Hormonelle Veränderungen in der Pubertät können das Ekzem verschlimmern. Gerade in dieser Zeit, in der das Selbstbewusstsein besonders gefordert ist, helfen folgende Tipps:
Gut zu wissen: Eine feste medizinische Ansprechperson ist wichtig. So bleibt die Behandlung kontinuierlich, und Fragen können direkt geklärt werden. Halte dich an den gemeinsam erstellten Behandlungsplan und lass dich nicht von ungeprüften Ratschlägen verunsichern. Bei Unsicherheiten oder neuen Herausforderungen kannst du dich auch an die aha!infoline wenden.
Neurodermitis und Intimität
Neurodermitis kann gerade in der Zeit der ersten Liebe und beim ersten Kennenlernen verunsichern – diese Tipps können dir helfen:
Wie wirkt sich Neurodermitis auf deinen Alltag aus?
Bis zu meinem 12. Lebensjahr konnte ich nicht an den Sporttagen teilnehmen, die die Schule organisiert hat – vor allem im Sommer nicht.
Welche Faktoren triggern deine Neurodermitis?
Schwitzen und Aktivitäten bei warmem Wetter lösen bei mir Juckreiz aus. Impfungen sorgen bei mir für Ekzemschübe.
Was ist dein Geheimtipp gegen das Ekzem?
Ein Medikament mit dem Wirkstoff Dupilumab (Biologikum) hilft mir sehr. Bei Hitzewellen im Sommer nützt mir eine Klimaanlage. Ansonsten verwende ich Verbände oder Pflaster, die ich auf die juckenden Stellen oder auf die Wunden klebe. Beim aha! Sommerlager mitzumachen ist auch ein guter Tipp für alle Betroffenen!
Wie reagiert dein Umfeld auf dein Ekzem?
Als ich klein war, war es für meine Eltern kompliziert. Ich schlief nachts nur 20 Minuten am Stück und wachte dann weinend auf, weil es so juckte. Sie finden auch, dass ich mich zu wenig um meine Haut kümmere. Ich muss immer daran erinnert werden, sie zu pflegen.
Was wünschst du dir für die Zukunft für die Betroffenen?
Dass das Ekzem so schnell wie möglich von selbst verschwindet. Und eine neue natürliche Behandlungsmethode entwickelt wird!
Sonja Hartmann ist Pflegefachfrau und Fachexpertin bei aha! Allergiezentrum Schweiz.
Was bedeutet es für Jugendliche, Neurodermitis zu haben?
Viele denken zuerst an trockene, juckende Haut, aber das atopische Ekzem betrifft viel mehr. Eine grosse internationale Studie von 2024 zeigt: Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Stress in der Schule oder das Gefühl, sich verstecken zu müssen. All das belastet Jugendliche oft sogar mehr als die Haut selbst.
Was macht den Alltag so herausfordernd?
Der ständige Juckreiz kann anstrengend sein, besonders während der Nacht. Schlechter Schlaf führt oft zu Müdigkeit, Gereiztheit und Konzentrationsschwierigkeiten am nächsten Tag. Viele Jugendliche ziehen sich dann zurück, weil sie sich unwohl fühlen oder blöde Sprüche vermeiden wollen. Die Studie zeigt auch: Nicht nur die betroffene Person selbst, sondern auch die Familie ist stark gefordert. Denn eine Erkrankung bedeutet für alle oft weniger Schlaf, weniger Freizeit und mehr Stress im Alltag.
Und was hilft wirklich im Alltag?
Wichtig ist eine Pflege-Routine, die zur betroffenen Person passt. Nicht zehn Cremes, sondern die richtige. Auch auf mögliche Auslöser (Trigger) sollte geachtet werden. Dies kann zum Beispiel Stress, Kleidung, Ernährung oder Pollen sein. Und auch ganz wichtig: der Austausch mit Personen, die Verständnis zeigen, sei es mit einer medizinischen Fachperson, über eine neutrale Beratungsstelle wie die aha!infoline oder im persönlichen Umfeld. Wichtig ist auch ein Behandlungsplan, der individuell abgestimmt ist. Heute gibt es auch für Jugendliche moderne, sehr wirkungsvolle Therapien!
Was möchtest du den jugendlichen Betroffenen noch mitgeben?
Deine Haut braucht viel mehr Aufmerksamkeit, aber du kannst dein Leben trotzdem geniessen. Mit dem richtigen Wissen und guter Unterstützung lässt sich dein atopisches Ekzem besser in den Griff bekommen und du kannst dich wieder wohler fühlen. Hol dir Hilfe, wenn du sie brauchst. Die kostenlose aha!infoline ist für dich da und beantwortet deine Fragen vertraulich (Telefon 031 359 90 50). Dort bekommst du kompetente Hilfe und konkrete Tipps für deinen Alltag.