Medienmitteilung, 10. September 2019

Heuschnupfen-Geplagte atmen auf, die Pollensaison ist fast zu Ende. Zwar war die Pollenbelastung in diesem Jahr insgesamt eher durchschnittlich, trotzdem wurden gemäss MeteoSchweiz einige Spitzenwerte gemessen. aha! Allergiezentrum Schweiz rät: Pollenallergiker wappnen sich am besten jetzt fürs nächste Jahr – mit einer Desensibilisierung.

Spitzenwerte und starke regionale Unterschiede – so zeigte sich die Pollensaison 2019: «Im Tessin startete sie mit den Haselpollen viel früher als normal, auf der Alpennordseite hingegen fast drei Wochen später», resümiert Biometeorologin Regula Gehrig von MeteoSchweiz. Und: Lokal erreichten Gräserpollen eine so hohe Konzentration wie nie zuvor, während die Eschen nur wenig Pollen produzierten.

Sehr früher Start in die Pollensaison
Im Tessin blühte die Hasel extrem früh: Bereits am 30. Dezember 2018 wurden mässige Pollenkonzentrationen gemessen, 14 Tage vor dem Mittel der 25-jährigen Vergleichsperiode. Dass auf der Alpennordseite die Haselpollen hingegen erst Mitte Februar flogen, also fast drei Wochen später als sonst, führt Gehrig auf die vorangehenden tiefen Temperaturen zurück. Diese Verspätung stellten auch die Beraterinnen an der aha!infoline von aha! Allergiezentrum Schweiz fest: «Erst ab Mitte Februar suchten Betroffene vermehrt Rat über unser Beratungstelefon, im März betrafen dann sogar rund 50 Prozent der Anrufe den Heuschnupfen», sagt Dr. Georg Schäppi, Geschäftsleiter von aha! Allergiezentrum Schweiz. Die Intensität der Haselpollensaison war regional geprägt – von mässig bis extrem: In Visp wurde mit 607 Pollen pro Kubikmeter Luft der höchste Tageswert seit jeher verzeichnet. Die Birke zeigte sich im Gegensatz dazu eher unauffällig und zwar in der ganzen Schweiz. Der Grund für den eher schwächeren Pollenflug ist der zweijährige Blührhythmus des Baumes; im letzten Jahr hatte er ausserordentlich stark geblüht.

Gräser mit absolutem Spitzenwert
Ganz anders wiederum die Gräser: Sie flogen im Tessin ab Mitte April rund zwei Wochen früher los als im Schnitt. Das gute Wetter beeinflusste auch die Intensität des Pollenflugs: In Locarno registrierte MeteoSchweiz die bislang stärkste Gräserpollensaison überhaupt. Auch an anderen Orten stürmten die Gräserpollen los; in Buchs, Luzern, Münsterlingen und Zürich war es die zweit- bis viertstärkste Gräserpollensaison der Vergleichsperiode. «Der absolute Spitzenwert wurde in Buchs verzeichnet. Nämlich 1885 Pollen pro Kubikmeter am 30. Mai 2019», sagt Regula Gehrig, «ein Wert, der seit Messbeginn 1985 noch nie aufgetreten ist.» Anders in der Westschweiz, in Basel und in Visp, da wurden weniger Tage mit starken Pollenflug gemessen als üblich.

Desensibilisierung: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt
Die Pollen-Pause sollten Allergikerinnen und Allergiker nun nutzen und jetzt eine Desensibilisierung beginnen. Bei dieser Immuntherapie wird der Körper langsam an das Allergen gewöhnt wird, bis er schliesslich kaum mehr darauf reagiert. «Heuschnupfen-Symptome werden so um rund 65 Prozent reduziert», so Georg Schäppi.

aha! Allergiezentrum Schweiz hilft

  • Fachpersonen der aha!infoline beantworten Fragen. Telefonnummer: 031 359 90 50, Montag bis Freitag, 08.30–12.00 Uhr.
  • Alles zum Pollenflug finden Sie unter www.pollenundallergie.ch.

Ausführliche Informationen zu den Pollendaten in den Klimabulletins Winter, Frühling und Sommer von MeteoSchweiz.

 

Kontakt:
Petra Kollbrunner
Kommunikation und Medien
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