Steigt die emotionale Belastung, verstärken sich die Symptome einer Allergie oder eines Asthmas. Ein Teufelskreis: Denn eine schniefende Nase oder juckende Ausschläge lassen den Stresslevel erneut steigen und die Beschwerden werden schlimmer. Was jetzt helfen kann? Tief durchatmen. 

In Belastungssituationen werden Allergien und Asthma oft schlimmer oder brechen sogar erstmals aus. Zusätzlich zur medizinischen Behandlung kann es darum hilfreich sein, etwas gegen den Stress zu tun. Etwa in dem man mehr Ruhe ins Leben bringt – mit gezielten Entspannungsübungen.

Mit sich im Einklang: Yoga 
Meditation, Atemtechniken, Körperübungen: Im Yoga – so die Jahrtausende alte indische Lehre – verbinden sich Körper und Geist. Stand ursprünglich die Askese, also die Enthaltsamkeit, im Fokus, erhält im heutigen Yoga die körperliche Betätigung einen höheren Stellenwert, weitgehend unabhängig religiöser Überzeugungen. Untersuchungen zeigen, dass das regelmässige Praktizieren einen positiven Effekt auf die Gesundheit hat – in zweifacher Hinsicht. Einerseits fördern die Übungen unser körperliches Wohlbefinden: Die Nackenverspannung ist weg, der Rücken schmerzt nicht mehr, sogar die Beschwerden eines allergischen Schnupfens verbessern sich – gemäss einer Studie aus den USA und Thailand. Andererseits ermöglicht die Kombination der körperlichen und geistigen Übungen Stress abzubauen und das innere Gleichgewicht zu fördern. 

Für wen? Yoga ist für alle geeignet. Da es viele verschiedene Yoga-Arten gibt, macht es Sinn, Probelektionen zu besuchen, um herauszufinden, was einem entspricht. Mehr dazu auch auf www.yoga.ch.

Im Hier und Jetzt: Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion 
Der amerikanische Professor Jon Kabat-Zinn formte Ende der Siebzigerjahre aus buddhistischer Meditation, Yoga und Zen ein Programm, das helfen soll, im Alltag bewusster mit Stress umzugehen. MBSR – mindfulness-based stress reduction – heisst so viel wie achtsamkeitsbasierte Stressreduktion. Achtsamkeit? Ein derzeit oft verwendeter Begriff, der einen Zustand umschreibt, in dem eine Person sich der momentanen Verfassung seines Geists und seines Körpers bewusst wird – ohne abgelenkt zu sein oder diese Wahrnehmungen zu bewerten. MBSR wird grundsätzlich im Rahmen von Kursen unterrichtet und die Teilnehmenden sind sich einig, dass das Programm wirkt. Auch die Wissenschaft kann dies bestätigen: Forschende zeigten mittels Bildern aus dem Kernspintomographen, dass zwischen den Gehirnen erfahrener Meditierender und derer von Personen ohne Meditationserfahrung Unterschiede in den Strukturen bestehen. Insbesondere in jenem Hirnareal, das eine wichtige Rolle in der Verarbeitung von Angst und Stress spielt – das Gedankenkarussell wird angehalten; man fühlt sich weniger gestresst. 

Für wen? MBSR kann von Menschen jeglichen Alters erlernt werden. Kurse finden sich auf www.mindfulness.swiss.


Entspannen durch anspannen: Progressive Muskelrelaxation
Die Hand zu einer Faust ballen, die Anspannung sieben Sekunden lang halten, dann abrupt loslassen. Und nachspüren: Wie fühlt sich die Entspannung an? Soweit die Praxis der Progressiven Muskelentspannung (PMR). Indem der Reihe nach bestimmte Muskelgruppen an- und wieder entspannt werden, lässt die Entspannungsphase bewusster wahrnehmen. Entwickelt hat das Verfahren 1929 der amerikanische Arzt Edmund Jacobson. Er stellte fest: Steht man unter Stress, spannen sich unsere Muskeln unwillkürlich stärker an. Umgekehrt führt ein entspannter Körper zu einem ruhigen Geist. Die progressive Muskelrelaxation bringt gleich zwei Vorteile: Erstens lernt man, seinen momentanen Spannungszustand zu spüren und kann dadurch frühzeitig erkennen, wenn man im Alltag unter Stress steht. Zweitens lässt sich mit dieser Methode die vorhandene Anspannung reduzieren. Die Forschung zeigt, dass sich das PMR-Training positiv auf das Stresserleben sowie die Lungenfunktion auswirkt.

Für wen? Progressive Muskelentspannung ist leicht zu lernen und eignet sich für nahezu jede Person. Auch wenn es Bücher, CDs und Apps zum Selbstlernen gibt, ist der Einstieg unter fachkundiger Anleitung sinnvoll.