Nahrungsmittelallergie

Nahrungsmittelallergie, aha! Allergiezentrum Schweiz, Bild: Fotolia 9406865XS©  @nt/fotolia

Bei Umfragen geben 20 % der Schweizer Bevölkerung an, auf Nahrungsmittel allergisch zu sein. Nachweisbar sind es jedoch nur 2–8 %. Kleinkinder entwickeln am häufigsten Allergien auf Nahrungsmittel, vertragen diese mit zunehmendem Alter häufig wieder.

Auslöser von Nahrungsmittelallergien

Eine Nahrungsmittelallergie beruht auf einer Abwehrreaktion des Körpers gegenüber harmlosen pflanzlichen oder tierischen Eiweissen (Allergenen). Die IgE-Antikörper lösen bei jedem Kontakt – oft genügen kleinste Mengen des entsprechenden Nahrungsmittels – eine allergische Reaktion aus.

Symptome von Nahrungsmittelallergien

Häufige und harmlose Reaktionen machen sich im Mundbereich bemerkbar: Juckreiz an Lippen und im Hals, ein pelziges Gefühl in Mund und Gaumen, Schwellungen der Lippen, Zunge sowie der Schleimhaut von Wangen und Rachen unmittelbar nach Genuss des Nahrungsmittels. Diese Symptome werden unter dem Begriff «orales Allergiesyndrom» zusammengefasst.

Weitere mögliche Reaktionen: Erbrechen, Magen- oder Bauchkrämpfe, Durchfall, auch Reaktionen der Haut, z.B. Ekzeme, Urtikaria, zudem Asthmaanfälle bis hin zu anaphylaktischen Schocks.

Diagnose und Differenzialdiagnose

Die Selbstbeobachtung, idealerweise festgehalten in einem «Symptomtagebuch», sowie die Resultate von Hauttest und Bluttests bilden die wichtigsten Grundlagen für die Diagnose einer Nahrungsmittelallergie. Es können zusätzlich Provokationstests notwendig werden. Allergietests können beim Säugling ab 6 Monaten durchgeführt werden. Für Differenzialdiagnosen, siehe unter: Nahrungsmittelintoleranzen

Therapie und Behandlung

Wichtig ist eine konsequente Karenz, das Auslassen des allergieauslösenden Nahrungsmittels. Auch auf versteckte Quellen in Backwaren, Wurstwaren, Gewürzmischungen sowie Halbfertig- und Fertigprodukten muss geachtet werden. In der Verordnung des EDI über die Kennzeichnung und Anpreisung von Lebensmitteln (LKV) sind allergene Zutaten aufgelistet, die zwingend deklariert werden müssen, auch wenn sie nur in kleinsten Mengen (z.B. als Zusatzstoff) beigefügt werden oder Bestandteil einer Zutat sind (z.B. bei Gewürzmischungen) http://www.admin.ch/ch/d/sr/8/817.022.21.de.pdf, (Artikel 8)
 

Wer bereits eine starke allergische Reaktion erlebt hat, sollte immer einen Notfallausweis und ein Notfallset bei sich tragen. Bei einer erneuten, starken allergischen Reaktion sollte der Notfallarzt oder ein Spital aufgesucht werden. In der Schweiz sind SOS-Kapseln wenig bekannt, können aber hilfreich sein.

Tipps und Tricks

  • Auf «Visitenkarten» die allergieauslösenden Nahrungsmittel schriftlich festhalten und im Restaurant beim Bestellen dem Personal abgeben. In den Ferien diese Karten in die jeweilige Landessprache übersetzt mitführen. Für Einladungen bei Familie und Freunden entweder die Gastgeber genau über die Allergie instruieren oder anbieten, etwas Allergenfreies mitzubringen.
  • Zutatenlisten auch von bekannten Lebensmitteln vor jedem Kauf prüfen. Rezepturänderungen können jederzeit vorgenommen werden. Bei Unsicherheit geben die Hersteller oder Grossverteiler gerne Auskunft. Die Kontaktangaben sind auf der Verpackung zu finden.

Zahlen und Fakten

Erwachsene sind am häufigsten allergisch auf Haselnüsse, Sellerie, Äpfel, Baumnüsse und Kiwi. Besonders schwerwiegende allergische Reaktionen treten auf Erdnüsse, Meeresfrüchte oder Nüsse und Sesamsamen auf. Kreuzreaktionen zwischen Birkenpollen und rohem Stein- und Kernobst sind häufig, kommen aber auch zwischen Milben und Meeresfrüchten sowie Latex und exotischen Früchten vor. Kinder reagieren typischerweise auf Kuhmilch, Hühnerei, Erdnuss und Nüsse.


Redaktion: aha! Allergiezentrum Schweiz, in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat.

 

aha! Allergiezentrum Schweiz hilft

  • Mit dem Schweizer Allergie-Gütesiegel ausgezeichnete Produkte und Dienstleistungen – ein Zusatznutzen für Betroffene.
  • aha!kinderlager für allergiebetroffene Kinder im Alter zwischen 8–12 Jahren: abwechslungsreiche Ferientage mit viel Sport, Spiel und Fitness. Fachgerecht betreut, lernen die Kinder einen verbesserten Umgang mit ihrer Allergie und/oder dem Asthma.
  • aha!jugendcamp für Jugendliche zwischen 13–16 Jahren: ein breites Sport- und Freizeitangebot,  fachkundige Leiter thematisieren auch Aspekte von allergischen Erkrankungen im Jugendalter.
  • Schulungen und Kurse zu den Themen «Allergie, Asthma, chronische Bronchitis», «Anaphylaxie» und «Neurodermitis»
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