Das neue Coronavirus ist für alle Personen gefährlich. Ein besonders hohes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben Personen ab 65 Jahren und Erwachsene mit Vorerkrankungen. Auch schwangere Frauen gehören zur Risikogruppe. Zum Teil entwickeln auch jüngere, gesunde Personen schwere Verläufe.

Am besten schützen Sie sich vor einer Ansteckung indem Sie sich weiterhin an die Hygiene- und Verhaltensregeln halten. Beachten Sie weiter:

  • Vermeiden Sie Orte mit hohem Personenaufkommen (zum Beispiel Bahnhöfe, öffentliche Verkehrsmittel) und Stosszeiten (zum Beispiel Einkaufen am Samstag, Pendelverkehr). Wenn Sie sich trotzdem an Orten mit hohem Personenaufkommen aufhalten und den nötigen Abstand nicht einhalten können, ist das Tragen einer Hygienemaske empfohlen.
  • Vermeiden Sie unnötige Kontakte und halten Sie Abstand zu anderen Personen (mindestens 1.5 Meter).
  • Lassen Sie wenn möglich eine Freundin, einen Freund oder Nachbarn für Sie einkaufen oder bestellen Sie online oder per Telefon.
  • Nutzen Sie für geschäftliche und private Treffen bevorzugt das Telefon, Skype oder ein ähnliches Hilfsmittel.
  • Wenn Sie zum Arzt müssen, fahren Sie mit Ihrem Auto oder Velo oder gehen Sie zu Fuss. Ist das nicht möglich, dann nehmen Sie ein Taxi.
  • Folgen Sie der Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. 
  • Haben Sie ein oder mehrere Krankheitssymptome wie Husten (meist trocken), Halsschmerzen, Kurzatmigkeit, Fieber, Fiebergefühl, Muskelschmerzen oder plötzlicher Verlust des Geruchs- und/oder Geschmackssinns? Dann rufen Sie sofort Ihre Ärztin/Ihren Arzt oder ein Spital an. Auch am Wochenende. Beschreiben Sie Ihre Symptome und sagen Sie, dass Sie zu den besonders gefährdeten Personen gehören.

Für Personen ab 65 Jahren, schwangere Frauen und für Erwachsene mit einer der folgenden bestehenden Vorerkrankung ist das neue Coronavirus besonders gefährlich:

  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Chronische Atemwegserkrankungen
  • Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen
  • Krebs
  • Adipositas Grad III (BMI ≥ 40 kg/m2)

Quelle: Bundesamt für Gesundheit
 

Corona-Virus: Allergien & schweres Asthma
Rund jede fünfte Person in der Schweiz hat eine Allergie und reagiert auf an sich harmlose Stoffe aus der Umwelt. Pollen gehören zu den häufigsten Auslösern von Atemwegsallergien. Aktuell, Stand 7. August 2020, ist kein Zusammenhang bekannt zwischen einer bestehenden Allergie und dem Auftreten oder Schweregrad einer COVID-19-Erkrankung.

Alle Betroffenen von Allergien und Asthma befolgen daher die allgemeinen Empfehlungen des BAG, auch wenn sie nicht zu den besonders gefährdeten Personen (siehe oben) gehören:

  • Abstand halten
  • Gründlich Hände waschen
  • Keine Hände schütteln
  • Nicht mit den Händen ins Gesicht fassen
  • In Taschentuch oder Armbeuge husten und niesen
  • Bei Fieber und Husten zu Hause bleiben
  • Nur nach telefonischer Anmeldung in Arztpraxis oder Notfallstation
  • Empfehlung: Maske tragen, wenn Abstandhalten nicht möglich ist.
  • Folgen Sie der Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. 

Hingegen Menschen mit schwerem Asthma sollen sich vor Ansteckung besonders schützen und die Massnahmen für besonders gefährdete Menschen befolgen (siehe oben, BAG). Bei einer Verschlechterung der asthmatischen Symptome sollen sie sich telefonisch an einen Arzt wenden.

In der Schweizer Bevölkerung haben ca. 2–8% aller Menschen Asthma. Davon hat aber nur ein kleiner Teil schweres Asthma. Sie haben schweres Asthma, wenn Ihnen Ihr Arzt dies so mitgeteilt hat und wenn Sie aktuell einer immunmodulierenden Therapie bedürfen oder trotz anderer mittel-/hochdosierten Medikamenten (z.B. Symbicort®, Seretide®, Alvesco® Relvar®, oder Foster®) zeitweise noch Beschwerden haben oder Sie Kortison in Tablettenform zur Behandlung benötigen. 

Wichtig: 

  • Verordnete Medikamente gegen Allergien und Asthma (z.B. Antihistaminika, Kortisonpräparate) sollten nicht ohne Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt abgesetzt werden.
  • Es gibt derzeit keine Hinweise, dass die Einnahme von Medikamenten gegen Allergien und Asthma (Antihistaminika, Kortisonpräparate) das Risiko für eine COVID-19-Erkrankung erhöhen oder eine Infektion verschlechtern. 
  • Des Weiteren gibt es derzeit keine Hinweise, dass die geringen Kortisondosen, die bei Asthma inhaliert werden müssen, ein Risiko für eine COVID-19-Erkrankung darstellen. Ein unkontrolliertes Absetzen der Medikamente ist für Betroffene deutlich gefährlicher. 
  • Wer hingegen zur Asthmabehandlung eine Kortisontherapie mittels Tabletten erhält, sollte sich nach den Regeln für besonders gefährdete Personen verhalten. Im Zweifelsfall sollten Sie Ihren behandelnden Arzt kontaktieren.


Redaktion: aha! Allergiezentrum Schweiz in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat (Stand 7. August 2020)

Quellen: Wissenschaftlicher Beirat von aha! Allergiezentrum Schweiz; Bundesamt für Gesundheit;  Lungenliga zusammen mit der Schweizerischen Gesellschaft für Pneumologie (SGP); Deutsche Gesellschaft für Pneumologie

Kontakte:


Video von Prof. Peter Schmid-Grendelmeier zu Allergie und Conoravirus

Video-Informationen von Prof. Dr. med. Peter Schmid-Grendelmeier, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von aha! Allergiezentrum Schweiz und Allergologe am Universitätsspital Zürich.