Was die Behandlung im Alltag verlangt

Was sollte man vor einer spezifischen Immuntherapie wissen?

Eine Immuntherapie ist eine langfristige Behandlung und erfordert Geduld. Egal welche Form man wählt, dauert die Therapie grundsätzlich über drei Jahre.
Der erste Therapieerfolg zeigt sich meistens bereits im ersten Jahr. Manchmal dauert es aber länger und die Wirkung wird erst nach dem zweiten oder sogar dritten Jahr deutlich.
Vor Therapiebeginn sollte man sich alles genau erklären lassen. Dazu gehören auch mögliche Nebenwirkungen. So weiss man genau, was einen erwartet. Die Therapie hilft am besten, wenn sie konsequent erfolgt und nicht plötzlich abgebrochen wird.

Drei Jahre Therapie – das klingt lang. Was sagen Sie dazu?

Das stimmt: Drei Jahre sind eine lange Zeit. Ziel ist aber, dass die Therapie einen langfristigen, möglichst lebenslangen Effekt hat. Dafür scheint eine mehrjährige Therapie tatsächlich erforderlich zu sein. Die Erfahrung zeigt, dass sich die Betroffenen meist schnell an die Therapie gewöhnen. Für die meisten bedeutet sie im Alltag nur wenige Einschränkungen.

Was passiert, wenn Tabletten häufiger vergessen oder Termine ausgelassen werden?

Der Erfolg der Therapie hängt wesentlich davon ab, dass die Behandlung regelmässig erfolgt. Einzelne Unterbrüche sind meist kein Problem. Werden Tabletten oder Termine jedoch häufiger ausgelassen, kann dies die Wirksamkeit verringern. Unterbrüche sollten deshalb möglichst vermieden und mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden. Wenn man sich während der drei Therapiejahre gegen die Fortsetzung der Therapie entscheidet, ist das jederzeit möglich. Ein Therapieabbruch verringert die Wirksamkeit der Therapie deutlich, hat aber ansonsten keine Nachteile

Welche Irrtümer begegnen Ihnen häufig?

Viele Menschen glauben, dass eine spezifische Immuntherapie erst für Jugendliche oder Erwachsene infrage kommt. Das stimmt nicht. Bei vielen Kindern kann die Immuntherapie bereits ab dem 5. Geburtstag erfolgreich durchgeführt werden. Hier lassen sich übrigens die gewünschten Wirkungen meist noch leichter erreichen als bei älteren Menschen.
Ein weiterer Irrtum ist, dass ein positiver Allergietest automatisch bedeutet, dass die Behandlung sinnvoll ist. Das stimmt ebenfalls nicht. Vor einer Behandlung braucht es immer eine sorgfältige individuelle Abklärung. Erst dann lässt sich beurteilen, ob eine Therapie gute Erfolgsaussichten hat.
Glücklicherweise finden wir für die allermeisten Betroffenen eine passende Therapie, die dann ein grosses Stück Lebensqualität zurückbringen kann.