© by aha! Allergiezentrum Schweiz - Infos zu Allergien - Laktoseintoleranz - Milch, Frischkäse, Hüttenkäse

Bei der Laktoseintoleranz wird das Verdauungsenzym Laktase nicht oder nur ungenügend produziert. Dies führt zu Blähungen, Durchfall oder Bauchschmerzen. Das Enzym ist nötig, um die Laktose (Milchzucker) in seine Bestandteile zu spalten. In der Schweiz leidet ungefähr jede fünfte Person an einer Laktoseintoleranz.

Ursachen und Auslöser

Der Milchzucker (Laktose) ist ein Zweifachzucker, bestehend aus Schleimzucker (Galaktose) und Traubenzucker (Glukose). Laktose kommt natürlicherweise in der Milch von Säugetieren vor. Kleinere Mengen Laktose werden Nahrungsmitteln aber auch bei der industriellen Herstellung, sowie Fertigprodukten, Gewürzzubereitungen oder Medikamenten zugefügt.

Normalerweise wird der Milchzucker im Dünndarm durch das Enzym Laktase in seine zwei Bestandteile gespalten, denn nur so können diese über den Darm ins Blut aufgenommen werden. Wenn durch Vererbung oder, ausgelöst durch eine andere Krankheit, ein Laktasemangel besteht, wird von einer Laktoseintoleranz gesprochen. Anstatt ins Blut gelangt der Milchzucker unverdaut in den Dickdarm und wird dort von Bakterien vergoren.

Symptome

Die im Dickdarm gebildeten Gase und die Wasseransammlung führen zu den typischen Symptomen wie zum Beispiel Blähungen, Bauchkrämpfe, Durchfall, Übelkeit, Wind, Verstopfung und Erbrechen. Eine Laktosintoleranz führt nicht zu einer lebensbedrohlichen Situation. Sie kann für Betroffene aber sehr unangenehm und einschränkend sein.

Diagnose und Differenzialdiagnose

Häufig bemerken Betroffene, dass sie Milch und Milchprodukte nicht gut vertragen und beobachten typische Symptome einer Laktoseintoleranz. Es kann für den Arzt hilfreich sein, wenn die gegessenen Nahrungsmittel und die beobachteten Beschwerden in einem Ess-Symptom-Tagebuch festgehalten werden.

Zuverlässige Methoden zur Bestätigung der Diagnose bzw. Differenzialdiagnose liefern der H2-Atemtest und ein Gentest im Blut.

Andere Nahrungsmittelintoleranzen wie Fruktosemalabsorption und Zöliakie können ähnliche Symptome auslösen. Bei Säuglingen und Kleinkindern könnte auch eine allergische Reaktion auf Milcheiweiss für die Beschwerden verantwortlich sein. 

Behandlung / Therapie

Die Therapie der Laktoseintoleranz wird in Form einer laktosearmen Ernährung durchgeführt. Betroffene sollten sich nach der Diagnose für kurze Zeit so gut wie möglich laktosefrei ernähren. In einer anschliessenden Testphase wird die individuelle Verträglichkeit der Laktose ermittelt. Mit einer Fachperson (z.B. Ernährungsberatung) können individuelle Ernährungsempfehlungen zusammengestellt werden.

Es besteht die Möglichkeit, das fehlende Enzym Laktase in Form von Kapseln oder Tabletten einzunehmen.

Tipps und Tricks

  • Laktose wird in der Regel besser vertragen, wenn gleichzeitig fett- oder eiweissreiche Nahrungsmittel gegessen werden.
  • Kleine Mengen laktosehaltiger Nahrungsmittel, über den Tag verteilt gegessen, sind meist gut verträglich.
  • Reifer Käse wird oft gut vertragen, denn während des Reifungsprozesses wird der grösste Teil der Laktose durch Bakterien abgebaut.
  • Im Detail- und Fachhandel ist eine grosse Anzahl von laktosefreien Spezialprodukten erhältlich.


Redaktion: aha! Allergiezentrum Schweiz, in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat
 

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