Reaktionen auf Nüsse, Erdnüsse und Sesam sind nicht nur die häufigsten, sondern auch die schwerwiegendsten Allergien auf Nahrungsmittel. Da Nüsse in vielen Lebensmitteln vorkommen und bereits Spuren für eine allergische Reaktion ausreichen, meiden Betroffene oft vorsorglich alle Nussarten – auch wenn nur eine Allergie auf eine bestimmte Nuss vorliegt. Eine Studie zeigt, ob sie sich damit unnötig einschränken. 

Die so genannte «Pronuts-Studie» untersuchte an 122 betroffenen Kindern in Genf, Valencia und London, ob bei ihnen Allergien auf Erdnüsse, Nüsse (Walnuss, Cashewnuss, Mandel etc.) und Sesam gemeinsam vorkommen. Das Forschungsteam fand heraus, dass 60 Prozent der Kinder, die entweder auf Erdnuss, Nuss oder Sesam allergisch sind, auch gegen eine andere Nuss oder Samen reagieren. Dabei kommen bestimmte «Allergie-Paarungen» häufiger vor, wie etwa eine Allergie auf Cashewnüsse und Pistazien oder eine Allergie auf Baumnüsse und Pekannüsse. Spannend sind die regionalen Unterschiede, die die Forschenden mittels oraler Provokation fanden: Während die Kinder in Genf vor allem auf Cashewnüsse, gefolgt von Erdnuss, Pistazie und Haselnuss allergisch reagieren, sind es in London Erdnuss, Baumnuss und Haselnuss sowie in Valencia Baumnuss, Pekannuss und Haselnuss. Das begründet sich womöglich damit, wie häufig die Nuss in dieser Region gegessen wird.

Genaue Allergiediagnose empfohlen
Bei einer Nuss-, Erdnuss- oder Sesamallergie ist also das Risiko gross, dass auch eine Allergie auf eine andere Nussart vorliegt. Die Resultate zeigen aber auch, dass betroffene Personen nicht per se auf alle Nüsse, Erdnüsse oder Samen verzichten müssen. Daher ist es enorm wichtig, eine vollständige Diagnose vorzunehmen. Ist der genaue Allergieauslöser bekannt, erleichtert dies Betroffenen den Alltag enorm. 


Quelle: Brough et al. 2020. Defining challenge-proven coexistent nut and sesame seed allergy: A prospective multicentre European study. J Allergy Clin Immunol. 145(4): 1231-1239