Ambrosia (Ambrosia artemisiifolia), deutsch «Aufrechtes Traubenkraut», englisch «common ragweed», ist ein Unkraut mit zwei herausragenden Eigenschaften: Das Ausbreitungspotential der Pflanze ist enorm, ihr Pollen hochallergen. Die Pflanze aus der Familie der Korbblütler stammt aus Nordamerika und hat sich in den letzten 20 Jahren sehr stark in Europa ausgebreitet, namentlich im Balkan, in der Poebene und im französischen Rhônetal. In der Schweiz ist sie zurzeit vor allem im Siedlungsgebiet, seltener auf Ackerfeldern anzutreffen. Ohne Gegenmassnahmen ist aber auch in der Schweiz mit einer Ambrosia-Invasion zu rechnen.

Genügsam und unscheinbar

Die Ambrosia kann, je nach Standort, zwischen 5 cm bis 1,5 Meter hoch wachsen, hat einen rötlichen, behaarten Stiel, gefiederte Blätter, grüne, ährenförmige Blütenstände mit gelben Staubbeuteln. Verwechselt wird sie häufig mit dem «Gemeinen Beifuss». Sie kann auf allen Bodenarten gedeihen und sich sehr rasch vermehren. Die Ambrosia keimt ab Anfang April, nach milden Wintern bereits zwei Wochen früher. Die Blüte dauert von Mitte/Ende Juli bis Oktober. Die Samen bilden sich ab Mitte August bis Ende Oktober. Ambrosiasamen bleiben im Boden bis 40 Jahre keimfähig. Eine Studie hat gezeigt, dass Ambrosia eine Pionierpflanze mit hohem Ausbreitungspotential ist, wie der weit verbreitete Weisse Gänsefuss.

Millionen von Pollen

Pollen werden ab Mitte Juli bis zum ersten Frost im Herbst produziert. Hauptpollenflugzeit der Ambrosia sind die Monate August und September. Eine ausgewachsene Pflanze gibt Millionen von Pollen ab. Je nach Wind und Wetter können diese 200 Kilometer oder weiter fliegen. Ein Teil der in der Westschweiz und im Tessin gemessenen Pollenmenge ist somit aus den Ambrosia «verseuchten» Gebieten der Nachbarländer importiert. Bereits 11 Ambrosiapollen/m³ genügen, um allergische Reaktionen der Augen und Atemwege auszulösen. Für die gleichen Symptome braucht es, zum Vergleich, 50 Gräserpollen/m³. Unter Experten gelten die Ambrosiapollen daher als besonders aggressiv. Es ist noch nicht abschliessend geklärt, wie viele Ambrosiapflanzen toleriert werden können, damit bei sensibilisierten Menschen keine Allergien auftreten.

Verbreitungsart

Ins Siedlungsgebiet gelangen Ambrosiasamen als Verunreinigung in Körnermischungen beispielsweise von Vogel- und Kleintierfutter. Sie kleben an Ernteprodukten, Landmaschinen und Fahrzeugen, befinden sich im Aushubmaterial von Baustellen oder werden entlang von Verkehrswegen verfrachtet. So werden die Samen in erster Linie durch menschliche Aktivitäten im Land verteilt. Bei der Ambrosia-Bekämpfung sind private Gärtner, Hausbesitzer, Berufsgärtner, Landwirte, Beschäftigte im Strassen- und Bahnbau sowie im Unterhaltsdienst öffentlicher Verkehrswege gleichermassen gefordert.

Vorkommen in der Schweiz

Die Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW beobachtet seit einigen Jahren, dass sich die Ambrosia in immer mehr Gebieten anzusiedeln beginnt. Im Kanton Genf und im westlichen Waadtland hat sich die Ambrosia auf einigen landwirtschaftlich genutzten Feldern, aber auch in Kiesgruben und Humuslagern etablieren können, im Tessin namentlich entlang von Verkehrswegen.

Zahlen und Fakten

In der Schweiz sind rund 1,2 Millionen Menschen, also etwa 15–20 % der Bevölkerung betroffen. Die Blüte eines einzigen Grashalms enthält rund 4 Millionen Blütenpollen. Zu den Blütenpollen, die keine Allergie auslösen, gehören die Nadelhölzer. Als gelber Staubniederschlag im Frühling gut sichtbar, bewirken sie allenfalls eine Reizung der Bindehaut.
 

Redaktion: Christian Bohren, Agroscope Changins-Wädenswil ACW in Zusammenarbeit mit aha! Allergiezentrum Schweiz, geprüft vom Wissenschaftlichen Beirat.

 

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