Betroffenen stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Dazu gehören topische (auf die Haut aufgetragene) vor allem entzündungshemmende Therapien wie Kortikosteroide und Calcineurininhibitoren. In Tablettenform (systemisch) können zum Beispiel Antihistaminika, Immunmodulatoren oder neuromodulatorische Medikamente helfen. Neuere Ansätze umfassen Medikamente in Spritzenform. Diese sogenannten Biologika sind Antikörper, die entzündungs- und juckreizfördernde Botenstoffe oder deren Rezeptoren blockieren. Dadurch können sie den Juckreiz hemmen.
Nebst der medikamentösen Therapie kann eine UV-Lichttherapie zur Linderung der Symptome beitragen, da sie entzündungshemmend wirkt und den Juckreiz reduzieren kann. Auch gibt es psychosoziale Therapieansätze, welche den Betroffenen helfen, besser mit dem chronischen Juckreiz und den Stressfaktoren umzugehen. Durch die Therapie können Bewältigungsstrategien erlernt und die Lebensqualität dadurch erheblich verbessert werden.
Prurigo nodularis wird heute als neuroimmunologische Erkrankung verstanden, bei der eine komplexe Wechselwirkung zwischen Nervensystem, Immunsystem und Hautgewebe besteht. Dieses Wissen ermöglicht gezieltere Behandlungsansätze. Besonders IL-31 wurde als Schlüsselzytokine identifiziert, das sowohl Juckreiz als auch Entzündung und Nervenwachstum fördert. Zudem wurden verschiedene Krankheitssubtypen mit unterschiedlichen Entzündungsprofilen erkannt.
Heute gibt es neben symptomlindernden Therapien auch gezielte Medikamente. Sie setzen direkt an Entzündungs- und Juckreizmechanismen an und können bei geeigneten Patientinnen und Patienten die Beschwerden lindern. Antikörper (auch Biologika genannt) blockieren gezielt bestimmte Entzündungs- und Juckreiz-Botenstoffe. Das ist eine grosse Neuerung in der Prurigo-Behandlung darstellt.
Die Forschung arbeitet daran, Behandlungen stärker auf einzelne Patientinnen und Patienten abzustimmen. Ziel ist es, besser zu verstehen, welche Entzündungsprozesse bei welchen Betroffenen eine Rolle spielen. Dadurch könnten Therapien künftig gezielter eingesetzt und Beschwerden wirksamer gelindert werden.