E-Zigaretten werden immer beliebter. Bis heute sind die gesundheitlichen Auswirkungen eines langfristigen Konsums noch nicht bekannt. Eine Studie zeigt: E-Zigaretten begünstigen Asthmaanfälle – auch deren Passivrauch.

Im sprachlichen Gebrauch hat sich durchgesetzt, dass elektronische Zigaretten Dampf abgeben – keinen Rauch. Dabei denkt man an Wasserdampf, doch hat der entstehende Chemiecocktail wenig damit gemein. Studien konnten bereits belegen, dass E-Zigaretten bei Menschen mit Asthma die Asthmakontrolle verschlechtern. Ein US-amerikanisches Wissenschaftsteam hat nun untersucht, welchen Einfluss der Passivrauch elektronischer Zigaretten auf die Lunge von Kindern und Jugendlichen hat.

Die Forschenden nutzten die Daten einer regelmässig durchgeführten Studie an knapp 70‘000 Schülerinnen und Schülern zwischen 11 und 17 Jahren aus Florida. Von den befragten Kindern und Jugendlichen gaben 11‘830 an, dass sie an Asthma leiden; wobei jede und jeder Fünfte innerhalb der letzten zwölf Monate einen Asthmaanfall erlitten hatte. Rund ein Drittel der Asthmatiker war dem Passivrauch elektronischer Zigaretten ausgesetzt.

Die Analyse der Asthmaanfälle ergab, dass sich bei Kindern und Jugendlichen, die dem Passivrauch von E-Zigaretten exponiert waren, die Asthmasymptome häufiger verschlimmerten als in der Vergleichsgruppe. Um diesen Zusammenhang zu bestätigen, so das Fazit der Autoren, brauche es jedoch noch weitere Studien. Wichtig sei es auf alle Fälle, dass junge Asthmapatientinnen und -patienten auf die potenziellen Risiken der elektronischen Zigaretten hingewiesen werden – ob sie nun aktiv E-Zigaretten rauchen oder passiv dem «Dampf» ausgesetzt sind.

Quelle:
Bayly, J.E. et al.: Secondhand Exposure to Aerosols From Electronic Nicotine Delivery Systems and Asthma Exacerbations Among Youth With Asthma. In: Chest, 2019, 155 (1): 88-93.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30359612