Kontaktdermatitis

Die Kontaktdermatitis (auch Kontaktekzem genannt) ist eine nicht infektiöse Reaktion der Haut auf äussere Substanzen und Einflüsse und gehört zu den häufigsten Erkrankungen der Haut.

Ursachen und Auslöser

Kontaktdermatitis ist ein Sammelbegriff für nicht infektiöse Hautkrankheiten, bei denen die Haut auf gewisse Substanzen mit einem Ekzem reagiert. Dabei sind mehr als tausend mögliche Auslöser bekannt. Diese sind zum Beispiel in Schmuck (Nickel), Kosmetika, Shampoos, Haarfärbemitteln, Desinfektionsmitteln, Reinigungsmitteln, verschiedenen Baumaterialien und Imprägnierungsmitteln enthalten. Personen, die ohnehin eine empfindliche Haut haben, z.B. Menschen mit einer Neurodermitis (atopische Dermatitis), neigen vermehrt dazu, auf die genannten Stoffe zu reagieren. Eine Kontaktdermatitis kann durch zwei verschiedene Mechanismen entstehen:

Allergische Kontaktdermatitis

Dabei handelt es sich um eine Unverträglichkeit auf eine Substanz, wobei das Immunsystem mit der Produktion von spezifischen Abwehrzellen reagiert. Als Folge entwickelt sich eine Entzündung. Häufige Auslöser einer allergisch bedingten Kontaktdermatitis sind Nickel, Wollwachs, Perubalsam oder Kaliumdichromat. Diese Stoffe sind unter anderem in Schmuck, Medikamenten zur äusseren Behandlung, Kosmetika oder in Zement und Imprägnierungsmitteln zu finden. 

Irritative Kontaktdermatitis

Die irritative Kontaktdermatitis ist keine allergische Reaktion, sondern eine zu starke Beanspruchung der Haut durch physikalische und chemische Reize. Dabei wird die Haut aufgrund wiederholter Reizung durch Stoffe wie Wasser, Seifen, Desinfektionsmittel etc. belastet. Zusätzlich können physikalische Einflüsse wie Reibung, Druck, Wärme und Kälte oder UV-Strahlen reizen. Häufig sind Menschen mit beruflicher Tätigkeit in Feuchtberufen, wie Coiffeur, Pflegefachperson, Koch, Reinigungspersonal und Industriearbeiter, davon betroffen. Diese Form ist wesentlich häufiger als die allergische Kontaktdermatitis. 

Symptome einer Kontaktdermatitis

Allergische Kontaktdermatitis

Die Reaktion tritt meist 24–48 Stunden nach dem Kontakt mit der auslösenden Substanz auf. Die Haut ist entzündet, gerötet, kann anschwellen und es können Bläschen oder Knötchen auftreten. Oftmals sind diese Symptome mit starkem Juckreiz verbunden. Die Hautreaktion zeigt sich an der Körperstelle, wo die Haut mit dem Reizstoff in Kontakt gekommen ist, kann sich aber auch auf nahe oder entfernte Hautregionen ausbreiten. Im Verlauf kann es bei wiederholtem Kontakt zu schmerzhaften Rissen (Ragaden), zu Schuppung oder Verdickung der Haut führen. 

Irritative Kontaktdermatitis

Tritt meist an Händen oder manchmal auch an den Füssen auf. Der Schweregrad der Reizung ist abhängig von Art und Intensität der auslösenden Substanz, der Körperregion und der Hautempfindlichkeit. Irritative Ekzeme entwickeln sich meist langsamer als allergische Ekzeme. Häufig zeigt sich die irritative Kontaktdermatitis als Hautrötung, manchmal auch durch eine Schwellung. Es können Bläschen oder Risse auftreten, oftmals begleitet durch Spannungsgefühl und Brennen. Die Hautveränderungen sind stets auf den Kontaktbereich begrenzt. 

Weder das allergische noch das irritative Kontaktekzem sind ansteckend. 

Diagnose

Allergische Kontaktdermatitis

In einem Gespräch mit dem Arzt gilt es, die Ursache für die Kontaktdermatitis herauszufinden. Die Hautstelle, an der die Reizung auftritt, kann zusätzlichen Hinweis auf deren Auslöser geben. In einem zweiten Schritt können Hauttests (Patch-Tests) gemacht werden. 

Irritative Kontaktdermatitis

Die Diagnose wird mittels einer ausführlichen Untersuchung durch den Spezialisten gestellt. Dabei lassen vor allem die betroffenen Hautpartien, das Erscheinungsbild und die Tätigkeit des Betroffenen auf die Ursachen schliessen. 

Therapie und Behandlung

Sowohl bei der allergischen, als auch bei der irritativen Kontaktdermatitis hat das Vermeiden des auslösenden Reizstoffes eine sehr wichtige Bedeutung. Zusammen mit dem Arzt werden Gegenstände, Substanzen oder Tätigkeiten genau angeschaut und besprochen. Werden Auslöser erkannt, sollte nach Alternativen gesucht werden. Durch das Meiden von Stoffen, die Ekzeme auslösen, wird eine Abheilung ermöglicht und ein langanhaltender Verlauf verhindert. 
Bei Juckreiz können Antihistaminika-Tabletten etwas Linderung bringen, Antihistaminika-Gels hingegen sind eher reizend. Ausgeprägte Ekzeme sollten nach Absprache mit dem Arzt mit lokalen Kortisonpräparaten behandelt werden.

Tipps und Tricks 

  • Frühes Abklären und das Einhalten entsprechender Massnahmen kann die Entwicklung einer ausgeprägten Kontaktdermatitis verhindern. Die Verwendung von hautneutralen Wasch- und Pflegeprodukten kann zusätzliche Reizungen verhindern.
  • Das Tragen von Handschuhen bei der Arbeit mit irritativen oder allergenen Substanzen und die regelmässige Anwendung von Hautschutzcremen sind die besten Massnahmen, um der Entstehung einer Kontaktdermatitis an den Händen entgegenzuwirken. 
  • Beim Kauf von Modeschmuck sollte auf nickelfreie Legierungen geachtet werden. In der Apotheke können im Zweifelsfall Gegenstände auf Nickel geprüft werden. 

Zahlen und Fakten

Die Kontaktdermatitis gehört zu den häufigsten Erkrankungen der Haut. Rund 20 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind im Laufe ihres Lebens mehr oder weniger stark davon betroffen.
 

Redaktion: aha! Allergiezentrum Schweiz, in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat.

 

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