Gleich alle drei prämierten Projekte des aha!award 2019 bieten Menschen mit atopischem Ekzem, auch Neurodermitis genannt, Unterstützung – um die Krankheit zu verstehen und besser mit ihr umzugehen. Der Award wird jährlich von aha! Allergiezentrum Schweiz lanciert.

Ständig brennt, schuppt, juckt die Haut: So ergeht es jedem fünften Kind und jedem zwanzigsten Erwachsenen in der Schweiz mit atopischem Ekzem. Die Neurodermitis ist eine chronische, komplexe Hauterkrankung, bei der der natürliche Schutz der Haut und ihre Abwehrfunktion beeinträchtigt sind. Wer erkrankt ist, muss seine Haut täglich pflegen und möglichst dem Kratzen widerstehen. «Die Erkrankung stellt für Betroffene und vor allem für Eltern eine enorme Belastung dar», weiss Hannes Lüthi, stv. Geschäftsleiter von aha! Allergiezentrum Schweiz; oftmals sind nämlich Kleinkinder betroffen. «Die prämierten Projekte helfen, den Alltag zumindest ein bisschen zu vereinfachen.» Die aha!awards wurden feierlich in Bern verliehen.

Ein kreatives Kinderbuch
Einem Kind zu erklären, weshalb es sich nicht kratzen darf und warum es sich immer eincremen muss, ist herausfordernd. Dies stellte auch die aha!award-Preisträgerin Inge Schmutz fest, deren Sohn früh am atopischen Ekzem erkrankt ist. Sie hat ein Kinder-, Sach- und Kreativbuch entworfen, mit dem Kinder spielerisch und mit altersgerechten Zeichnungen lernen, wie sie mit ihrer Krankheit umgehen können. 

Ein Film, der unter die Haut geht
Wenn die Haut ständig gerötet ist und schuppt, kann dies auch psychisch und sozial belastend sein – gerade für Jugendliche. Diesem Thema widmet sich der 18-jährige Preisträger Joel Chavez, der seit Geburt an einem starken atopischen Ekzem und multiplen Allergien leidet. In seinem Kurzfilm «Krokodil» zeigt er seine Lebensgeschichte, um andere zu ermutigen, offen über die Probleme zu sprechen; auch um bei Angehörigen mehr Verständnis zu wecken.

Ein digitaler Helfer
Wie lernen Betroffene einfach und schnell eine so komplexe Erkrankung wie das atopische Ekzem besser zu verstehen? In ihrer Masterarbeit in Humanmedizin an der Universität Zürich erarbeitete Preisträgerin Sarina Meier dafür den ersten Schweizer Chatbot. Mittels Multiple Choice-Fragen informiert www.eczemabot.com Betroffene und Angehörige über die Erkrankung. Die anonym eingegebenen Daten fliessen zudem in Studien ein und helfen dadurch später wiederum Betroffenen.

Marketing in Sozialen Medien
Wir vermuteten, was Gastreferent Thomas Hutter, Experte für Facebook Marketing und Social Media, bestätigte: Das Smartphone ist für viele das erste Gerät, dass sie morgens zur Hand nehmen und das letzte, das sie abends weg legen. Dazwischen haben wir rund 100 Mal nach unserem kleinen Freund gegriffen und – im globalen Durchschnitt – rund drei Stunden mit ihm verbracht. Und dabei wohl auch den einen oder anderen Abstecher in die Sozialen Medien gemacht: «In der Schweiz sind 4,5 Millionen Menschen auf Facebook und Instagram vertreten», so Hutter; 94 Prozent von ihnen scrollen sich auf dem Handy durch Freunde, Ferienfotos, Post, News – und Werbung. 

Werbung, die stets wundersam perfekt zu einem passt: Über die Spuren, die wir beim Surfen, Swipen, Klicken, Öffnen, Liken hinterlassen, konstruiert Facebook ein sehr genaues Profil von jedem Einzelnen und spielt ihm in der Folge auf ihn zugeschnittene Anzeigen, Produkte, News zu. Das Sammeln von Daten stuft Thomas Hutter nicht als problematisch ein, solange keine Daten verkauft werden. Aber klar sei, dass «Daten durch Facebook kommerzialisiert werden.» Mit Mehrwert nicht nur für Mark Zuckerberg, sondern auch für Firmen und Organisationen – auch aha! Allergiezentrum Schweiz: Sie erreichen über das intelligente Targeting von Facebook ihre Zielgruppen effizient und diese profitieren von für sie sinnvoller Werbung. 

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