Medienmitteilung

Die Birken stehen in Blüte und lassen Allergikerinnen und Allergiker leiden. Es steht ein starkes Birkenpollenjahr an, womit die Monate April und Mai für viele Betroffene zu einer Herausforderung werden. Dieser Tage liegt zudem Sahara-Staub in der Luft, was die Beschwerden verstärken kann. Durch die bevorstehenden Niederschläge wird die Situation vorübergehend entschärft. 

Jetzt sind sie in der Luft und treiben manch einem die Tränen in die Augen: die stark allergenen Birkenpollen. Die Kätzchen der Birken lassen bei den warmen Temperaturen ihre Pollen fliegen und sorgen, zusammen mit den Hagebuchen- und Eschenpollen, für eine hohe Belastung beinahe überall in der Schweiz. Erst mit den kühleren Temperaturen und den bevorstehenden Niederschlägen ab heute Nacht werden die Konzentrationen vorübergehend sinken.

Eine starke Birkenpollensaison bis Mai
In der Schweiz ist mindestens jede zehnte Person auf Birkenpollen sensibilisiert, viele von ihnen leiden unter lästigen allergischen Reaktionen wie Niesattacken, Fliessschnupfen (Rhinitis), verstopfter Nase, juckenden und tränenden Augen, Juckreiz in Gaumen, Nase und Ohren. Über längere Zeit unbehandelt kann eine Pollenallergie zu einem allergischen Asthma führen (Etagenwechsel). Zudem können sich Kreuzreaktionen mit botanisch verwandten Lebensmitteln – etwa Apfel, Haselnuss, Sellerie – bemerkbar machen. 

Blühen werden die Birken bis im Mai und für Pollenallergikerinnen und -allergiker kann der April ein herausfordernder Monat werden: Die Modelle von MeteoSchweiz sagen eine stärkere Birkenpollensaison voraus als im letzten Jahr, wie Biometeorologin Regula Gehrig bestätigt. Die Intensität der Birkenblüte hängt davon ab, wie viele Birkenkätzchen gebildet werden, was bereits im Sommer des Vorjahres geschieht. Somit beeinflussen sowohl das Wetter vom Vorjahr als auch die aktuelle Wetterlage die Blütenintensität und damit den Pollenflug. 

Sahara-Staub reizt die Atemwege zusätzlich
Mit in der Luft sind derzeit auch die stark allergenen Eschenpollen und die mittelstark allergenen Hagebuchenpollen. Damit aber nicht genug: Eine starke Windströmung hat über das vergangene Wochenende Sahara-Staub aus den Wüstengebieten in Nordafrika in die Schweiz geweht ¬ ein Phänomen, das im Frühling und im Herbst bei starkem Wind regelmässig vorkommen kann. «Die Feinstaub-Partikel können die Atemwege von Allergikerinnen und Allergikern zusätzlich reizen, Husten auslösen und eine Grundentzündung hervorrufen oder verschärfen. Das kann die Allergie-Symptome drastisch verstärken», so Dr. Georg Schäppi, Geschäftsleiter von aha! Allergiezentrum Schweiz. 

Wie Pollen «aggressiv» werden
Die gute Nachricht dabei: Der mineralische Staub reizt zwar mechanisch die Schleimhäute, verstärkt die Wirkung der Pollen aber nicht – im Gegensatz zu Partikeln, die bei Verbrennungsprozessen in Dieselmotoren, in der Industrie und Kehrichtverbrennungsanlagen entstehen. «Die mit chemischen Stoffen wie Nitraten oder Sulfaten belasteten Partikel können Pollen aggressiver machen», so Georg Schäppi. Gemäss den Wetterexperten von MeteoSchweiz schwächt sich die Föhnlage gegen heute Abend ab. Eine Kaltfront zieht auf und in der Nacht ist mit Regen zu rechnen. Die Luft wird damit von Pollen und Staub gesäubert. 

Informieren, therapieren, vorbeugen
Die Symptome bei einer Pollenallergie werden mit verschiedenen Medikamenten behandelt in Form von Nasensprays, Augentropfen Tabletten oder Tropfen. Zu den wichtigsten Wirkstoffgruppen gehören Antihistaminika, Kortikosteroide, Leukotrienantagonisten und Mastzellstabilisatoren. Bis heute ist die Desensibilisierung/Spezifische Immuntherapie (SIT) die einzige Möglichkeit, Beschwerden einer Pollenallergie ursächlich zu behandeln. 

Das kostenlose Beratungstelefon aha!infoline – 031 359 90 50 – der Stiftung aha! Allergiezentrum Schweiz läuft in diesen Tagen heiss: Täglich wenden sich zahlreiche Betroffene an unsere Fachexpertinnen, die von Montag bis Freitag, 08.30–12.00 Uhr Fragen zu Pollenallergien beantworten.

Links für mehr Informationen:
Broschüren zum Pollenthema im aha!shop
Plattform www.pollenundallergie.ch 
App «Pollen-news» für Smartphones
www.schnupfentest.ch