Von Schimmelpilzen freigesetzte Sporen gehören zu den wichtigsten Allergenen im Innenraum. Betroffenen läuft die Nase, tränen die Augen oder fehlt der Atem. Eine Therapie, um die Schimmelpilzallergie loszuwerden, gibt es nicht. Bis jetzt. Ein internationales Forschungsteam hat kürzlich herausgefunden, wie das Immunsystem den Pilz registriert. 

Schimmelpilze sind fadenförmige Mikropilze, die weltweit überall zu finden sind. Sie spriessen vor allem draussen, gelangen aber als Sporen über offene Fenster und Türen ins Haus oder die Wohnung. Dort lösen ihre Sporen bei Menschen Atemwegsallergien aus.

Ein überraschender Ansatz
In einer vor kurzem im Fachmagazin «Nature» veröffentlichten Studie untersuchte ein internationales Forschungsteam die Schimmelpilzart Aspergillus fumigatus. Diese spielt für allergische Reaktionen eine Rolle und kann bei stark immungeschwächten Patienten lebensbedrohliche Lungeninfektionen verursachen. Die Forschenden entdeckten nun beim Infektionsprozess den Mechanismus, wie das Immunsystem die allergieauslösenden Schimmelpilze erkennt – nämlich aufgrund dessen Farbstoff Melanin. Dieser wird von einem eigens dafür zuständigen Rezeptor mit der Bezeichnung MelLec erkannt und gebunden, worauf die Reaktion des Immunsystems folgt. 

Schnittstelle zum Immunsystem
Laut Studie kommt der Rezeptor MelLec vor allem an Stellen in Lunge und Leber vor, wo das Einwandern von Immunzellen aus dem Blut in entzündete Bereiche gesteuert wird. Dass sich im Zuge der Evolution ein eigener Rezeptor für das Pilzmelanin entwickelt habe, sei faszinierend, werden die Wissenschaftler in einer Mitteilung zitiert. Die Ergebnisse könnten nicht nur helfen, Infektionen zu behandeln, sondern seien möglicherweise auch für die Allergieforschung hilfreich.

Weitere Informationen: Forschungsmeldung der Friedrich-Schiller-Universität Jena