie dauert drei bis fünf Jahre und es ist wichtig, dass sie lückenlos durchgeführt wird. Die Erfolgsquote, dass Sie keine allergischen Beschwerden mehr haben, liegt bei 65 Prozent.

Liebe Grüsse, Ihre aha!infoline

Juni 2019

Glace mit Gluten?

Frage:
Liebe aha!infoline, mein älterer Sohn verträgt kein Gluten. Da es nun vielerorts Glace im Offenverkauf gibt, möchte ich mich vergewissern, ob auch er ab und zu eine geniessen kann – solange natürlich kein Biscuit oder Brownie enthalten sind. Stimmt das so? Liebe Grüsse, Frau B., 28 Jahre.

Antwort:
Liebe Frau B. – Bei Glaces im Verkauf über die Theke ist ein möglicher Glutengehalt nicht auf den ersten Blick erkennbar. Es werden heute immer mehr Glaces aus Pulvermischungen hergestellt, die zum Teil Gluten enthalten. Das hat zur Folge, dass eine Glace vom Namen her zwar glutenfrei klingt (zum Beispiel Snickersglace® oder KinderSurprise®), jedoch in der Mischung Mehl enthält. Gemäss Lebensmittelgesetzgebung müssen Anbieter von offen verkauften Lebensmitteln Auskunft über Allergen- und Glutengehalt der Produkte geben können. Wir empfehlen darum Ihnen und Ihrem Sohn, dass Sie jeweils beim Verkäufer bezüglich der Zutatenliste nachfragen, auch bei Sorbets. Ein Glace-Genuss ist aber nur dann möglich, wenn aus jedem Glacebehälter mit einem eigenen und sauberen Löffel geschöpft wird.

Liebe Grüsse, Ihre aha!infoline

Mai 2019

Ans Steuer mit Antihistaminika?

Frage:
Liebe aha!infoline, aufgrund meiner Pollenallergie muss ich regelmässig Antihistaminika einnehmen. Ich habe gelesen, dass dadurch die Fahrtüchtigkeit eingeschränkt wird. Stimmt das wirklich, auf was muss ich achten? Liebe Grüsse, Frau S., 41 Jahre.

Antwort:
Liebe Frau S. – Allergien belasten fast zwei Millionen Menschen in der Schweiz und viele Betroffene nehmen wie Sie gegen tränende und verquollene Nasen- und Augenschleimhäute Antihistaminika ein. Diese unterbrechen die allergische Reaktion, können jedoch als Nebenwirkung tatsächlich müde machen. Das gilt aber hauptsächlich für ältere Medikamente, die die Blut-Hirn-Schranke passieren und bestimmte Rezeptoren im zentralen Nervensystem blockieren – was Müdigkeit und Schläfrigkeit hervorrufen kann. Darum ist Vorsicht geboten, wenn man sich dann ans Steuer setzt.

Neuere Medikamente basieren auf einem anderen Wirkungsmechanismus und sind weniger dämpfend. Sie verfügen auch über eine längere Wirkungsdauer, weshalb sie nur noch einmal im Tag verabreicht werden.

Wir raten Ihnen auf alle Fälle, das Gespräch mit Ihrer Allergologin, Ihrem Allergologen zu suchen, damit Ihnen das für Sie geeignete Medikament verschrieben wird.

Liebe Grüsse und eine sichere Fahrt! Ihre aha!infoline

April 2019

Brille oder Linsen bei Heuschnupfen?

Frage:
Liebe aha!infoline, ich bin allergisch auf Hasel- und Birkenpollen und weiss nicht recht, ob es grundsätzlich besser ist, in dieser Zeit die Brille zu tragen. Obwohl ja die Kontaktlinsen direkt auf dem Auge liegen und daher einen guten Schutz bieten sollten, sind meine Augen immer gerötet und jucken wahnsinnig. Ich bin etwas verzweifelt. Was soll ich tun? Liebe Grüsse, Frau P., 24 Jahre.

Antwort:
Liebe Frau P. – Pollenallergiker sollten besser eine Brille tragen. Jedenfalls an Tagen, an denen viele Pollen fliegen und ganz sicher, wenn die Augen schon gereizt sind und jucken. Wenn sich nämlich Allergene von Pollen an die Linsen haften und unter diese geraten, können sie die Bindehaut zusätzlich reizen. Wichtig ist, bei Kontaktlinsen eine Sonnenbrille zu tragen, die schon mal als Barriere gegen die Pollen dient. Antihistaminika gegen den Heuschnupfen können die Augen auch austrocknen; Linderung schaffen künstliche Tränen, spezielle Augentropfen, die die Augen befeuchten.

Sollten Sie dennoch Linsen bevorzugen, ist es wichtig, diese nach längerem Tragen sehr gründlich zu reinigen. Falls Sie Tageslinsen benutzen, die nach einmaligem Einsatz entsorgt werden, haben Sie den Vorteil, dass die Allergene, die allenfalls daran haften, ebenfalls gleich weg sind. Falls Sie sich für die Brille entscheiden, haben wir eine gute Nachricht zum Schluss: Brillengläser halten die Pollen von den Augen fern.

Liebe Grüsse, Ihre aha!infoline

Januar 2019

Luftbefeuchter anschaffen?

Frage:
Liebe aha!infoline, ich leide an Atemwegsallergien und im Winter, wenn es in den beheizten Räumen so trocken ist, habe ich grosse Probleme mit meinen Schleimhäuten. Ist es zu empfehlen, einen Luftbefeuchter anzuschaffen oder ist ein solcher wirklich nur ein Bakterienherd? Vielen Dank für Ihre Antwort, liebe Grüsse, Herr K., 52 Jahre.

Antwort:
Lieber Herr K. – trockene Schleimhäute sind unangenehm und können allergische Symptome tatsächlich verschlimmern. Dennoch sollten Luftbefeuchter nur eingesetzt werden, wenn die Luftfeuchtigkeit bei einer Temperatur von 20 bis 21 Grad während mehrerer Wochen weniger als 30 Prozent beträgt und Symptome wie Haut- oder Augenreizungen oder vermehrt Erkältungen auftreten.

Wenn Sie einen Luftbefeuchter nutzen möchten, ist es wichtig, die Luftfeuchtigkeit ständig zu kontrollieren und das Gerät gemäss Herstellerangaben zu warten. Die optimale Luftfeuchtigkeit liegt drinnen zwischen 30 und 50 Prozent. Liegt sie darüber, vermehren sich Hausstaubmilben verstärkt und es kommt eher zu einem Schimmelpilzbefall.

Dass die Luft als trocken empfunden wird, kann auch andere Gründe haben als eine geringe Luftfeuchtigkeit und es helfen oft schon einfache Tricks: Räume nicht zu stark heizen, Staub und Reizstoffe verringern, nicht übermässig Kerzen abbrennen, regelmässiges Durchlüften und Zimmerpflanzen aufstellen – sie verdunsten viel Wasser. Nicht geeignet für Allergiker sind aber unter anderem: Euphorbia, Gummibäume (Ficus), Kakteen, Weihnachtsstern, Yucca, Dieffenbachie.

Weitere Informationen zu Allergieauslöser und Reizstoffe in Innenräumen finden Sie in unserer Broschüre und unter folgendem Link zum Thema Luftbefeuchter auf der Seite des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).

Liebe Grüsse, Ihre aha!infoline

Oktober 2018

Erdnussallergiker: Vorsicht beim Küssen

Frage:
Liebe aha!infoline, ich leide an einer sehr starken Erdnussallergie. Kann küssen für mich gefährlich werden? Liebe Grüsse, Frau M., 24 Jahre.

Antwort:
Lieber Frau M. – tatsächlich könnte Ihnen ein Kuss gefährlich werden: Hat Ihr Partner Erdnüsse gegessen, ist kurz danach eine hohe Menge der Allergieauslöser (Allergene) im Speichel nachweisbar. Diese könnte genügen, um durch den Kontakt beim Küssen eine allergische Reaktion bei Ihnen auszulösen. Es gibt Hinweise, dass die Erdnussallergene nach einigen Stunden dann nicht mehr im Mund nachweisbar sind. Leider scheinen Zähneputzen oder Kaugummikauen diese Dauer nicht zu verkürzen. Unser Rat: Am sichersten ist es für Sie, wenn Ihr Partner während der gemeinsamen Zeit auf Erdnüsse verzichtet. Ist dies keine Option, empfehlen wir Ihnen, einige Stunden mit Küssen zu warten, wenn Ihr Partner Erdnüsse gegessen hat.

In jedem Fall ist es aber wichtig, dass Sie stets auch Ihre Notfallmedikamente bei sich haben und Ihr Umfeld über Ihre Allergie informieren.

Liebe Grüsse, Ihre aha!infoline

September 2018

Mythos Sonnenallergie

Frage:
Liebe aha!infoline, zu Beginn meiner Strandferien hatte ich plötzlich rote Pusteln und juckende Quaddeln auf meinen Schultern. Ein paar Tage später waren diese weg. Bin ich allergisch auf die Sonne? Liebe Grüsse, Herr K., 47 Jahre.

Antwort:
Lieber Herr K. – Umgangssprachlich bezeichnet man Hautreaktionen, die durch die Sonne ausgelöst werden, oft als Sonnenallergie. Meist handelt es sich aber nicht um eine klassische allergische Reaktion: Die Haut reagiert auf die ungewohnt hohe UVA- und / oder UVB-Strahlung – in manchen Fällen in Kombination mit Inhaltsstoffen von Kosmetikprodukten. Um sich künftig besser zu schützen, empfehlen wir: die Haut langsam an die Sonne zu gewöhnen, fett- und emulgatorfreie Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor zu verwenden und auf Parfüms zu verzichten. Für die Diagnostik und passende Behandlung wenden Sie sich am besten an Ihren Arzt; Ihre Ärztin.

Liebe Grüsse, Ihre aha!infoline

Juni 2018

Heuschnupfen im Süden?

Frage:
Liebe aha!infoline, ich bin allergisch auf verschiedene Pollenarten und nun reisen wir nach Italien in die Sommerferien. Welche Bäume und Gräser lösen dort Heuschnupfen aus? Muss ich mich auf grosse Beschwerden vorbereiten? Liebe Grüsse, Frau M., 38 Jahre.

Antwort:
Liebe Frau M. – im Mittelmeerklima wachsen neben den momentan auch hier blühenden Gräsern auch andere Pflanzenarten, die wichtig für Allergien sind: Das ist etwa der Olivenbaum, der bei einer Eschen-Sensibilisierung allergische Beschwerden verursachen kann. Allergen wirken auch die Zypresse und das Glaskraut (Parietaria), das bis in den Oktober hineinblüht. Wir empfehlen auf jeden Fall, die Pollenprognose im Land zu verfolgen. Links zu den Pollenflugdaten in Italien und anderen europäischen Ländern finden Sie auf unserer Webseite www.pollenundallergie.ch.

Liebe Grüsse und schöne Ferien! Ihre aha!infoline