aha! Allergiezentrum Schweiz und weitere Gesundheitsorganisationen begrüssen die Einführung eines tieferen Feinstaub-Grenzwertes, wie sie das UVEK in der überarbeiteten Luftreinhalteverordnung vorsieht. Unverständlich ist hingegen, dass die Reduzierung von Stickoxiden keine Priorität hat, obschon diese mitverantwortlich sind für die regelmässige Überschreitung der Ozon-Grenzwerte.

Grundsätzlich zielt die Revision der Luftreinhalteverordnung (LRV) in die richtige Richtung, manche Vorhaben werden jedoch zu wenig konsequent umgesetzt: So lautet das Fazit verschiedener Gesundheitsligen wie aha! Allergiezentrum Schweiz, Lungenliga und Krebsliga zur überarbeiteten Luftreinhalteverordnung, welche das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) in die Vernehmlassung geschickt hat.

Erfreulich ist die vorgesehene Einführung eines neuen Grenzwertes für Feinstaub. Aktuell liegt der Grenzwert für PM10 (Feinstaub mit einem Durchmesser unter 10μm also 10 Mikrometer, bei 20 μg/m3 (Mikrogramm pro Kubikmeter) Luft im Jahresmittel. Neu soll auch für PM2.5 (Feinstaub mit einem Durchmesser unter 2.5μm) ein Jahresgrenzwert von 10 μg/m3 Luft festgelegt werden. Diese Verschärfung der Vorschriften begrüsst aha! Allergiezentrum Schweiz, denn in den letzten Jahrzehnten hat die Anzahl Betroffener von Allergien und allergischem Asthma zugenommen – auch eine Folge der Schadstoffbelastung. Luftschadstoffe verstärken allergische Symptome und führen zu mehr Asthma-Anfällen. Ausserdem können Luftschadstoffe Pollenkörner so verändern, dass sie vermehrt Allergien hervorrufen.

Denn je kleiner Feinstaub-Partikel sind, desto tiefer gelangen sie bei jedem Atemzug in die Lunge, teilweise können sie sogar in den Blutkreislauf vordringen. Längerfristig kann dies unter anderem zu Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen, Lungenkrebs und vorzeitigen Todesfällen führen. Auch bereits eine kurzfristig erhöhte Partikelbelastung kann Husten, Atemnot, Entzündungen der Atemwege und der Lunge, Bronchitis und Asthmaschübe zur Folge haben. Auch die noch feineren Partikel (PM1) sollten gemäss Gesundheitsorganisationen so bald als möglich reguliert werden.

Stickoxide bleiben ein Problem
Die geplante Revision der Luftreinhalteverordnung soll in erster Linie die Feinstaub- und Kohlenmonoxid-Emissionen reduzieren. Weniger Regulierung erfolgt beim Ausstoss von Stickoxiden, Schwefeloxiden sowie flüchtigen organischen Verbindungen. Dies ist für aha! Allergiezentrum Schweiz und weitere Gesundheitsligen unverständlich. Insbesondere die Stickoxide, die beim Verbrennen von Brenn- und Treibstoff entstehen, gehören nämlich im Sommer zu den Hauptverursachern von Smog, tragen zur Feinstaubbelastung bei und sind wichtige Vorläufersubstanzen von Ozon. Da die Ozon-Grenzwerte in den Sommermonaten immer noch häufig überschritten werden, müsste die Revision auch vermehrt auf die Eindämmung dieser Schadstoffe zielen.

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