Latexallergie

Latex wird aus dem Baum Hevea brasiliensis gewonnen. Vor 10, 20 Jahren galt die Latexallergie als Berufsallergie, vor allem bei Personen in Medizinalberufen. Allergische Reaktionen äussern sich meist als lokaler Nesselausschlag, manchmal auch in bedrohlicheren Reaktionen wie Gesichtsschwellung, Atemnot oder Schock.

 

Ursachen und Auslöser einer Latexallergie

Verschiedene Proteine im Latex können Allergien auslösen. Vor 10 bis 20 Jahren galt die Latexallergie als Berufsallergie und war vor allem bei Personen, die in Medizinalberufen arbeiteten, verbreitet. Der Wechsel von gepuderten Naturlatexhandschuhen auf puderfreie oder gänzlich latexfreie Handschuhe in den Spitälern hat sich sehr positiv ausgewirkt.
 

Symptome einer Latexallergie

Mehrheitlich entwickelt sich die Latexallergie nach direktem Kontakt der Haut oder Schleimhaut mit latexhaltigen Materialien. Der direkte Hautkontakt kann einen lokalen Nesselausschlag (Urtikaria) mit Juckreiz, Hautrötung und kleineren oder grösseren Schwellungen zur Folge haben. Falls kein direkter Kontakt besteht, reagiert rund die Hälfte der Betroffenen mit Symptomen der Atemwege (Asthma, allergischer Schnupfen) oder roten, juckenden Augen.

Über die Haut/Schleimhaut aufgenommene Latexallergene verteilen sich über das Blut im Organismus und können dadurch zu einer Urtikaria am ganzen Körper, zu Lippenschwellungen und verschiedenen Schleimhautreaktionen und anderen Symptomen (Fliessschnupfen, Asthmaanfälle, Schwellungen im Mund-, Rachen- und Kehlkopfbereich, Magen-Darm-Symptome) führen. Gelegentlich treten schwere, anaphylaktische Reaktionen wie Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit, Herzstillstand ein.
 

Latexhaltige Gegenstände

Die häufigsten Auslöser einer Latexallergie sind latexhaltige medizinische Produkte.

Aber auch im Alltag ist Latex weit verbreitet:

  • Handschuhe (Medizinal- und Haushalthandschuhe)
  • Luftballone
  • Kondome
  • Erotikprodukte
  • Therapie- und Muskelkräftigungsbänder
  • Gummibänder in Kleidern, Unterwäsche mit Stretch-Effekt
  • Antirutschmatten in Dusche und Badewanne
  • Augen-Make-up: Wimperntusche mit Latex
  • Nuggis (Schnuller) und Sauger
  • Flip-Flops
  • Schwimmkappen
  • Griffe (z. B. an Handtaschen oder Fahrrädern)
  • Wärmeflaschen und weitere mehr

In der Medizin:

  • Latexhandschuhe
  • Wunddrainagen
  • Katheter
  • Verbände
  • Injektionszubehör und weitere mehr

In der Zahnmedizin:

  • Zahnkeile
  • Kofferdam (Spanngummi)
  • Kieferorthopädischer Spanngummi und weitere mehr
     

Kreuzreaktionen

Bei Latexallergiebetroffenen können auch Kreuzreaktionen auf Lebensmittel auftreten, deren Eiweisse ähnlich strukturiert sind wie die Latexallergene. Dazu gehören Ananas, Avocado, Bananen, Edelkastanien (Marroni), Feigen, Kartoffeln, Kiwi, Mango, Melonen, Papaya, Passionsfrüchte, Pfirsiche, Spinat und Tomaten. Nicht selten besteht auch eine Kreuzallergie zur beliebten Zimmerpflanze Birkenfeige (Ficus benjamina).
 

Massnahmen

Personen, bei denen eine Latexallergie vermutet wird, sollten sich allergologisch abklären lassen. Im Falle einer Bestätigung, erhalten sie einen Allergieausweis. Es liegt an ihnen die behandelnden Ärzte, Zahnärzte und das medizinische Personal über ihre Allergie zu informieren. Je nach Ausmass der Beschwerden, werden den Betroffenen Notfallmedikamente (Antihistaminikum, Kortisonpräparat und evtl. Adrenalin-Autoinjektor) nach genauer Instruktion abgegeben. Die Latexallergie ist immer noch ernst zu nehmen, aber sie gehört zu einer Allergie, die vermieden werden kann.
 

Risikogruppe

Personen mit einer atopischen Veranlagung und solche, die bereits von einer Allergie betroffen sind, tragen ein höheres Risiko als unbelastete Menschen. In folgenden beruflichen Tätigkeiten und Branchen kommt die Latexallergie wegen möglichem Kontakt mit Naturlatex am häufigsten vor:

  • Raumpflegepersonal
  • Schönheits- und Kosmetikbranche
  • Personal in Küchen und Lebensmittelbetrieben
  • Medizinisches und zahnmedizinisches  Personal (v.a. Operationspersonal)
  • Personal in der Gummi verarbeitenden Industrie
  • Berufe, in denen mit Dichtungen und Isolationen gearbeitet wird

Auch Personen, die mehrere Operationen hatten oder solche, die sich wegen Anomalien (z. B. Spina bifida, Nieren-/ Blasenmissbildungen) bereits in früher Kindheit operieren lassen mussten, können bei einer vorhandenen Veranlagung eine Latexallergie entwickeln.
 

Alternativen

Latexhaltige Gegenstände und Kleider durch latexfreie austauschen. Heute gibt es viele Kunstfasern, die den Naturlatex ohne Qualitätseinbusse ersetzen können und das Allergierisiko minimieren.

 

aha! Allergiezentrum Schweiz hilft

  • Das Infoblatt «Latexallergie» kann in der Infothek runtergeladen werden.
  • Informationen zur Latexallergie auch in weiteren Broschüren und Infoblätter von aha! Allergiezentrum Schweiz.
  • Ausführliche Infos und Videos, ein Anaphylaxie-Check und eine Liste mit Tipps für den Notfall auf der Seite «Anaphylaxie» in der Rubrik «Wissenswertes». Für Infos zum Notfallausweis hier klicken: «Allergiepass»
  • aha! Allergiezentrum Schweiz organisiert «Anaphylaxie-Schulungen» für Betroffene sowie «Anaphylaxie-Workshops» für Lehrpersonen
  • Kennen Sie die Applikation Asthma-Info für Smartphone schon?
  • Mit dem Test Asthmakontrolle können Sie den Umgang mit Ihrem Asthma besser einschätzen. Ihre Einschätzung wird es Ihrem Arzt oder Ihrem Apotheker ermöglichen, die Therapie Ihres Asthmas optimal zu gestalten. Zu Gunsten Ihrer Lebensqualität!
  • Der Fragenkatalog «Habe ich eine Allergie?» unterstützt Betroffene und Ärzte bei der Diagnosestellung.
  • Fachpersonen der aha!infoline beantworten persönliche Fragen: Montag bis Freitag, 08.30–12.00 Uhr.
  • Mit dem Schweizer Allergie-Gütesiegel ausgezeichnete Produkte und Dienstleistungen – ein Zusatznutzen für Betroffene.
  • aha!kinderlager für allergiebetroffene Kinder im Alter zwischen 8–12 Jahren: abwechslungsreiche Ferientage mit viel Sport, Spiel und Fitness. Fachgerecht betreut, lernen die Kinder einen verbesserten Umgang mit ihrer Allergie und/oder dem Asthma.
  • aha!jugendcamp für Jugendliche zwischen 13–16 Jahren: ein breites Sport- und Freizeitangebot,  fachkundige Leiter thematisieren auch Aspekte von allergischen Erkrankungen im Jugendalter.
  • Schulungen und Kurse zu den Themen «Allergie, Asthma, chronische Bronchitis», «Anaphylaxie» und «Neurodermitis»
  • Ihre Meinung interessiert uns! Oder möchten Sie sich mit anderen Betroffenen austauschen? Mehr dazu unter Beratung und Austausch
  • Ihre Spende ermöglicht wichtige Dienstleistungen für Menschen mit Allergien, Asthma und Neurodermitis. Herzlichen Dank. Ihre Unterstützung setzen wir wirkungsvoll ein.

 

Redaktion: aha! Allergiezentrum Schweiz, mit Unterstützung von Prof. Dr. med. Arthur Helbling, Leiter der Allergiestation, Spital Netz Bern Ziegler; LeitenderArzt Allergologisch-Immunologische Poliklinik, Inselspital, Universitätsspital Bern und in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat.

 

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Letzte Aktualisierung: 26.03.2015
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