Medienmitteilung

Wer an Heuschnupfen leidet, der wappne sich: Hat der lang anhaltende Regen sie aus der Luft gewaschen, fliegen die Gräserpollen nun richtig los. Ab sofort ist gemäss MeteoSchweiz in der ganzen Schweiz mit hohen bis sehr hohen Konzentrationen zu rechnen. Jede fünfte Person in der Schweiz reagiert allergisch auf die Winzlinge – sie erhalten Rat bei aha! Allergiezentrum Schweiz.

Sonne und Wärme bringen endlich den Sommer, lassen aber auch die Gräserpollen fliegen: Mit den prognostizierten vielen Sonnenstunden in den kommenden Tagen werden voraussichtlich in der ganzen Schweiz sehr grosse Mengen an Gräserpollen in der Luft sein, wie Biometeorologin Regula Gehrig von MeteoSchweiz sagt. Bisher waren aufgrund des Regenwetters nur an einzelnen Tagen und auch nicht überall in der Schweiz sehr hohe Belastungen aufgetreten. 

Über 1,2 Millionen Menschen in der Schweiz – also etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung – sind auf Gräserpollen allergisch. Die Gräser stehen jeweils ab Mitte Mai bis Mitte Juli in voller Blüte. «Für Heuschnupfen-Beschwerden sorgen vor allem das Knäuelgras sowie das Wiesen-Lieschgras», sagt Sereina de Zordo, Beraterin bei aha! Allergiezentrum Schweiz: Die Eiweisse in den Pollen verursachen tränende Augen, Jucken in Nase und Gaumen, Niesreiz, Husten, Atembeschwerden und Migräne. Die Blüte eines einzigen Grashalms enthält rund 4 Millionen Blütenpollen. 

Der Regen hat die Pollen aus der Luft gewaschen
«Moderat» sei der Flug der Gräserpollen im Vergleich mit dem langjährigen Mittel bisher verlaufen, so Biometeorologin Regula Gehrig. Die Vegetation hatte sich im Frühling zwar normal entwickelt, doch das wolken- und niederschlagsreiche Wetter in den letzten Wochen hat verhindert, dass die Gräser ihre Pollen in grossen Mengen freisetzen konnten. Und falls doch, wurden die Winzlinge meist gleich wieder durch den Regen aus der Luft gewaschen. Ein Vergleich mit dem heissen Sommer 2015: Vor einem Jahr wurden Ende Mai anfangs Juni in einer anhaltenden Schönwetterperidode zwei Wochen lang ununterbrochen höchste Konzentrationen von Gräserpollen gemessen. In dieser Saison können gemäss Mittelwerte der vergangenen Jahre in höheren Lagen noch bis anfangs Juli sehr starke und im Mittelland bis Mitte Juli starke Belastungen auftreten.

Den positiven Aspekt des Schlechtwetters für Pollenallergiker und -allergikerinnen bestätigt Sereina de Zordo: «In den letzten zwei drei Wochen gingen über unser Beratungstelefon überraschend wenig Fragen zu Heuschnupfen ein.» Die kostenlose aha!infoline ist für viele Leidgeplagte erste Anlaufstelle, um Rat und hilfreiche Tipps rund um Allergien abzuholen. 

Verstärkende Faktoren: Gewitter und Feinstaub
Mit schönem Sommerwetter ändert sich die Situation für Heuschnupfen-Geplagte schlagartig, verschärft sich gar, wenn gleichzeitig Gewitter auftreten: «Kurz vor einem Gewitter führt die hohe Luftfeuchtigkeit zum Platzen der Pollen. Dadurch werden hohe Konzentrationen von allergieauslösenden Eiweissen der Pollen freigesetzt», erklärt Sereina de Zordo. Das kann zu verstärktem Juck- und Niesreiz oder vermehrten Asthmaanfällen führen. Daher rät die Expertin: «Naht ein Gewitter, ist es besser im Haus zu bleiben und auf jeden Fall die Fenster zu schliessen.» Auch andere Faktoren verstärken die allergene Wirkung der Pollen – etwa Luftschadstoffe: Pollenkörner in der Luft werden durch Stickoxide und Ozon verändert und können leichter Allergien hervorrufen; Stickoxide und Ozon sind Komponenten des verkehrsbedingten Sommersmogs.

Tipps: Sonnenbrille und Indoor-Sport
Mit folgenden Verhaltensregeln lassen sich Beschwerden einer Pollenallergie mindern: nur kurzes Stosslüften, vor dem Schlafengehen die Haare waschen, die Wäsche nicht im Freien trocknen lassen und sich bei schönem, windigem Wetter nur für kurze Zeit an der frischen Luft aufhalten, immer eine Sonnenbrille tragen und sportliche Aktivitäten indoor verlegen.

Über die Website www.pollenundallergie.ch, die aha! Allergiezentrum Schweiz und MeteoSchweiz gemeinsam betreiben, und mit der App «Pollen-News» lässt sich zudem die aktuelle Pollenbelastung durch die allergenen Pflanzen verfolgen – und die Freizeit besser planen.

Desensibilisierung wirkt erfolgreich und nachhaltig
Wer stark an Heuschnupfen leidet, kann die Symptome in Absprache mit dem behandelnden Arzt medikamentös behandeln – mit Antihistaminika in Form von Nasensprays, Augentropfen oder Tabletten, eventuell kombiniert mit lokal eingesetztem Kortison. Wer gleich an der Ursache anpacken will, nimmt eine Desensibilisierung in Angriff: «Bei einer sogenannten spezifischen Immuntherapie (SIT) wird der Körper langsam an das Allergen gewöhnt, was schliesslich weitere allergische Reaktionen verhindert», erklärt Sereina de Zordo. Die drei- bis fünfjährige Therapie lohnt sich: «Die Beschwerden und die Einnahme von Medikamenten können um mehr als die Hälfte reduziert werden.»

aha! Allergiezentrum Schweiz hilft