Medienmitteilung

Für Heuschnupfengeplagte beginnt nun eine schwierige Zeit: Das warme Frühlingswetter lässt die Birkenkätzchen losstäuben. Bis im Mai stürmen die stark allergenen Birkenpollen durch die Luft. aha! Allergiezentrum Schweiz kennt wichtige Fakten über die Winzlinge und gibt Tipps für Betroffene.

Das wechselhafte und kühlere Wetter der letzten Wochen hat die Birkenblüte hinausgezögert: Die Birkenpollensaison startet nun im Vergleich zum langjährigen Mittel rund eine Woche später. «Auf beiden Seiten der Alpen sind nun die ersten Birkenpollen anzutreffen. Erst noch in geringen Mengen, weil das feuchte Wetter die Freisetzung der Pollen beeinträchtigt. Das wird sich aber auf das voraussichtlich sonnige Wochenende hin ändern», sagt Regula Gehrig, Biometeorologin von MeteoSchweiz.

Die Birkenpollensaison beginnt zuerst im Tessin und im Flachland der Alpennordseite; in den Bergen sind die Pollenmengen noch gering. Besonders lang und stark ist die Birkenpollensaison jeweils im Wallis und im Tessin, weil dort die Birken in den Wäldern häufig vorkommen. Gemäss Sereina de Zordo, Expertin von aha! Allergiezentrum Schweiz, ist in der Schweiz mindestens jede zehnte Person auf Birkenpollen sensibilisiert. Auch andere Pollen kitzeln derzeit in der Nase: Eschenpollen erreichen mässige bis starke, Hasel- und Erlenpollen schwache bis mässige Belastungswerte.

1. Klein, aber oho

Birkenpollen sind verglichen mit anderen Arten klein, sie messen nur 20 bis 30 Mikrometer, also nur wenige Hundertstel Millimeter. Darum gelangen sie tief in unsere Atemwege und verursachen allergische Symptome wie etwa Schnupfen und Atembeschwerden. Die Eiweisse der Birkenpollen haben eine hohe allergene Wirkung: «Schon rund 70 Birkenpollenkörner in einem Kubikmeter Luft können Reaktionen hervorrufen», so Expertin Sereina de Zordo. Sie rät eine Pollenallergie «von einem Hausarzt oder einem Allergologen abklären zu lassen und richtig zu behandeln, weil sich sonst ein allergisches Asthma entwickeln kann». Eine Therapie erfolgt meist mit Antihistaminika oder Kortisonpräparaten als Tropfen, Sprays oder Tabletten.

2. Stark alle zwei Jahre

Eine weitere Eigenheit der Birke: Der Baum setzt alle zwei Jahre besonders grosse Pollenmengen frei. Dem zugrunde liegt ein physiologischer Vorgang: Blütenkätzchen zu bilden kostet die Birke viel Energie. Um ihre Reserven nach einem starken Blütenjahr wieder auszugleichen, investiert sie im nächsten Jahr in Blätter und Wachstum für eine stärkere Photosynthese. Da die Birkenkätzchen jeweils im Sommer des Vorjahres gebildet werden, beeinflussen sowohl das Wetter im Vorjahr als auch die aktuelle Wetterlage den Pollenflug. Was heisst dies nun für 2018? «Letztes Jahr lagen die Belastungswerte der Birkenpollen eher im Durchschnitt, darum erwarten wir jetzt grössere Pollenmengen», so Regula Gehrig von MeteoSchweiz. Tipp: Mit der App «Pollen-News» von aha! Allergiezentrum Schweiz weiss man zu jeder Zeit, wo wie viele Pollen fliegen.

3. Früher und noch länger

Die Saison von Hasel, Birke und Esche beginnt aufgrund des Klimawandels etwa zwei bis drei Wochen früher als vor dreissig Jahren. Die Gräser stehen im Mai rund zehn Tage früher in Blüte und gewisse Pflanzen blühen länger in den Herbst hinein. Für Heuschnupfengeplagte lohnt es sich daher, das Übel an der Wurzel zu packen: «Bei der Desensibilisierung wird der Körper langsam an das Allergen gewöhnt», erklärt Sereina de Zordo, «die Symptome von Heuschnupfen reduzieren sich um über 50 Prozent, bestenfalls verschwinden sie ganz».

4. Aggressiv durch Abgase

Ist die Schadstoffbelastung der Luft gross, können die Pollen noch aggressiver werden: «Die mit chemischen Stoffen wie Nitraten oder Sulfaten belasteten Partikel aus Verbrennungsprozessen in Motoren und Industrie verändern die Eiweisse der Pollenkörner und machen sie allergener», weiss de Zordo und empfiehlt: «Ist die Pollenbelastung hoch, sollte man sportliche Aktivitäten besser nach drinnen verlegen.»

5. Die Krux mit Kreuzreaktionen

Weil die allergenen Eiweisse der Birkenpollen vielen Eiweissen in Nahrungsmitteln ähneln, reagieren zirka 70 Prozent der betroffenen Allergikerinnen und Allergiker auch auf Hasel- und Walnuss, Mandel, Apfel, Kirsche, Birne, Pfirsich, Aprikose, Kiwi, Karotte, Sellerie oder Soja. Man spricht von einer so genannten Kreuzreaktion. Ein Tipp der Allergieexpertin: «Gewisse Obst- und Gemüsesorten werden durch Erhitzen verträglicher.»

 

Tipps bei Heuschnupfen:

  • nur kurzes Stosslüften
  • vor dem Schlafengehen die Haare waschen
  • die Wäsche nicht im Freien trocknen lassen
  • bei schönem, windigem Wetter nur kurz an die frische Luft
  • immer eine Sonnenbrille tragen
  • sportliche Aktivitäten nach drinnen verlegen

 

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Kontakt:
Bettina Jakob
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