Nahrungsmittelallergie

Bei Umfragen geben 20% der Schweizer Bevölkerung an, auf Nahrungsmittel allergisch zu sein. Nachweisbar sind es jedoch nur
4–8 %. Kleinkinder entwickeln am häufigsten Allergien auf Nahrungsmittel, vertragen diese mit zunehmendem Alter häufig wieder.

 

Auslöser von Nahrungsmittelallergien

Eine Nahrungsmittelallergie beruht auf einer Abwehrreaktion des Körpers gegenüber harmlosen pflanzlichen oder tierischen Eiweissen (Allergenen). Die IgE-Antikörper lösen bei jedem Kontakt – oft genügen kleinste Mengen des entsprechenden Nahrungsmittels – eine allergische Reaktion aus.
 

Symptome von Nahrungsmittelallergien

Häufige und harmlose Reaktionen machen sich im Mundbereich bemerkbar: Juckreiz an Lippen und im Hals, ein pelziges Gefühl in Mund und Gaumen, Schwellungen der Lippen und Zunge, der Wangen- und Rachenschleimhaut unmittelbar nach Genuss des Nahrungsmittels. Diese Symptome werden unter dem Begriff «orales Allergiesyndrom» zusammengefasst. Weitere Reaktionen können sein: Erbrechen, Magen- oder Bauchkrämpfe, Durchfall. Reaktionen der Haut (Ekzeme, Urtikaria), Asthmaanfälle bis hin zu anaphylaktischen Schocks sind weitere mögliche Symptome.
 

Diagnose und Differenzialdiagnose

Die Selbstbeobachtung, idealerweise festgehalten in einem «Symptomtagebuch», sowie die Resultate von Hauttest und Bluttests bilden die wichtigsten Grundlagen für die Diagnose einer Nahrungsmittelallergie. Es können zusätzlich Provokationstests notwendig werden. Allergietests können beim Säugling ab 6 Monaten durchgeführt werden.

Differenzialdiagnosen: Nahrungsmittelintoleranzen
 

Therapie und Behandlung

Wichtig ist eine konsequente Karenz, das Auslassen des allergieauslösenden Nahrungsmittels. Auch auf versteckte Quellen in Backwaren, Wurstwaren, Gewürzmischungen sowie Halbfertig- und Fertigprodukten muss geachtet werden. In der Verordnung des EDI über die Kennzeichnung und Anpreisung von Lebensmitteln (LKV) sind allergene Zutaten aufgelistet, die zwingend deklariert werden müssen, auch wenn sie nur in kleinsten Mengen (z.B. als Zusatzstoff) beigefügt werden oder Bestandteil einer Zutat sind (z.B. bei Gewürzmischungen) http://www.admin.ch/ch/d/sr/8/817.022.21.de.pdf, (Artikel 8)
 

Wer bereits eine starke allergische Reaktion erlebt hat, sollte immer einen Notfallausweis und ein Notfallset bei sich tragen. Bei einer erneuten, starken allergischen Reaktion sollte der Notfallarzt oder ein Spital aufgesucht werden. In der Schweiz sind SOS-Kapseln wenig bekannt, können aber hilfreich sein.
 

Tipps und Tricks

  • Auf «Visitenkarten» die allergieauslösenden Nahrungsmittel schriftlich festhalten und im Restaurant beim Bestellen dem Personal abgeben. In den Ferien diese Karten in die jeweilige Landessprache übersetzt mitführen. Für Einladungen bei Familie und Freunden entweder die Gastgeber genau über die Allergie instruieren oder anbieten, etwas Allergenfreies mitzubringen.
  • Zutatenlisten auch von bekannten Lebensmitteln vor jedem Kauf prüfen. Rezepturänderungen können jederzeit vorgenommen werden. Bei Unsicherheit geben die Hersteller oder Grossverteiler gerne Auskunft. Die Kontaktangaben sind auf der Verpackung zu finden.

Zahlen und Fakten

Erwachsene sind am häufigsten allergisch auf Haselnüsse, Sellerie, Äpfel, Baumnüsse und Kiwi. Besonders schwerwiegende allergische Reaktionen treten auf Erdnüsse, Meeresfrüchte oder Nüsse und Sesamsamen auf. Kreuzreaktionen zwischen Birkenpollen und rohem Stein- und Kernobst sind häufig, kommen aber auch zwischen Milben und Meeresfrüchten sowie Latex und exotischen Früchten vor. Kinder reagieren typischerweise auf Kuhmilch, Hühnerei, Erdnuss und Nüsse.
 

aha! Allergiezentrum Schweiz hilft

  • aha! Allergiezentrum Schweiz führt eine Liste mit berufserfahrenen diplomierten ErnährungsberaterInnen HF/FH, die eine qualifizierte und anerkannte Ausbildung haben und einen Fortbildungskurs zum Thema Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen absolviert haben.
  • Die Broschüren «Nahrungsmittelallergie und -intoleranz» und «Allergene im Offenverkauf» informieren ausführlich über das Thema.
  • Das Faltblatt «Allergene in Lebensmitteln: «Gut Informiert» kann bezogen werden unter https://www.bundespublikationen.admin.ch/ (Suchbegriff Allergene, Bestellnummer: 311.151.d.)
  • Nur elektronisch abrufbar ist die Broschüre: «Allergene korrekt deklariert – ein Leitfaden für Fachleute» www.bag.admin.ch/allergene
  • Der Fragenkatalog «Habe ich eine Allergie?» unterstützt Betroffene und Ärzte bei der Diagnosestellung.
  • In Zürich führt aha! Allergiezentrum Schweiz jährlich mehrere Allergie- und Asthmaschulungen durch.
  • Fachpersonen der aha!infoline beantworten persönliche Fragen: Montag bis Freitag, von 08.30–12.00 Uhr.
  • Im aha!kinderlager erleben allergiebetroffene Kinder zwischen 8–12 Jahren abwechslungsreiche Ferientage mit viel Sport und Spiel. Die Fitness soll verbessert werden, aber auch der Umgang mit Allergien und Asthma.
  • Im aha!jugendcamp finden Jugendliche zwischen 13–16 Jahren ein breites Sport- und Freizeitangebot. Fachkundige Leiter thematisieren auch Aspekte von allergischen Erkrankungen im Jugendalter.

 

Redaktion: aha! Allergiezentrum Schweiz, in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat.

 

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© aha! Letzte Aktualisierung: 26.06.2014 Disclaimer Qualitätssicherung Datenschutz