Medienmitteilung, 10. September 2020

Dieses Jahr blieb kaum ein Auge trocken: Die starke Pollensaison 2020 wurde für Heuschnupfen-Geplagte zur Belastungsprobe. Gemäss MeteoSchweiz geht ein intensives Pollenjahr zu Ende. aha! Allergiezentrum Schweiz rät: Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, um sich für die nächste Saison zu wappnen – mit einer Desensibilisierung.

Die Pollen flogen aufgrund der günstigen Wetterlage früh los: Fast ununterbrochen stürmten sie von Januar bis Mai durch die Luft – und zwar in rauen Mengen: «An allen Messstationen wurden deutlich mehr Tage mit starken Pollenflug bei Hasel, Birke und Esche registriert als im Durchschnitt», resümiert Biometeorologin Regula Gehrig von MeteoSchweiz. Die Gräserpollen, die rund 70 Prozent der Pollenallergikerinnen und -allergiker plagen, erreichten vor allem in der zweiten Maihälfte hohe Konzentrationen.

Hasel mit frühem und intensiven Start
Schon vor Weihnachten 2019 flogen in Lugano die ersten Haselpollen los und auch auf der Alpennordseite begann die Saison anfangs Januar sehr früh: Rund 27 Tage eher als im Mittel der 25-jährigen Vergleichsperiode von 1993 bis 2017. Hohe Temperaturen und viel Sonne liessen die Haselkätzchen blühen, so dass die Haselpollensaison in der ganzen Schweiz stärker als üblich ausfiel. 

Esche und Birke liessen keine Verschnaufpause
Die darauffolgende Esche liess Allergiebetroffenen keine Zeit zum Aufatmen: Bereits ab Ende Februar stürmten ihre Pollen ununterbrochen in hohen Konzentrationen durch die Luft. Nahtlos folgte die Birke, auch sie blühte ab Mitte März bereits sehr früh. Das durchgehend warme und trockene Wetter war ideal für den Pollenflug und die Belastungswerte der Birkenpollen blieben über lange Zeit in der ganzen Schweiz hoch. «Ausserdem hatten die Birken sehr viele Blütenkätzchen gebildet, wodurch die Pollenbelastung natürlich zusätzlich stieg», so Biometeorologin Gehrig. Dass 2020 ein besonderes Pollenjahr war, stellte aha! Allergiezentrum Schweiz auch am Beratungstelefon fest: «Wir erhielten zahlreiche Anfragen auch von Personen, die bisher keine Pollenallergie hatten und plötzlich Symptome zeigen», sagt Sereina de Zordo, Leiterin Fachdienstleistungen bei aha! Allergiezentrum Schweiz. 

Gräserpollen flogen regional unterschiedlich
Während in der Deutschschweiz und im Tessin auch die Gräserpollensaison stärker und länger als üblich ausfiel, waren die Belastungen in der Westschweiz durchschnittlich. «Ein Muster, das sich schon seit einigen Jahren zeigt», erklärt Regula Gehrig. Viele Pollen waren vor allem in der zweiten Maihälfte in der Luft; im Juni wurde der Pollenflug dank Niederschlägen gebremst. 

Desensibilisierung: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt
Die Pollen-Pause sollten Allergikerinnen und Allergiker nutzen und jetzt eine Desensibilisierung beginnen. Bei der allergenspezifischen Immuntherapie wird der Körper langsam an das Allergen gewöhnt, bis er schliesslich kaum mehr darauf reagiert. «Heuschnupfen-Symptome werden so um rund 75 bis 80 Prozent gelindert», so Sereina de Zordo.

aha! Allergiezentrum Schweiz hilft

Ausführliche Informationen zu den Pollendaten in den Klimabulletins Winter, Frühling und Sommer von MeteoSchweiz.

Kontakt
Bettina Jakob
Leiterin Kommunikation und Medien
aha! Allergiezentrum Schweiz
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