Medienmitteilung, 27. Juni 2019

Es ist heiss, alle sind draussen am Gewässer oder im schattigen Wald – auch Bienen und Wespen. Die hohen Temperaturen stressen die Insekten und damit sind sie für Allergikerinnen und Allergiker gefährlicher. aha! Allergiezentrum Schweiz rät allergischen Personen, immer die Notfall-Medikamente bei sich zu tragen. 

Die Hitze setzt nicht nur den Menschen zu, sondern auch Bienen und Wespen. Im Moment sind zwar (noch) nicht ungewöhnlich viele Insekten mit Giftstachel unterwegs. «Aber wenn sie jetzt aufgrund von Hitze und Trockenheit weniger Nahrung finden, können Bienen nervös und Wespen aggressiv werden», bestätigt Jean-Daniel Charrière vom Zentrum für Bienenforschung der eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope. Damit steigt auch das Risiko, gestochen zu werden – zumal in diesen Tagen sehr viele Schweizerinnen und Schweizer draussen Abkühlung suchen und oft barfuss unterwegs sind. 

Richtig verhalten bei Allergie auf Insektengift
Für Allergikerinnen und Allergiker heisst dies – Achtung: «Menschen, die auf Insektengift allergisch sind, müssen immer ein Notfallset auf sich tragen, das der Arzt verschrieben hat», sagt Sonja Hartmann, Expertin bei aha! Allergiezentrum Schweiz. Denn Insektengift kann einen allergischen Schock (Anaphylaxie) hervorrufen, der lebensbedrohlich sein kann. Unmittelbar nach dem Stich müssen die Betroffenen die verordneten Medikamente wie Antihistaminika und Kortison einnehmen sowie sich allenfalls eine Adrenalinfertigspritze verabreichen. «Zudem ist sofort der Notarzt zu rufen unter der Telefonnummer 144 oder 112», so Hartmann. Von einer Insektengiftallergie sind in der Schweiz etwa 3,5 Prozent der Bevölkerung betroffen, jährlich kommt es dadurch zu 3 bis 4 Todesfällen. (Die 10 wichtigsten Fragen und Antworten rund um Bienen, Wespen und Insektengift haben wir für Sie zusammengestellt.) 

Auch die Insektenvölker sind gestresst
Wespen und Bienen bedrohen Allergiker, sind aber auch selber bedroht: «Die hohen Temperaturen bringen die Völker an ihre Grenzen», sagt Bienenexperte Jean-Daniel Charrière. Ein Wespennest, das zum Beispiel in einem Estrich hängt, kann nun überhitzen und die Brut sterben. «Bei der Honigbiene sind 34°C im Nest optimal, um die Larven und Puppen auszubrüten», so Charrière, «liegt die Temperatur darüber, wird es problematisch für die Insekten.» In südlichen Ländern legen die Bienen daher im heissen Sommer einen Brutstopp ein – wie in unseren Breiten im Winter: Weil die Bienen die 34°C-Bruttemperatur nicht aufrechterhalten können. 


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