Bis etwa zum 10. Lebensjahr leiden Jungen häufiger unter allergischem Asthma als Mädchen. Mit Beginn der Pubertät wechselt dieses Verhältnis, Grund dafür sind die Hormone. Forschende konnten nun zeigen, wie Testosteron Immunreaktionen beeinflusst. 

Dass das männliche Geschlechtshormon Testosteron Auswirkungen auf das Immunsystem hat, ist bekannt. US-Forschende konnten nun am Tiermodell zeigen, wie genau Testosteron allergische Reaktionen in den Atemwegen dämpft. 

Verschiedene Anhaltspunkte genutzt
Kommen Personen mit allergischem Asthma in Kontakt mit einem Auslöser wie etwa Pollen oder Hausstaubmilben, bilden ihre Immunzellen Entzündungsstoffe, die zu verstärkten asthmatischen Beschwerden führen – im Extremfall sogar zum Asthmaanfall. Ein Forschungsteam des Vanderbilt University Medical Center in Nashville (USA) untersuchte anhand von Hausstaubmilben-Allergenen verschiedene Faktoren: etwa wie viele IgE-Antikörper in der Lunge ausgeschüttet wurden oder wie viele entzündungsfördernde Botenstoffe und Immunzellen sich dort ansammelten. 

Ein weiterer kleiner Meilenstein
Die Forschenden entdeckten in ihren Experimenten den Mechanismus, wie Testosteron das Immunsystem beeinflusst. Laut ihrer Studie wirkt das Hormon direkt auf die so genannten Th17-Zellen und über weitere Botenstoffe auf die Th2-Zellen. Diese beiden Zelltypen spielen bei Asthma eine wichtige Rolle, weil sie bestimmte Proteine produzieren, die etwa Entzündungen auslösen. Diese Erkenntnisse sind ein weiterer kleiner Schritt in der Asthmaforschung. 

Quelle:
Fuseini, H., et al.: Testosterone Decreases House Dust Mite–Induced Type 2 and IL-17A–Mediated Airway Inflammation. In: The Journal of Immunology, 2018, 201: S. 1843–1854.