Bei atopischem Ekzem (auch Neurodermitis) ist die tägliche Reinigung der Haut ein elementares Element der Therapie. Die richtige Prozedur kann dazu beitragen, dass sich der Hautzustand verbessert und stabilisiert. Eine Übersichtstudie zweier US-amerikanischer Forscherinnen fasst zusammen, welche Produkte sich hierfür eignen. 

Die Haut täglich zu reinigen, vermindert die Besiedelung der Haut durch Bakterien, befreit sie von Hautschuppen sowie Krusten und ermöglicht die optimale Aufnahme von Pflegeprodukten. Ideal ist etwa ein kurzes, nicht zu heisses Bad (maximal 35°C) von fünf Minuten. Verschiedene Badezusätze können dabei die Reinigung zusätzlich unterstützen, wie die zwei US-Forschenden in ihrer Studie festhalten. 

Vorsicht: Betroffene sollten keine Selbstversuche starten, sondern sich vorher immer mit dem Arzt oder der Spezialistin absprechen. 

Bleichmittel
Gut untersucht ist die Wirkung von Bleichmittel (Natriumhypochlorit) im Badewasser. Einerseits bekämpft das Mittel den Keim Staphylococcus aureus, der die geschädigte Haut gerne besiedelt. Andererseits mildert Bleichmittel aber auch Entzündungen und Juckreiz.

Salz aus dem Toten Meer
Die Mineralstoffe des Wassers aus dem Toten Meer stärken die Barrierefunktion der Haut: Enthalten sind 30 Mal mehr Magnesium als in anderem Salzwasser plus hohe Konzentrationen von Kalzium, Kalium und Phosphat. Das Magnesium wirkt zudem entzündungshemmend.

Hafer
Diverse Studien konnten zeigen, dass Haferflockenpulver die Symptome eines atopischen Ekzems deutlich lindern können. Die enthaltenen wasserlöslichen Kohlenhydrate bewirken, dass die Haut Feuchtigkeit besser aufnehmen und länger speichern kann. Andere Inhaltstoffe wie Vitamin E oder Eisenkraftsäure sorgen für eine entzündungshemmende Wirkung. 

Kaltgepresste Öle
Dass kaltgepresste Öle wie Kokos- oder Sonnenblumenöl bei trockener Haut helfen, ist wissenschaftlich gut belegt. Als Badezusätze sind sie allerdings kaum erforscht. In einer Studie konnte gezeigt werden, dass baden mit Sojabohnenöl den Feuchtigkeitsverlust wesentlich geringer ausfallen lässt. Vorsicht auch hier: Bevor Betroffene Pflanzenöle verwenden, zuerst einen Verträglichkeitstest durchführen.


Quelle:
Marouf, M. et al.: Bathing Additives for Atopic Dermatitis. A Systematic Review. In: Dermatitis, Vol 30, No 3, May7June 2019, 191-197