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16.07.2026

Neue Hoffnung bei schwerem allergischem Asthma?

Was wäre, wenn sich das bei allergischem Asthma beteiligte Immunsystem gezielt neu programmieren liesse? Genau das untersuchen Forschende am CHUV in Lausanne mit einer CAR-T-Zelltherapie. Die Technologie ist bisher vor allem aus der Krebsmedizin bekannt, könnte langfristig aber auch neue Möglichkeiten für Menschen mit schweren allergischen Erkrankungen eröffnen.


Derzeit befindet sich dieser Ansatz noch im Forschungsstadium. Es ist daher viel zu früh, von einer neuen Standardtherapie zu sprechen. Prof. Dr. Yannick Müller erklärt, warum dieser Ansatz dennoch Aufmerksamkeit verdient und was er langfristig für Betroffene bedeuten könnte.

Was macht diese Studie besonders?

Yannick Müller: Bisher wird die CAR-T-Technologie hauptsächlich eingesetzt, um kranke Zellen zu beseitigen, etwa im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung. Wir untersuchen, ob sich dieses Prinzip auch nutzen lässt, um die Immunantwort zu regulieren – also jene Reaktion, die dem allergischen Asthma zugrunde liegt. Dabei handelt es sich um einen innovativen Ansatz, der sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindet.

Was könnte das für Menschen mit schwerem allergischem Asthma bedeuten?

Yannick Müller: Sollte sich dieser Ansatz als sicher und wirksam erweisen, könnte er langfristig eine neue Behandlungsoption für Menschen sein, deren Asthma mit den derzeit verfügbaren Therapien nicht ausreichend kontrolliert werden kann. Ziel dieses Ansatzes ist es, die Ursache der Allergie und nicht nur deren Symptome zu behandeln. Bislang ist dies nur durch eine allergenspezifische Immuntherapie (Desensibilisierung) möglich, die jedoch langwierig ist und für Menschen mit schwerem Asthma nicht geeignet ist. Zum jetzigen Zeitpunkt handelt es sich jedoch ausschliesslich um Forschung – die heute verfügbaren Behandlungen bleiben weiterhin der therapeutische Standard.

Bedeutet das, dass Asthma künftig heilbar werden könnte?

Yannick Müller: Das wäre verfrüht, das zu behaupten. Unser Ziel ist es zunächst festzustellen, ob wir gezielt in die immunologischen Mechanismen eingreifen können, die der Erkrankung zugrunde liegen. Ob sich mit diesem Ansatz eine langfristige Wirkung erzielen lässt, müssen die Studien erst zeigen.

Wann könnten Betroffene von einem solchen Ansatz profitieren?

Yannick Müller: Die Entwicklung neuer Zelltherapien nimmt viel Zeit in Anspruch. Selbst wenn die ersten Ergebnisse vielversprechend sind, wird es noch mehrere Jahre dauern, bis eine solche Therapie ausserhalb klinischer Studien angeboten werden. Als akademisches Zentrum ist es unsere Aufgabe, den Machbarkeitsnachweis (Proof of Concept) zu erbringen. Fallen die Ergebnisse positiv aus, könnte die Weiterentwicklung dieser Technologie durch den privaten Sektor deutlich beschleunigt werden.

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