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Pollenallergie: Gut vorbereitet zum Allergologie-Termin
Gut vorbereitet einen Allergologie-Termin wahrzunehmen, hilft, die knappe Zeit beim Arztbesuch optimal zu nutzen – und schneller zu einer passenden Behandlung zu kommen. Mit ein paar einfachen Listen und Notizen können Beschwerden klar geschildert und wichtige Informationen auf den Punkt gebracht werden.

Kurzinterview mit Prof. Karin Hartmann
Leiterin Allergologie und stellvertretende Chefärztin Dermatologie am Universitätsspital Basel und Professorin für Allergologie an der Universität Basel
Wie bereitet man sich am besten auf einen Allergologie-Termin vor?
Prof. Karin Hartmann: Wie bei jedem Arztbesuch ist es sehr hilfreich, wenn die Patient:innen eine aktuelle Medikamentenliste mitbringen. Idealerweise ist dort der Name des Medikaments, die Dosierung und der Einnahmezeitpunkt (morgens/mittags/abends) eingetragen. Die Liste kann entweder im Handy oder auf einem Zettel stehen. Wenn dadurch langes Suchen oder Nachfragen vermieden werden können, bleibt mehr Zeit für Fragen und Gespräche mit dem:der Ärzt:in.
Was sollte ich auf jeden Fall mitbringen?
Zusätzlich kann es hilfreich sein, sich ein paar Stichworte für folgende Fragen zu notieren, die die Ärztin oder der Arzt wahrscheinlich stellen wird: Unter welchen Beschwerden leide ich genau, zum Beispiel Niesen, tränende Augen, Husten oder Atembeschwerden? Wann haben die Beschwerden begonnen? Wann im Jahresverlauf treten die Beschwerden auf? Vielleicht hat jemand bereits ab Februar Beschwerden oder erst ab Mai oder ganzjährig. Wie wurde ich früher behandelt, von wann bis wann und mit welchem Medikament? Und war die Behandlung erfolgreich oder nicht? Wenn jemand frühere Testergebnisse hat, ist es auch nützlich, diese mitzubringen. Hilfreich ist auch eine Liste ist mit anderen aktuellen Krankheiten, die möglicherweise bestehen. Dazu gehören auch weitere Allergien. Zudem wird der:die Ärzt:in wahrscheinlich fragen, ob es Allergien in der Familie gibt.
Wie steht es mit einem Symptomtagebuch?
Dieses kann sehr hilfreich sein, weil es zusätzlich etwas über die Schwere der Symptome aussagt. Anmerkung der Redaktion: Hier können Sie gratis ein Symptomtagebuch herunterladen.
Was sollten Allergiker:innen zum Start des Pollenfluges besonders beachten?
Wer eine schwere Pollenallergie oder ein schweres Asthma hat, für den kann es gefährlich werden. Ich empfehle, dass betroffene Personen bereits vor der Pollensaison überprüfen, ob sie alle ihre Medikamente vorrätig haben und dass diese nicht abgelaufen sind. Hilfreich ist auch, wenn man bei jedem Medikament weiss, wann man es einnehmen sollte. Auch ein aktuelles Rezept kann eine gute Vorsorgemassnahme sein, sollte man Nachschub benötigen.
Was raten Sie sonst noch?
Allergien werden häufig noch nicht ausreichend behandelt und oftmals bagatellisiert. Man denkt sich: ‹Ach, damit komme ich schon irgendwie allein zurecht.› Ich empfehle jedoch immer, dass Allergien fachlich gut abklärt und gut behandelt werden. Bei manchen Allergien kann eine frühe Behandlung auch den weiteren Verlauf aufhalten. Beispielsweise kann es bei nicht behandelten Pollenallergien zu einem Etagenwechsel kommen, das heisst, die Allergie breitet sich von der Nase in Richtung Lunge aus, mit Entwicklung eines Asthmas. Oder das Sensibilisierungs-Spektrum wird mit der Zeit breiter: Das heisst, jemand der zu Beginn nur auf Gräserpollen reagiert hat, reagiert später auch auf Pollen der frühblühenden Bäume. Es gibt bereits heute sehr gute Therapien für Allergien und es werden auch laufend weitere neue Therapien entwickelt.