Die Ambrosia, eine hochallergene Pflanze, ist mit dem Beifuss verwandt. Ambrosiapollen können schon in kleinen Mengen starke allergische Beschwerden wie Asthma auslösen. Eine Ausbreitung dieses Unkrauts in der Schweiz konnte dank einer Melde- und Bekämpfungspflicht rechtzeitig aufgehalten werden.

«Aggressive» Pollen»

Ausser in Gebieten der Westschweiz und des Tessins sind die Ambrosia-Pollenkonzentrationen in der übrigen Schweiz derzeit noch zu gering, um bei Menschen Beschwerden auszulösen. Für eine allergische Reaktion ist eine Mindestmenge an Pollen notwendig. So braucht es 50 Gräserpollen/m³ für das Auslösen von mittleren bis schweren allergischen Symptomen. Bei Ambrosia hingegen genügen bereits 11 Pollen/m³. Es sind zudem sehr kleine Pollen, die leicht in die unteren Atemwege gelangen und zu asthmatischen Beschwerden führen. Experten bezeichnen die Ambrosiapollen deshalb als besonders aggressiv.

Eine beachtliche Sensibilisierungsrate

Untersuchungen der Allergiestation des Universitätsspital Zürich sowie Studien an über 5'800 Personen (SAPALDIA Phase II) zeigen, dass in der Schweiz zur Zeit 8% der untersuchten Bevölkerung auf Ambrosiapollen sensibilisiert sind. Bei Patienten mit bestehender Pollenallergie sind es sogar 21%. Sollte sich die Ambrosia weiter ausbreiten, würde ein beträchtlicher Teil dieser Menschen wohl rasch auch an allergischen Beschwerden aufgrund von Ambrosia leiden. Ihre Pollenallergie-Symptome würden sich vermutlich um einiges verstärken, und die Leidenszeit würde um einige Wochen länger dauern, bis tief in den Herbst hinein.

Zusammenspiel Beifuss und Ambrosia

Die Ambrosia wird häufig mit Beifuss verwechselt. Beide Pflanzen sind Korbblütler. Durch die enge Verwandtschaft der Pollen bestehen auch hier Kreuzallergien. In der Schweiz kommt Beifuss seit Jahren in grösseren Mengen vor und löst auch entsprechende Allergien aus. Durch Kreuzreaktionen haben auf Beifuss allergische Menschen fast immer die Veranlagung, auch auf Ambrosia mit entsprechenden Symptomen allergisch zu reagieren. Sollten die Konzentrationen an Ambrosiapollen zunehmen, könnten viele dieser Menschen in kürzester Zeit allergische Symptome auf die «neuen» Pollen entwickeln.

Ökonomische Folgen

Neben den gesundheitlichen Aspekten weisen Mediziner auch auf die ökonomischen Folgen hin.
In Kanada und den Vereinigten Staaten, wo sich Ambrosia in den beiden letzten Jahrzehnten massiv ausgebreitet hat und heute das wichtigste Allergen darstellt, werden während den entsprechenden Pollenflugzeiten wahre Heuschnupfen- und Asthma-Epidemien registriert. Sie verursachen Mehrkosten in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe. Professor Jäger aus Wien, einer der renommiertesten Pollenallergie-Experten weltweit, schätzt, dass in Österreich durch Ambrosiapollen zusätzliche Kosten von bis zu 600 Euro pro Jahr und Allergiker entstehen. In unserem Nachbarland sind 30% aller Pollenallergien auf Ambrosia zurückzuführen.

Zahlen und Fakten

In der Schweiz sind rund 1,2 Millionen Menschen, also etwa 15–20 % der Bevölkerung betroffen. Die Blüte eines einzigen Grashalms enthält rund 4 Millionen Blütenpollen. Zu den Blütenpollen, die keine Allergie auslösen, gehören die Nadelhölzer. Als gelber Staubniederschlag im Frühling gut sichtbar, bewirken sie allenfalls eine Reizung der Bindehaut.


Redaktion: MeteoSchweiz und aha! Allergiezentrum Schweiz, in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat.

 

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