US-Forscher beobachten Anstieg von Notfallaufnahmen aufgrund von Allergien – um 150 Prozent innerhalb von sechs Jahren. 

In den USA hat sich die Zahl der Kinder, die ein Risiko für eine anaphylaktische Reaktion haben, innerhalb von sechs Jahren verdoppelt – von 23 pro 10‘000 Kinder in 2010 auf 47 pro 10‘000 Kinder in 2016. Und: Die Anzahl der Besuche in einer Notfallaufnahme aufgrund einer Anaphylaxie ist sogar um 150 Prozent gestiegen, so die aktuelle Studie der Blue Cross Blue Shield (BCBS) Association, einer Vereinigung von 36 verschiedenen US-amerikanischen Krankenversicherungsorganisationen und -gesellschaften. Die Analyse von rund 9.6 Millionen Daten von versicherten US-Kindern zeigt: Während 2010 die Zahl der Notfallaufnahmen bei einer Anaphylaxie noch bei 1.4 pro 10‘000 Kinder lag, stand sie 2016 bei 3.5. 

Hauptauslöser: Lebensmittel
Für fast die Hälfte dieser Schockreaktionen sind gemäss Bericht Lebensmittel verantwortlich: Erdnüsse riefen am häufigsten schwere allergische Reaktionen hervor (22%), gefolgt von Nüssen und Samen (15%) und Milch und Eiern (6%). Die andere Hälfte der Fälle der Reaktionen (53%) war auf unbekannte Nahrungsmittel oder andere Ursachen wie Insektenstiche zurückzuführen. 

«Es gibt einen Anstieg von anaphylaktischen Reaktionen», lässt sich Trent Haywood, Senior Vice President und Chief Medical Officer der BCBSA in der Medieninformation zitieren, «aber es hat auch eine Aufklärung der Menschen stattgefunden.» Daher würden Eltern Symptome einer Anaphylaxie eher erkennen und in der Folge einen Arzt kontaktieren oder in die Notfallaufnahme fahren. 

Wissen, was im Notfall zu tun ist
Auf Aufklärung und korrektes Verhalten im Notfall setzt auch aha! Allergiezentrum Schweiz: «Denn Eltern und Erziehungsberechtigte sollten jederzeit auf eine allergische Reaktion vorbereitet sein – und wissen, was zu tun ist», sagt Noemi Beuret, die die Anapyhalxie-Schulungen und Anapyhlaxie-Workshops der Stiftung durchführt. Bei Betroffenen, Eltern und Lehrpersonen stossen die Trainings auf enormes und gutes Echo: Man fühle sich viel sicherer, gerade im Umgang mit dem Adrenalinautoinjektor, der bei einem anaphylaktischen Schock lebensrettend sein kann. 


Weitere Informationen:  
Studie der Blue Cross Blue Shield (BCBS) Association