Nein. Erdnüsse sind keine Nüsse, sondern gehören botanisch gesehen zur Gruppe der Hülsenfrüchte. Ob weitere Nahrungsmittelallergien bestehen, sollte mit dem behandelnden Facharzt, der behandelnden Fachärztin abgeklärt werden.
Da sich die Proteine von Hülsenfrüchten in ihrer Struktur ähneln, kann eine sogenannte Kreuzreaktion auftreten. Diese ist aber selten. Ob ein Verzicht nötig ist, ist am besten mit der Fachärztin, dem Facharzt für Allergologie abzuklären.
In der Erdnuss sind hitzelabile sowie hitzestabile Allergene enthalten. Meist reagieren Personen mit einer Erdnussallergie auf hitzestabile Allergene, weshalb Erdnüsse in der Regel auch verarbeitet und erhitzt – also etwa in Kuchen – nicht vertragen werden.
Bei einer sehr starken Allergie sollte auf kaltgepresste Erdnussöle sowie auf andere kaltgepresste Öle – aufgrund der Kontaminationsgefahr – verzichtet werden. Die Beratung bezüglich Verträglichkeit von Erdnussöl erfolgt über die Fachärztin, den Facharzt für Allergologie.
Für Betroffene einer Erdnussallergie ist dies nicht unbedenklich und in extrem seltenen Fällen können die darin enthaltenen Erdnussproteine ausreichen, um eine allergische Reaktion hervorzurufen. Kinder mit einem atopischen Ekzem, Psoriasis oder einer empfindlichen Haut sollten ebenfalls aufpassen. Durch die gestörte Barrierefunktion der Haut und dem wiederholten Hautkontakt mit dem Allergen können vorgängig nicht allergische Personen ebenfalls plötzlich allergisch reagieren.
Meist ist Erdnussöl in Bade-, Haut- und Massageölen enthalten, aber auch in anderen Kosmetika kann das Öl vorkommen. Um den potenziellen Allergieauslöser zu meiden, ist es für gefährdete Personen wichtig, die Zusammensetzung der kosmetischen Produkte vor dem Kauf gut zu überprüfen.
Aber auf was muss geachtet werden? Erkennbar sind Erdnussöle an den folgenden Bezeichnungen:
In der asiatischen, afrikanischen, mexikanischen und amerikanischen Küche ist Erdnuss(-butter) eine sehr häufige Zutat, zum Beispiel in Erdnusssauce, Satay-Spiessli, Pad Thai, Mole Poblano. Aber auch Desserts, Brownies, Cookies, frittierte Lebensmittel, Guetzli und Knabberartikel können Erdnussbestandteile oder Spuren davon enthalten.
Bei einer Erdnussallergie ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich auswächst, tiefer im Vergleich zur Milch- oder Ei-Allergie. Dennoch gibt es Kinder, die ihre Erdnussallergie mit zunehmendem Alter verlieren. Eine jährliche Abklärung beim Allergologen, bei der Allergologin wird daher empfohlen.
Eine orale Toleranz gegen Erdnussproteine ist für bestimmte Betroffene möglich. Am besten wendet man sich an den Facharzt, die Fachärztin für Allergologie.
Redaktion: aha! Allergiezentrum Schweiz, in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat.