Auch Tiere können an Allergien leiden. Bei Pferden kommen allergische Hautreaktionen durch Insektenstiche am häufigsten vor, Hunde leiden oft an atopischer Dermatitis. Dank einem neuen Impfstoff können die Erkrankungen nun in einer neuen Form behandelt werden. Eine Möglichkeit auch bald für uns Menschen?

Forschende unter Leitung von Prof. Martin. F. Bachmann von der Universitätsklinik für Rheumatologie, Immunologie und Allergologie am Universitätsspital Bern (Inselspital) haben in Zusammenarbeit mit der Universität Zürich sowie privatwirtschaftlichen Partnern einen neuen, verbesserten Impfstoff gegen chronische allergische Erkrankungen bei Tieren entwickelt. In der entsprechenden Medienmitteilung wird das klinische Potenzial des Impfstoffs als «bahnbrechend» beschrieben. 

Gut kombiniert
Die neue therapeutische Impfstofftechnologie besteht aus zwei miteinander verbundenen Komponenten: Erstens einem virusähnlichen Nanopartikel, der das Immunsystem aktiviert und zweitens einem Molekül, das gezielt gegen den Hauptauslöser der Erkrankung vorgeht. Die Methode unterscheidet sich damit entscheidend von einer klassischen Desensibilisierung, bei der das Immunsystem langsam an ein Allergen gewöhnt wird. «Diese Option wird wahrscheinlich die Art und Weise ändern, wie Haustiere medizinisch behandelt werden», wird Prof. Martin F. Bachmann in der Mitteilung zitiert. 

Studie im Detail
In der Studie wurde Islandpferden, die an Insektenüberempfindlichkeit (Sommerekzem) leiden, der verbesserte Impfstoff mit dem virusähnlichen Nanopartikel und dem Botenstoff IL-5 verabreicht. Das Molekül IL-5 reguliert die Entwicklung und Aktivierung von sogenannten Eosinophilen, die ein natürlicher Teil der Immunreaktion des Körpers sind und auch beim allergischen Asthma beim Menschen eine Schlüsselrolle spielen. Hunden mit atopischer Dermatitis impften die Forschenden – ebenfalls basierend auf dem virusähnlichen Nanopartikel – den Botenstoff IL-31. Dieses Protein ist bedeutend im Zusammenhang mit Juckreiz assoziierten Erkrankungen. 

Zukunftsmusik für den Menschen?
Bei der Anwendung in der Praxis berichten die Forschenden gemäss Medienmitteilung über enorme Erfolge: Die Hautläsionen der geimpften Pferde gingen stark zurück und die immunisierten Hunde wiesen weit weniger Juckreiz-Symptome auf. Erkenntnisse, die neue Möglichkeiten eröffnen: Das Forscherteam geht davon aus, dass man basierend auf diesen Grundlagen ähnliche Therapien für den Menschen entwickeln könnte. 

Weitere Informationen:
Medienmitteilung der Universitäten Bern und Zürich