aha! Allergiezentrum Schweiz - Infos zu Allergien - Ekzeme - Psoriasis - Frau, die sich am Ellenbogen kratzt

Psoriasis oder Schuppenflechte gilt als eine der häufigsten und verbreitetsten Hautkrankheiten, betroffen sind etwa zwei Prozent der Weltbevölkerung. Sie kann in jedem Alter auftreten; meist erscheinen die ersten Krankheitssymptome bereits im Jugendalter oder etwa ab dem 40. Altersjahr. Es ist eine chronische, nicht ansteckende Krankheit, bei der in erster Linie die Haut betroffen ist. 

Ursachen und Auslöser

Psoriasis ist nicht vererbbar, die Veranlagung dazu kann aber weitergegeben werden. Dies bedeutet aber nicht zwingend, dass die Krankheit auch ausbricht. Die Ursachen für eine Entstehung der Psoriasis sind noch nicht vollständig geklärt. Man geht davon aus, dass verschiedene Faktoren eine Psoriasis verursachen oder beeinflussen. Man spricht hier von einer multifaktoriellen Erkrankung. Ein Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung und Umwelteinflüssen können die Erkrankung auslösen oder verschlechtern. Mögliche Auslöser:

  • Infektionskrankheiten
  • Medikamente
  • Stoffwechselstörungen
  • Hormonelle Faktoren
  • Psychische Faktoren
  • Umweltbedingte Einflüsse
  • Verletzungen (z.B. Sonnenbrand oder Schnitt- und Stichverletzungen)
  • Druckstellen / mechanische Reizungen
  • Stress
  • Alkohol
  • Nikotin

Diese Einflüsse können ein Hautbild auch verschlechtern.

Symptome

95 Prozent der von Psoriasis Betroffenen leiden an der gewöhnlichen Schuppenflechte (Psoriasis Vulgaris). Sie ist an den runden oder ovalen, geröteten und schuppenden Herden an der Hautoberfläche erkennbar. Diese Hautveränderungen können am ganzen Körper vorkommen; die am häufigsten befallenen Stellen sind jedoch die behaarte Kopfhaut, die Ellbogen, die Kniestreckseiten, die Kreuzbandregion und die Analfalte.

Die Bildung solcher Herde ist auf eine zu schnelle Erneuerung der Oberhaut zurückzuführen. Die Zellen in den Herden erneuern sich in nur 8 Tagen, während dieser Vorgang bei der gesunden Haut 28 Tage dauert. Durch den unvollständigen Verhornungsprozess entstehen silbrig glänzende Schuppen. Die betroffenen Hautstellen trocknen aus und es können Risse und Blutungen auftreten.

Die Krankheit verläuft meist in Schüben, abwechselnd mit ruhigeren Phasen. Während akuten Schüben kann ein starker Juckreiz hinzukommen.

Formen von Psoriasis

Plaque Psoriasis (Psoriasis vulgaris)

Beim häufigsten Typ der Psoriasis können die geröteten silbrigen Schuppen auf der gesamten Körperoberfläche auftreten. Von diesen Veränderungen, den Plaques, leitet sich der Name ab – «Plaque-Psoriasis». Einige Patienten leiden zusätzlich an Psoriasis der Finger- und Zehennägel (Nagelpsoriasis). Typisch sind dabei kleine Dellen (Tüpfelnägel), Verfärbungen (Ölflecken) und das Abheben der Nagelplatte.

Psoriasis guttata

Diese oft stark juckende Form tritt häufig nach bakteriellen Infektionen auf und ist durch zahlreiche kleine Psoriasisherde gekennzeichnet («guttata» bedeutet punktförmig).

Psoriasis pustulosa

Bei dieser seltenen Sonderform bilden sich eitrig gefüllte Blasen auf geröteten Hautstellen. Es können nur einzelne Stellen (etwa Handflächen und Fusssohlen) oder aber auch die gesamte Körperoberfläche betroffen sein.

Nagelpsoriasis

Nagelveränderungen können bei jeder Form der Psoriasis vorkommen. Bei rund der Hälfte der Betroffenen sind die Fingernägel und in einem etwas geringerem Ausmass die Zehennägel betroffen.

Psoriasis-Arthritis

Rund 20 Prozent der Psoriasis-Betroffenen leiden unter einer schmerzhaften Arthritis, eine entzündliche Rheumaerkrankung. Psoriasis-Arthritis gehört zu den sogenannten Spondylarthropatien und kann sowohl die Wirbelsäule als auch jedes periphere Gelenk oder Sehnenansätze befallen.

Therapie und Behandlung

Bis heute ist es nicht möglich, Psoriasis zu heilen. Eine entsprechende Therapie kann die Krankheitssymptome jedoch so reduzieren, dass die Betroffenen ein weitgehend normales Leben führen können.

Die geeignete Therapie zu finden, ist nicht immer einfach. Was bei den einen wirkt, muss bei anderen nicht immer zu gleichen Resultaten führen.

Die Wahl der Therapie hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Art der Psoriasis
  • Ausdehnung und Schweregrad der Psoriasis
  • Alter, Geschlecht und Lebensumstände der Betroffenen
  • Reaktion der Betroffenen auf frühere Therapien


Für Psoriasis existieren die folgenden Therapien, die auch oft kombiniert angewendet werden:

  • Lokale Therapie: äussere Behandlung mit Salben und Cremen 
  • Phototherapie: äussere Behandlung mit Licht (UVA, USB, zum Teil kombiniert mit Medikamenten oder Bädern)
  • Systemische konventionelle Therapie: innere Therapie mit Medikamenten
  • Biologika-Therapie (ebenfalls systemisch): innere Therapie mit speziellen Medikamenten, die mithilfe von biologischen Organismen gewonnen werden
  • Klima-Therapie: Aufenthalt in den Bergen oder am Meer
  • Komplementäre Therapie: diverse äussere oder innere Therapien der Komplementärmedizin
  • Stressbewältigung: Entspannungstechniken, Stressbewältigungstechniken, Psychotherapie
  • Sport und Bewegung: zur Entspannung oder als Therapie bei der Psoriasis-Arthritis

Tipps und Tricks

  • Regelmässiges Eincremen hilft, die Haut schubfrei zu halten.
  • Salben, Cremes und Lotionen sollten dem individuellen Hauttyp, dem Klima und der Jahreszeit angepasst sein, z.B. fettreichere Präparate und ölhaltige Bäder im Winter. Steigen die Temperaturen, sollte der Fettgehalt der Creme sinken
  • Präparat im Kühlschrank lagern, da gekühlte Hautpflegeprodukte den Juckreiz zusätzlich lindern.
  • Bei der Körperreinigung weder Wasser noch Seife zu exzessiv verwenden.
  • Bereits entzündete Hautflecken vor Sonne und Hitze schützen; am besten durch weite und geschmeidige Kleidung aus Baumwolle. 
  • Bei Juckreiz auf ein gutes, nicht zu trockenes Wohnklima achten: Luftfeuchtigkeit von über 40% und eine Temperatur zwischen 20 und 25 °C.
  • Die Fingernägel kurz und glatt halten, um Verletzungen durch Kratzen zu minimieren.
  • Vermehrt Obst, Gemüse sowie Omega3-haltige Nahrungsmittel (Fisch, Rapsöl) essen und scharf gewürzte Speisen und übermässigen Alkoholkonsum vermeiden.
  • Seelische Ausgeglichenheit hat einen positiven Einfluss auf die Haut.

Zahlen und Fakten

  • Etwa zwei Prozent der Weltbevölkerung haben Psoriasis.
  • Die genetische Veranlagung für Psoriasis wird vererbt.

Informationen und Angebote


Redaktion: aha! Allergiezentrum Schweiz, in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat.
 

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