Asthma kontrollieren

Asthma zu verstehen bedeutet, die Kontrolle zurückzugewinnen. Hier findest du eine Zusammenfassung der wichtigsten Informationen zu diesem Thema.

Asthma ist eine chronische Krankheit, die durch eine ständige Entzündung der Atemwege gekennzeichnet ist. In der Schweiz sind 8-9 Prozent der Kinder und ca. 5 Prozent der Erwachsenen davon betroffen. Besonders gefährdet sind Personen, die an einer Atemwegsallergie leiden.

Asthma tritt in Familien mit erblicher Vorbelastung häufiger auf. Es entsteht durch das Zusammenspiel von genetischer Veranlagung und Umweltfaktoren. Die chronische Entzündung der unteren Atemwege führt zu einer überempfindlichen Reaktion der Bronchien. Bei Kontakt mit Auslösern kann es dadurch zu einer anfallartigen Verengung der Atemwege kommen, was zu typischen Symptomen führt.

Die Auslösern können allergisch (z.B. Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare) oder nicht-allergisch (z.B. Infekte, kalte Luft, Rauch, Belastung, Stress) sein.

Typisch für Asthma sind Anfälle mit Husten, oft begleitet von Atemnot. Manche Betroffene verspüren ein Engegefühl in der Brust. Die Symptome werden individuell und unterschiedlich intensiv wahrgenommen. Sie können täglich, wöchentlich oder seltener auftreten. Weitere charakteristische Symptome sind:

  • (Reiz-)Husten, nächtlicher Husten
  • Pfeifendes Geräusch beim Ausatmen (entsteht durch die Verengung der Bronchien)
  • Kurzatmigkeit bei Anstrengung

Mit gezielten Fragen zur Krankengeschichte (Anamnese) und verschiedenen Untersuchungen können Ärztinnen und Ärzte ein Asthma diagnostizieren. Wenn sich nach der Anamnese der Verdacht auf ein Asthma erhärtet, werden meist eine körperliche Untersuchung und eine Lungenfunktionsprüfung durchgeführt. Bei Hinweisen auf ein allergisches Asthma kommen zudem Allergietests zur Anwendung. Lassen sich die typischen Symptome nachweisen und wird der Verdacht durch die Testergebnisse bestätigt, kann die Diagnose Asthma gestellt werden.

Wie funktioniert ein Lungenfunktionstest? Einen Überblickt gibt das Merkblatt der Lungenliga Schweiz.

Asthma ist nicht heilbar. Mit einer guten Asthmakontrolle können jedoch die meisten Betroffene ein normales, weitgehend beschwerdefreies Leben mit allen gewünschten Aktivitäten, inklusive Sport, führen. Um dies zu erreichen, braucht es in der Regel eine Kombination aus medikamentöser Therapie und nicht-medikamentösen Massnahmen.

Medikamentöse Therapie

Medikamente können das Atmen erleichtern, indem sie die Entzündung lindern oder die Atemwege erweitern. Ziel ist es, das Asthma mit der geringstmöglichen Menge an Medikamenten unter Kontrolle zu haben. Ein ärztlich festgelegter Stufenplan zeigt, welche Medikamente wann eingesetzt werden. Folgende Arzneimittel stehen zur Verfügung:

  • Entzündungshemmende Medikamente (Grundbehandlung): Sie werden gemäss ärztlicher Verordnung regelmässig und über längere Zeit angewendet. Sie reduzieren die Entzündung und stabilisieren die Atemwege. Meist werden sie als Inhalationsspray («Cortison-Spray») verabreicht, teilweise mit einem zusätzlich bronchienerweiternden Wirkstoff.
  • Bronchienerweiternde Medikamente (Notfallspray): Sie erweitern die Atemwege schnell und werden bei akuter Atemnot eingesetzt.

Diese Medikamente helfen aber nur, wenn sie auch in den Atemwegen ankommen. Darum ist richtiges Inhalieren des Asthmasprays sehr wichtig. Die Lungenliga Schweiz zeigt in ihren Videos, wie dies funktioniert.

  • Bei allergischem Asthma: Wenn das Asthma durch eine Allergie ausgelöst wird, ist es wichtig, die Allergie konsequent zu behandeln und bei Bedarf eine allergenspezifische Immuntherapie (Desensibilisierung) zu prüfen.
  • Bei schwerem Asthma: Wenn die üblichen Sprays nicht reichen, können Biologika eingesetzt werden.

Nicht medikamentöse Therapie

  • Rauchstopp (Angebote der Lungenliga Schweiz)
  • Auslöser reduzieren: Pollen, Hausstaub, Tierhaare, kalte Luft, starke Düfte, Schimmel, Infekte.
  • Asthma-Aktionsplan (Ampelsystem) + Tagebuch nutzen: Verschlechterungen früh erkennen und nach Plan handeln.
  • Individuelle Asthmaberatung nutzen: Inhalationstechnik regelmässig prüfen
  • Regelmässig bewegen: mit Aufwärmen und sinnvoller Steigerung.
  • Atemnot-Techniken üben: z.B. Lippenbremse, Kutschersitz, Torwartstellung.
  • Atemübungen regelmässig machen (Beispiele der Lungenliga Schweiz)


Fachliche Mitwirkung PD Dr. med. Johannes Trück

Etagenwechsel

In manchen Fällen betrifft die allergische Entzündung nicht nur Nase und Augen, sondern auch die Bronchien – man spricht vom sogenannten «Etagenwechsel». Eine Entwicklung hin zu allergischem Asthma ist möglich.